Berlin Art

Mit tip die Werke von Ferdinand Hodler bei exklusiver Führung sehen

Titel wie „Heilige Stunde“ oder „Ergriffenes Weib“ lassen es bereits ahnen: Da liegt etwas Schwelgerisches in den lichtdurchfluteten, von Blumen und Blättern gesättigten Bildern Ferdinand Hodlers (1853–1918). Der Schweizer Maler zählt zu den Vertreter:innen des Symbolismus, dessen idealistische Überhöhungen lang als kitschig galten, der aber gerade neues Interesse erfährt – nicht zuletzt wegen der Naturliebe und seiner der Reformbewegung nahen Haltung, die gegen die Konventionen der kaiserlichen Klassengesellschaft verstieß. Hodler zeigte seine Werke bis zum Ersten Weltkrieg auch regelmäßig in Berlin.

Ferdinand Hodlers "Der Frühling", circa 1910 entstanden, wird unter anderen Werken in der Ausstellung in der Berlinischen Galerie zu sehen sein. Foto: Privatsammlung
Ferdinand Hodlers „Der Frühling“, circa 1910 entstanden, wird unter anderem in der Ausstellung in der Berlinischen Galerie zu sehen sein. Foto: Privatsammlung

Nun zeichnet die Berlinische Galerie in Kooperation mit dem Kunstmuseum Bern diese deutsch-schweizerische Beziehung in 50 Hodler-Gemälden nach, erweitert um Arbeiten von Corinth, Leistikow und der erst vor rund 20 Jahren wiederentdeckten Julie Wolfthorn, die 1944 im Konzentrationslager Theresienstadt starb. Ferdinand Hodler gilt neben Paul Cézanne, Vincent van Gogh und Edvard Munch als Schlüsselfigur der modernen Kunst. Bereits zu Lebzeiten fanden die Figurenbilder, Berglandschaften und Porträts des Schweizers große Beachtung. Zuletzt war das Werk Hodlers in größerem Umfang in Berlin 1983 zu sehen.

Das breite Publikum konnte Hodler zu Lebzeiten erst nach und nach gewinnen. Nach ersten Erfolgen in der Heimat, wo Hodlers Werk kontrovers diskutiert wurde, baute er Beziehungen nach Paris, München, Wien und Berlin auf und zeigt seine Werke dort im Umfeld führender Avantgarde-Vereinigungen.

tip-Leser:innen können am 25.11. um 18.30 Uhr an einer exklusiven Führung teilnehmen und sich anschließend bei einem gemeinsamen Ausklang des Abends noch mit Snacks und Getränken und das Gesehene austauschen. Tickets dafür bekommt ihr hier.

  • Berlinische Galerie Alte Jakobstr. 124–128, Kreuzberg, Mi–Mo 10–18 Uhr, 10/7 €, bis 18. J. frei, Zeitfenstertickets: berlinischegalerie.de

Mehr Kunst und Ausstellungen in Berlin

Sie war mit David Bowie und Iggy Pop befreundet, der junge Martin Kippenberger wohnte in ihrer Kreativzentrale, der Kreuzberger Fabrikneu. Im Interview erzählt Claudia Skoda aus ihrem aufregenden Leben. Immer neue Texte und Tipps findet ihr in unserer Rubrik „Ausstellungen“.

Berlin am besten erleben
Dein wöchentlicher Newsletter für Kultur, Genuss und Stadtleben
Newsletter preview on iPad