1. September 2021

tipBerlin Weinmahleins im Restaurant theNOname: In Nomine Gusto

Wie in den 1920er–Jahren: Das Restaurant theNOname entfesselt beim tipBerlin Weinmahleins ein konzeptionell-sinnliches Gesamterlebnis.

Japanische Bondage-Kunst des Berliner Künstlerkollektivs Murales im Gastraum des theNOname. Foto: Florian Kottlewski/the noname

Weinmahleins im theNOname: Eine selbstbewusste Fine-Dining-Adresse

Wo früher die Kutscher vom Postfuhramt ihre Pferde zäumten, leichte Mädchen auf ihre Freier warteten und das nahe Tacheles noch Kaufhaus war, bringt die Tram heute Flanierende im Minutentakt in die Oranienburger. Ihr metallisches Bimmeln trägt den urbanen Klang in die kulinarische Enklave des theNOname.

Als Teil der historischen Heckmannhöfe (1900), zwischen der golden schimmernden Neuen Synagoge und in Sichtachse zum Fernsehturm, zeigt sich diese Fine-Dining-Adresse selbstbewusst. Die Namenswahl steht für eine Haltung, die Spielraum für Assoziationen zulässt.

Nach dem Wein en terrasse geht es – vorbei am Weinschrein – in den Gastraum, der sich wie ein Kirchenschiff betritt. Von der hohen Frontwand blickt die Painted-Bondage-Ikone lasziv unter dem arabesken Stuck hervor. Wolkenweiße Vorhänge verhüllen verheißungsvoll den Raum. So wie ein Glas als halb voll oder halb leer empfunden wird, will auch das theNOname subjektiv interpretiert werden und entfesselnd dem Lukullischen frönen. Passend zum Mobiliar trägt das Team um Janina Atmadi, Sarah Buchbinder und Mathias Raue schwarz mit filigranem Edel-Harnisch.

theNOname zelebriert das Kulinarische wie einen Fetisch

Zelebrieren wir das Kulinarische nicht alle wie einen Fetisch? Erdacht hat sich das Wx1-Menü mit Vegi-Optionen Vicenzo Broszio. Das hybride, global-regionale Menü basiert auf kurzen, dekomponierten Fragmenten von Pulpo mit Papaya bis Pilzkaramel und hausfermentiertem Knoblauch. Souschef Konrad Most wird ihm an dem Abend den letzten Schliff verleihen.

Für das Weinpairing sorgen die Berliner Ramona Winter und Philipp Heinzer von 8greenbottles, die verliebt sind in Naturweine. Am Ende des Abends wird man noch nonchalante am langen Eichentisch sitzen. Für den kleinen Kunstparcours zum „goldenen stillen Örtchen“ braucht man eine Taschenlampe. Why? Im theNOname ist alles ein konzeptionelles Mosaik. Anke Sademann

Foto: Anke Sandemann
  • tipBerlin Weinmahleins Mi 1.9., 18.30 Uhr
  • theNOname Oranienburger Str. 32, Mitte, Fünf-Gang-Menü inkl. Weinbegleitung von 8greenbottles, Wasser und Kaffee p.P. 99 €, Reservierung unter www.shop.the-noname.de

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