So war es beim Kiezgourmet präsentiert von Mastercard Priceless Berlin

Kiezgourmet entlang der U1

Kumpel und Keule. So hat man sich in Berlin einmal unter Freunden und Freundinnen genannt. Aber Kumpel und Keule ist auch eine gläserne Handwerksmetzgerei, die in der Markthalle Neun seit 2015 ausschließlich mit Bauern oder Jägern zusammenarbeitet, die man auch persönlich kennt. Seit zwei Jahren hat Kumpel & Keule auch eine eigene Speisewirtschaft, gleich ums Eck in der Skalitzer Straße. Wir hörten beim handgeschabten Tatar von Tafelspitz, die Geschichte dieses ganz besonderen Metzgereirestaurants. Dazu gab es ein sous-vide-gegartes Eigelb, gebackene Kapern – und ein süffiges IPA dass der Markthallenbrauer Johannes Heidenpeter eigens für die Speisewirtschaft komponiert hat.

Gleich ums Eck in der Oranienstraße wartete dann das frittierte Glück. Goldies heißt diese Pommesbude, die zwei Köche aus der Sternegastronomie, Kajo Hiesl und Vladislav Gachyn, vor drei Jahren eröffnet haben. Ihr Konzept: Hiesl und Gaychin packen Wissen (und die systemischen Arbeitsabläufe) aus der Sterneküche in kulinarische Miniaturen. Jede Soße zitiert ein klassisches Gericht einer Länderküche. Die Chili-Cheese-Variante etwa aus drei frisch geriebenen Käsen, die erst auf den Pommes schmelzen, ist very New York. Oder die koreanische Interpretation mit Misowurzelknusper, frischem Rettich und einer Zitronenmayonnaise. Seiner Heimat Odessa huldigt Gachyn mit pürierter Bete, Weißkohl und frischem Dill. Wir aßen sie alle, als Sharing Plates die lustvoll reihum gereicht wurden.

Zwei U-Bahn-Stationen weiter, und einmal über die Spree, lungerten wir dann in der vermutlich lässigsten Hotellobby dieser Start. Nur ist das Entrée des Michelberger Hotels an der Warschauer Brücke, jener Herberge der DJs und Musiker*innen, seit wenigen Wochen auch eine profunde Naturweinbar mit einer kleinen Speisekarte und einer umso größeren Auswahl an (offenen) Weinen. Restaurantleiter Adam Purchell nahm uns mit auf eine Reise nach Mazedonien. Ein Orangewein mit langer Maischestandzeit kam etwa ins Glas. Überhaupt würden die Kunden gerade sehr viel Orangewein trinken, Weißweine also, deren (eher) rote Schale mitvergoren worden ist. Eine neue Weinfarbe ist so entstanden, das zieht die Leute an. Dann noch ein Brownie in die Hand, etwas süßes geht immer.

Vis-á-vis der Eastside Gallery endete der Abend dann mit einem beeindruckenden Weitblick über die schlafende Stadt. Und mit einem Kräuter-Ingwer-Tee-Cocktail mit Gin, der stilecht in chinesischen Teekannen serviert worden ist. Wir kommen wieder in die 260° Bar, spätestens wenn uns der Frühling auf diese wahnsinnig weitsichtige Terrasse lockt. Jetzt ist aber erstmal Weihnachten, darauf noch ein Lebkuchenshot auf Rumbasis.

Text: Clemens Niedenthal
Fotos: F. Anthea Schaap

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