Gruselfilm

„The Endless“

Intelligenter Horror: The Endless

Foto: Drop-out Cinema

Zwei Brüder, Justin und Aaron, sind vor vielen Jahren aus einem „Kult“ geflüchtet. Irgend­etwas mit UFOs, Kollektivselbstmord – sie sind sich selbst nicht mehr so einig, was das eigentlich war, das wohl ihre Kindheit geprägt hat. Aaron ist der Jüngere, er sieht wenig Erfreu­liches an dem Leben in Freiheit, das auch tatsächlich eher öde wirkt. Er überredet Justin, noch einmal zu der Gruppe zu fahren, die in einer abgelegenen Landschaft in einem „Camp Arcadia“ lebt.
Sie treffen alte Bekannte wieder, und auch wenn sie einige merkwürdige Rituale und ­Situationen erleben, scheint es doch so, als hätten sie sich vieles über den Kult nur eingebildet. Justin bleibt skeptisch, Aaron aber findet so etwas wie Heimat im Camp und möchte ­bleiben.

Wie lange die Brüder dann tatsächlich bleiben, das ist schon eine der Pointen in dem tollen Schauerfilm „The Endless“, geschrieben und inszeniert von Justin Benson und Aaron Moorhead, in den Hauptrollen: Justin Benson und Aaron Moorhead. Klingt nach einem Do-it-yourself-Film, ist aber in jeder Hinsicht hochprofessionell: Das Unheimliche nimmt hier ganz ­allmählich Gestalt an, es hat sowohl eine übernatürliche wie eine medientheoretische ­Komponente. „The Endless“ ist also für Horrorfans jeglicher Art geeignet, auch für die, die dem Genre nicht mehr ohne Weiteres interessante Facetten zutrauen. Gefühle und Reflexion werden geschickt miteinander verbunden. Ein Kleinod des anspruchsvollen Horrorfilms.

The Endless, USA 2018, 116 Min., R: Justin Benson & Aaron Moorhead, D: Aaron Moorhead, Justin Benson, Lew Temple, Tate Ellington, Start: 9.8.

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