Science-Fiction-Drama

„The Untamed“ im Kino

Wilde Logik zwischen Harmonie und Ekstase

Foto: Forgotten Film Entertainment

Dass Sexualität eine manchmal unheimliche Macht hat (und ist), gehört zum ältesten Wissen in allen Erzählungen. Oft wird diese Macht in Andeutungen sichtbar, manchmal bekommt sie aber auch eine Gestalt, wie in dem mexikanischen Film „The Untamed“ von Amat Escalante, in dem ein Lustwesen sein (Un)Wesen treibt, wie man es auch im fantastischen Kino nicht so oft zu sehen bekommt.

Am Anfang ist alles noch reine Spannung, reine Natur, reine Ahnung, und eine normale Erzählhandlung – mit Figuren wie Alejandra und Angel (einem Paar, dessen Erotik schon ein wenig auf Sparflamme läuft), mit Alejandras Bruder Fabian, einem Arzt (in den Angel sich auf rabiate Weise verknallt), und mit Veronica, die als erste von diesem Geheimnis weiß, das in einer Hütte in einer einsamen Gegend verborgen ist.

„The Untamed“ spielt großartig mit der Spannung, die aus den Gegensätzen erwächst, die in einer geglückten Sexualität zusammengeführt werden sollen: harmonische Persönlichkeit und Beziehung gegen Ekstase und unheimliche Orte, leibliche Existenz und deren Überschreitung, bis zu dem Umstand, dass man von Sex mit einem Alien ­träumen – oder ihn haben – könnte.
„La región salvaje“ heißt der Film im Original, und in eine „wilde Gegend“ führt er tatsächlich: Amat Escalante, der Regieassistent bei Carlos Rey­gadas war, konfrontiert das Publikum mit einer Vision von Lust, die sich zugleich am Trash-Ideal von B-Science-Fiction-Filmen wie an der wilden Logik von Träumen orientiert. Ein denkwürdiger Auftakt für das neue Kinojahr.

La Región Salvaje (OT) MEX 2016, 98 Min., R: Amat Escalante, D: Martín Escalante, Lasse Marhaug, Guro Moe, Start: 11.1.

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