Bildung

Studium und Corona: Berlins Hochschulen und Universitäten dicht – alles zu Bafög, Prüfungen, Abgaben, Büchern

Das Corona-Virus legt Berlins öffentliches Leben lahm. Auch die Bildung leidet, Hochschulen und Universitäten sind geschlossen. Was wird aus Prüfungen und Bafög? Und wie wird mit Abgabefristen umgegangen?

Eigentlich sollten Berliner Studierende am 14. April 2020 in das Sommersemester starten. Berlin hat den Termin für den Semesterstart aufgrund der aktuellen Lage durch das Corona Virus jetzt vorerst auf den 20. April geschoben.

Auch die Präsenzveranstaltungen der Unis, Vorträge, Tagungen und Konferenzen, finden nicht mehr statt.

Durch die dynamische Situation, die durch das Corona-Virus entstanden ist, ist es nicht auszuschließen, dass sich der Semester-Start noch weiter verschiebt.

Große Berliner Universitäten beschließen Sofortmaßnahmen

Studium und Corona: Die HU ist abgeriegelt. Die Universitäten haben den Betrieb weitestgehend ins Netz verlagert.
Studium und Corona: Das geschlossene Universitätsgebäude der HU.
Foto: imago images / epd

An der Berliner Humboldt-Universität sind alle Veranstaltungen abgesagt. Auch Angebote zur Weiterbildung wie der Hochschulsport finden nicht mehr statt. Der Zugang zum Universitäts-Gebäude ist bis auf Weiteres nur noch Mitgliedern der Universität möglich.

Die Uni-Bibliothek, das Jacob-und-Wilhelm-Grimm-Zentrum, sowie sämtliche Fach- und Zweigbibliotheken sind auch bis auf Weiteres geschlossen. Die Leihfristen werden ausgesetzt, Gebühren werden keine erhoben.

Der Einsatz von Online-Angeboten für die Studierende wird derzeit geprüft. Auch schriftliche und mündliche Präsenzprüfungen des laufenden Wintersemesters finden seit dem 19. März nicht mehr statt.

Ich schreibe meine Bachelor-Arbeit zusammen mit einer Kommilitonin. Zurzeit stagniert alles, da wir keine Antwort auf unseren Vorschlag bekommen, ein Online-Kolloquium-Formate bereitzustellen.

Diana, studiert an der TU

Studium und Corona: „Minimaler Präsenzbetrieb“

Auch die Freie Universität stellt ihren Betrieb auf einen „minimalen Präsenzbetrieb“ um. Schriftliche und mündliche Präsenzprüfungen finden mindestens bis zum 20. April nicht mehr statt. Die Frist für die Abgabe von Bachelor-, Master- und Diplom-Arbeiten wird bis zum 11. Mai pausiert und läuft erst wieder, wenn der normale Studienbetrieb besteht.

Mensen, Museen und Bibliotheken der Universität sind ebenfalls geschlossen. Studienauslandsaufenthalte werden nicht mehr genehmigt.

Die FU arbeitet an der Bereitstellung von Online-Formaten für die Studenten.

Auch die TU Berlin fährt ihren Präsenzbetrieb fast vollständig herunter. Durch den eingerichteten Praxisblog Digitale Lehre soll die Basis für eine sinnvolle Online-Arbeit zwischen Lehrenden und Studierenden geschaffen werden. Es sollen auch E-Prüfungen durchgeführt werden.

Was wird aus Bafög-Zahlungen?

Gibt es für Studierende auch finanzielle Risiken, jetzt wo die Universitäten geschlossen sind?

Das Land Berlin hat bekanntgegeben, dass sich die Verzögerung des Sommersemesters nicht nachteilig auf Bafög-Zahlungen auswirken wird. Bafög-Leistungen werden in diesem Zeitraum weiter ausgezahlt.

Woher kriegen Studis jetzt ihre Bücher?

Studierende können sich zurzeit nicht wie gewohnt notwendige Literatur beschaffen. Die Recherche muss im Falle der Humboldt-Universität über das Portal Primus erfolgen. Außerdem steht den Studierenden dort der Zugang des ims mediapool zur Verfügung, ein Archiv für Magazine und Tageszeitungen.

Bestellungen über den „eBooks on Demand“-Service der HU werden auch bearbeitet.

Auch Studierende der FU haben Zugriff auf ein Online-Rechercheportal. Die Universität bedauert jedoch, dass zurzeit „keine physischen Medien über das Bibliotheksportal Primo bestellt oder vorgemerkt werden“ können.

Auch Studierende der TU müssen sich größtenteils auf die Nutzung des universitätseigenen Wissensportals beschränken.

Laut einem Mitarbeiter der TU ist die Bestellung physischer Literatur zurzeit noch über den Lieferdienst subito und die TIB Hannover möglich – allerdings kostenpflichtig. Auch Scans einzelner Kapitel lassen sich bestellen.

Zudem seien diverse Verlage bereits dabei ihr Angebot an wissenschaftlicher Literatur aufzustocken.

Neue Informationen zum Corona-Virus kommen stündlich. Die aktuellsten Informationen finden Sie immer auf der Webseite der jeweiligen Hochschule.

Leergefegter FU-Campus in Berlin-Dahlem.
Foto: imago images / Schöning

Die Nachschreibetermine für Klausuren wurden auf Juni oder teils sogar auf September oder Oktober verlegt. Dies bedeutet im kommenden Semester eine doppelte Belastung, da ich den Stoff im Endeffekt nochmal neu lernen muss.

Chris, studiert an der FU

Adobe stellt Studierenden und Schülern weltweit Software für zuhause zur Verfügung

Das Software-Unternehmen Adobe reagiert auf die besondere Situation, indem es Studierenden und Schülern weltweit die Programme der Adobe Creative Cloud für die heimischen Computer bereitstellt. Software, die Studierende sonst auf dem Campus nutzen, kann nun von daheim genutzt werden. Dies gilt bis zum 31. Mai.

Corona-Telegramm-Channel für Studierende

Der freie Zusammenschluss von Student*innenschaften hat im Zuge der Corona-Krise einen Telegramm-Channel eingerichtet. Dieser soll Studierende über die Entwicklungen in der bundesweiten Hochschulpolitik informieren, solange die Universitäten geschlossen sind.

In unserem Corona-Themen-Spezial stellen wir aktuelle Informationen zur Lage in Berlin zur Verfügung, geben Tipps für den Zeitvertreib in Quarantäne und beantworten Fragen, die wir uns zurzeit alle stellen.