Dokumentarfilm

„Trust Who“ im Kino

Lilian Franck stellt sich die Frage nach der Effizienz und Seriosität der Weltgesundheitsorganisation

Real Fiction

In Zeiten radioaktiver Havarien und drohender Pandemien stellt sich die Frage nach der Effizienz und Seriosität der Weltgesundheits­organisation WHO. Kann dieser riesige Apparat noch seinen Pflichten gerecht werden?
194 Staaten sind Mitglied der WHO, und die Finanzierung der Behörde ist ebenso wenig transparent wie ihre Empfehlungen. Lilian Franck zeigt, wie die Tabakindustrie die Macht der WHO erfolgreich einschränkt – auch durch WHO-Gutachter, die gleichzeitig für die Tabakkonzerne arbeiten. Bei der Schweinegrippe 2009 zeigt sie, wie der Virus H1N1 von der WHO als Pandemie eingestuft wurde, die Pharmakonzerne verdienten prächtig mit Impfstoffen. Die Pandemie blieb aus.
Erschreckend und sehenswert, was Lilian Franck in Recherchen und Interviews mit Journalisten, Aktivisten und Whistle­blowern aufdeckt. Störend ist nur ihre Herangehensweise. Aus Sorge um ihren Nachwuchs wird Franck nicht müde, ihre Doku mit Sequenzen von der spielenden Tochter zu strecken. Die Betulichkeit nervt wie die Längen, die durch das Doku­mentieren ihrer Schwierigkeiten beim Dokumentieren entstehen. Schade.

Trust WHO D/A 2017, 85 Min., R: Lilian Franck, Start: 1.3.

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