So war das tip Weinmahleins präsentiert von Mastercard Priceless Berlin

Im Restaurant Hallmann & Klee

Es gibt diese Orte, die auf so vielen verschiedenen Ebenen so vieles richtig machen. Die um die Atmosphäre wissen und um die Aromen. Die raffiniert köstlich sind und doch auch ganz nahbar wirtshausgemütlich. Und die gerade deshalb so wichtig sind für das zeitgenössische kulinarische Berlin. Ja, ich gehe sogar so weit, dieses Hallmann & Klee, das rundum glückseligste À-la-Carte-Restaurant der Stadt zu nennen. Was, mindestens an diesem Abend, nicht ganz richtig ist. Für das tip Weinmahleins präsentiert von Mastercard Priceless Berlin gab es am Böhmischen Platz an diesem Mittwoch ein fünfgängiges Menü, das begleitet wurde von naturnahen Weinen aus Rheinhessen. Und Florian Fauth vom Weingut Seehof hatte extra eine Premiere eingepackt. Eine Scheurebe mit 72-stündiger Maischegärung, ungefiltert, 15 Monate im großen Fass gereift und gleichzeitig wunderbar tief und saftig im Geschmack. Ein mutiger Wein, spätestens wenn man an das Rheinhessen der Jahrtausendwende denkt.

Und so passte das an diesem Abend zusammen: Rheinhessen und Neukölln, kulinarische Aufbruchstimmung hier wie dort. Das Weingut Seehof und das Hallmann & Klee, das Unprätentiöse, das Unverstellte, die handwerkliche Haltung. Alleine der Hauptgang, kurz gebratene Brust und geschmorte Keule von der Freilandente, die an diesem Abend von unserem Partner Havelland Express eingefangen worden war, dazu Möhre, Senfsaat und ein Glas selbstgemachter Ayran, das war schon eine geschlossene Menüerzählung in sich. Fabelhaft auch, wie der Seehof-Riesling Steingrube, Jahrgang 2017, dieses vermeintliche Rotweingericht gleichsam klar und frisch begleitet hat.

Was sonst noch aus der offenen Küche von Sarah Hallmann und ihrer Küchenchefin Rosa Beutelspacher kam? Ein Tatar von der Färse, gleichsam schlonzig in der Textur und tief im Geschmack. Ein angegrillter Spitzkohl mit Champagnersauce, Mohn und Schupfnudeln, der beides war, zeitlos und zeitgenössisch (überhaupt ist es an der Zeit, die Schupfnudel über den grünen Klee zu loben). Und ein Dessert von Patissière Nike Roesler, das in loser Form formvollendet war: Sauerrahm, Rote Bete, Fenchel und Hollunderblüte.

Bleibt noch zu sagen, dass es die Weine von Florian Fauth in der entdeckungsdurstigen Weinhandlung Viniculture, Grolmanstraße 42/43 fast am Savignyplatz gibt. Und dass das Hallmann & Klee nicht nur aber unbedingt das schönste Restaurant für die hoffentlich bald winterlicheren Dezemberabende ist.

Text: Clemens Niedenthal
Fotos: Janina Steinmetz

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