So war das Kreativ-Event präsentiert von Mastercard Priceless Berlin

Calligraffiti-Workshop mit Andrea Bury

An einem frühlingshaften Nachmittag im April treffen wir uns im Bikini Berlin mit Andrea Bury, Gründerin des Fairtrade-Lifestyle-Labels Abury. Im Erdgeschoss der Concept-Mall betreibt die gebürtige Schwäbin zwei Verkaufsboxen mit ihrem farbenfrohen Sortiment aus Taschen, Tüchern, Schuhen und Schmuck, die unter fairen Bedingungen größtenteils in Marokko hergestellt werden. Andrea Bury ist mit der arabischen Kultur eng verbunden. Alles fing damit an, als sie 2007 mit ihrem damaligen Mann in Marrakesch ein Hotel eröffnete, das „AnaYela – A Place of Inspiration“, das sie heute noch führt. Dort verliebte sie sich in die Handwerkskunst Marokkos und gründete ihr eigenes Label, das traditionelles Kunsthandwerk mit modernem Design verbindet. Der faire Gedanke, die Wertschätzung des lokalen Handwerks und der soziale Aspekt des Zurückgebens waren ihr von Anfang an wichtig. Über die ABURY Foundation werden mit Teilen des Profits und Spenden Bildungs- und Communityprojekte vor Ort initiiert und unterstützt. 2013 wurde sie dafür mit dem Victress Award für Social Entrepreneurship ausgezeichnet.

In unserem Workshop „Calligraffiti“ aus unserer Event-Reihe Kreativ präsentiert von Mastercard Priceless Berlin, der im Anschluss im Abury-Büro im zweiten Stockwerk der Mall stattfindet, lernen wir die arabische Kultur und insbesondere die arabische Schrift etwas genauer kennen.Über die große Freitreppe geht es in den zweiten Stock der Vorzeige-Mall. Das Büro von Abury mit einem sensationellen Blick auf die Gedächtniskirche sieht hell, modern und einladend aus. An der Fensterfront steht ein großer Tisch mit Blättern, Schablonen und Scheren für unsere Teilnehmer bereit. Jetzt kann es losgehen mit dem Workshop, für den sich Andrea Bury Unterstützung von Caroline Bunge und Sarah-Isabell Müller vom gemeinnützigen Verein 14,4km e.V. geholt hat. Nur 14,4 Kilometer trennen Nordafrika von Spanien an der kürzesten Stelle. Der Name der Organisation bezeichnet nicht nur die geographische Entfernung zwischen den Kontinenten Afrika und Europa, er steht auch dafür, Grenzen zu überwinden und Gemeinsamkeiten zu fördern. Caroline Bunge, stellvertretende Vorsitzende von 14,4km e.V., erklärt uns, wie der Workshop „Calligraffiti“ funktioniert und welche Besonderheiten die arabische Schrift mit sich bringt. Sie wird von rechts nach links geschrieben. Je nach Lage des Buchstaben am Anfang oder in der Mitte eines Wortes ändert sich seine Schreibweise. Wir können uns aussuchen, ob wir eine fertige Schablone mit einem arabischen Wort oder Spruch verwenden oder Wörter ins Arabische übersetzen lassen. Manche lassen sich ihren eigenen Namen oder den ihrer Kinder ins Arabische übersetzen.

Im ersten Schritt muss das arabische Wort auf ein Blatt Papier gezeichnet werden, möglichst groß, damit es nachher auch gut sichtbar auf ein weißes T-Shirt gesprayt werden kann. Andrea Bury hat natürlich T-Shirts aus fairer Produktion organisiert. Im zweiten Schritt wird das Wort oder der Spruch, in manchen Fällen verziert und personalisiert mit Sternen und Herzchen, ausgeschnitten und auf eine Schablone übertragen. Die Schablone wird ebenso gemäß dem arabischen Schriftzug ausgeschnitten und jetzt wird es spannend. Denn als nächstes wird gesprayt. Auf der Terasse vor dem Büro stehen Laura Bültmann von Abury und Sarah-Isabell von 14,4km e.V. mit Textilfarben in allen möglichen Fabvarianten bereit, um das Graffiti auf das T-Shirt zu sprühen. Der Rest des T-Shirts wird sorgfältig abgeklebt, damit der Schriftzug möglichst ohne Spritzer und Flecken auf dem Stoff landet. Das Sprayen der Farbe bedarf ein bisschen Fingerspitzengefühl: Sprüht man zu viel, verläuft die Farbe. Sprüht man zu wenig, wirkt das Calligraffiti etwas blass. Je mehr T-Shirts besprayt werden, desto besser gelingt die Aktion. Am Ende halten alle Teilnehmer stolz ihr selbst entworfenes T-Shirt in die Höhe. Auch unsere jüngste Teilnehmerin, die 7-jährige Amal, ist sehr zufrieden mit ihrem Werk. Zum Abschluss gibt es zur Stärkung ein arabisches Catering mit Humus, Falafel, Couscous-Salat, Tabouleh und vielem mehr. Schön wars!

Text: Christine A. Lebert
Fotos: Lena Ganssmann

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