Dokumentarfilm

„The End of Meat“ im Kino

Immer wieder Lebensmittelskandale, die zumeist tierische Produkte betreffen. Ganz zu schweigen von den Bildern unhygienischer Legebatterien und brutaler Viehtransporte – kein Wunder, dass immer mehr Menschen nach Alternativen suchen

Foto: Mindjazz Pictures

Regisseur Marc Pierschel hat sich auf die Suche gemacht, wie eine Welt ohne Ausbeutung von Nutztieren aussehen könnte. Den Zuschauer nimmt er mit auf einen beseelten, bisweilen erhellenden, wenn auch etwas wirren Ritt. Neben durchaus spannenden Einblicken, etwa in die ökologischen Folgen unseres Konsumverhaltens oder die Versuche sogenannte Biohacker, tierische Produkte tierfrei nachzubauen, stolpert man über bizarr anmutende Einschübe: Ist die Geschichte eines Paares, das zuhause mit einem Schwein zusammenlebt, wirklich mehr als eine skurrile Anekdote?

Darüber hinaus besucht Pierschel eine Stadt in Indien, in der keine tierischen Produkte mehr verkauft werden dürfen. Es gibt Kurzporträts von Menschen, die auf ein gleichberechtigtes Miteinander von Mensch und Tier hinarbeiten oder sich den Tierrechten philosophisch nähern. Auch die boomende Vegan-Industrie wird vorgestellt. Letzteres riecht allerdings nach Lobbyismus, werden doch die Nachteile dieser Ernährungsform mit keinem Wort erwähnt.

Hier geht es vor allem um Selbstvergewisserung, das Einrennen offener Türen bei den schon Überzeugten. Das ist bedauerlich, da es angesichts einer weiter wachsenden Weltbevölkerung gute Argumente gibt, unseren Fleischkonsum zu reduzieren.

The End of Meat D 2017, 96 Min, R: Marc Pierschel, Kinostart 14.9.

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