So war es bei Bar Time präsentiert von Mastercard Priceless Berlin

Bar Time rund um den Breitscheidplatz

So hoch kommen wir nicht mehr zusammen. Mindestens nicht an diesem Abend. Und dafür gibt es sogar ein ganz bestimmtes Wort: Rooftop Bar. Was nur, unter anderem, die Lage einer Lokalität im obersten Stockwerk eines eher hohen Gebäudes beschreibt. Vor allem beschreibt es ein Lebensgefühl, eine Atmosphäre.

In diesem Fall beschreibt es die Monkey Bar im achten Stock des 25hours Hotel im Bikini Berlin. Gar kein dunkler Ort von fast spiritueller Spirituosenkennerschaft. Stattdessen vibrierende Weltläufigkeit, der Blick schweift über den Zoo und die Stadt. Im Glas: Zweierlei Rum, fruchtig-beerig begleitet. Die zweite Auflage unserer Bar Time präsentiert von Mastercard Priceless Berlin, sie beginnt also an einem Place to be.

Und klar, wir hätten uns dort oben auch bis in den Sonnenuntergang getrunken. Unsere kulinarischen Rundgänge aber finden immer auch zu Orten, die noch frisch sind und neu in der Stadt. Im Bikini Berlin machen Zwei ganz in diesem Sinne jetzt in Schokolade. Nein, Christopher O’Connor, der nebenbei oder doch vor allem auch noch Opernsänger ist, und Daniel Budde, der ehemalige Patissier im Restaurant Tim Raue, machen die wahrscheinlich besten Pralinen der Stadt. Candide heißt ihre Marke, nach der Novelle von Voltaire. Worum es ihnen geht: Um den puren Geschmack der Kakaobohne und ein paar präzise Details. Dort Salzkaramell, da Johannisbeeren, hier nur die pure dunkle Schokolade. Und dazu dann Rum im Glas. Und verwunderte Gesichter, wie sich die Aromen im Mund mit jedem Pairing ändern. Wie plötzlich eine fast zitronige Säure in den Vordergrund tritt und dann ein samtiger Schmelz. Ach ja, die Pralinen von Candide werden ganz ohne ChiChi aus Original-Beans-Schokolden produziert. Weil diese Niederländer den Kakaobauern das Fünffache des Fairtrade-Preises zahlen.

Herzhaft ging es dann weiter. Und dafür ging es ins Le Faubourg in der Augsburger Straße. Dem Hotelrestaurant des Sofitel, dem es wie kaum einem anderen gelungen ist, sich auch der Stadt zu öffnen. Und zwar mit einer französisch grundierten, durchaus feinen und dennoch modernen Küche. Ein Beispiel gefällig: eine im Teig eingeschlagene Wildpraline begleitet vom selbstgereiften Schinken. Die Cocktailbegleitung interpretierte derweil den Hugo neu. Und weil das Thema Frankreich ja nun mal im Raum stand, gab es als Wegzehrung noch ein Glas Ruinart.

Weit hatten wir es aber nicht. Schließlich ging es zu einem, der auch gerade angekommen ist.

In der Marburger Straße hat Thomas Pflanz vor rund einem Jahr seine erste eigene Bar eröffnet. Hildegard heißt die, nach Hildegard von Bingen, Hildegard Knef und Hildegard Dahlmann, die eine Etage über der Bar einst eine legendäre Salondame war. Thomas Pflanz ist hingegen Barmann. Noch immer der wichtigste der Stadt. Er war Gastgeber in der Bar am Lützowplatz, mit der es vor knapp 30 Jahren überhaupt erst angefangen hatte mit der modernen Barkultur in Berlin. Er prägte das Lebensstern und die Lützowbar. Und er nahm unsere kulinarische Reisegruppe auf und ein. Ein Gastgeber von Klasse und Nonchalance. Ein Geschichtenerzähler mit Augenzwinkern. Dazu der Bukowski, wettgewaschener Bourbon, begleitet von einer Scheibe krossem Bacon und fränkischem Bier, wie die Drinks in der Hildegard Bar überhaupt oft literarische Themen haben.

Soll nochmal einer sagen, trinken sei nichts für den Kopf.

Text: Clemens Niedenthal
Fotos: Lena Ganssmann

Mehr über Cookies erfahren