Indie - Rock

The Amazons

R.I.P., Big Suze. Zwei Jahre lang musste der Tour-Van der Amazons für Aftershowpartys, spontane Saufgelage und zum Errichten improvisierter Bettenlager herhalten. „Wir haben uns öfter mal in ihr übergeben“, gesteht Sänger Matt Thomson. Dazu mischte sich irgendwann der Geruch nach Blut. „Wir haben versehentlich die Hand unseres Gitarristen in der Tür eingeklemmt.“ Die nächsten Shows habe er mit zwei Fingern spielen müssen.

Ihre wahre Bestimmung fand Big Suze aber erst im Frühjahr 2017 – als die Band beschloss, sie abzufackeln. Das Cover ihres Debütalbums zeigt einen in Flammen stehenden Ford Transit. Im Hintergrund Backsteinhäuser der englischen Stadt Reading. Für Amazons-Frontmann Thomson steht das Cover für ihr ambivalentes Verhältnis zu ihrer Heimatstadt. Reading sei eine profane Pendlerstadt, der jeder entfliehen wolle, sagt er, andererseits sehe die Band aber auch keinen Grund dafür, sich für ihre Herkunft zu schämen.

Der brennende, schmutzige Van ist darüber hinaus aber auch ein passendes Symbol für den Sound der Amazons: Die vierköpfige Truppe hat sich einem tosenden, druckvollen und dunkelgrauen Alternative-Indie Rock verpflichtet. Ihre Gitarrenriffs preschen mit voller

Kraft voran, gleichzeitig behalten sich die Amazons aber auch eine gute Dosis Pop-Gespür bei. Ihre Hooks sind weich und kreisen um die typischen Themen einer Mitzwanziger-Band: Trennungen, Beziehungen und Angst vor dem Alleinsein.