Berlinale 2018 – Berlinale Classics

Tokyo Boshoku

Tokyo Boshuku

In seinen nach dem Zweiten Weltkrieg entstandenen Filmen behandelt Yasujiro Ozu ein Thema immer ­wieder: das Verhältnis von Eltern zu ihren Kindern, in dem sich auch langsam eintretende Veränderungen in der zuvor sehr traditionellen japanischen Gesellschaft widerspiegeln. Dass die Geschichten meist um unausgesprochene Erwartungshaltungen kreisen, birgt dabei sowohl ein melancholisch-­komödiantisches wie auch ein tragisches Potenzial.

Letzteres wird besonders deutlich in dem jetzt ­digital restaurierten „Tokyo Boshuku“ („Tokyo Twilight“, 1957), der von einer jungen Frau erzählt, die keine Möglichkeit sieht, sich mit dem Problem einer ungewollten Schwangerschaft ihrer älteren Schwester oder ihrem Vater ­anzuvertrauen. Wie immer nimmt Ozu keine ­moralische Wertung vor, aber die Figuren ziehen aus dem Ge­schehen jeweils ihre eigenen Schlüsse.

Tokyo Boshoku Japan 1957, 140 Min., R: Yasujiro Ozu, D: Chishu Ryu, Setsuko Hara, Ineko Arima, Haruko Sugimura

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