Dokumentarfilm

„Unser Saatgut – Wir ­ernten, was wir säen“ im Kino

Ein Dokumentarfilm ist kein journalistisches Produkt, das ausgewogen von allen Seiten berichten sollte, er darf und sollte vielleicht sogar eindeutig Stellung beziehen. Genau dies tun die beiden Filmemacher Taggart Siegel und Jon Betz hier

W film/ Collective/ Eye Films

Es ist absurd: Auf der einen Seite ist nur noch ein geringer Prozentsatz des ursprünglich auf der Erde verbreiteten Saatgutes noch existent, auf der anderen Seite kreieren riesige Firmen ihr eigenes genmani­puliertes und damit potenziell gefährliches Saatgut. Siegel und Betz haben von Indien über Hawaii bis Lateinamerika Menschen getroffen, die für den Erhalt seltener Pflanzensamen kämpfen oder durch Pestizide um Leib und Leben fürchten müssen.
Für ihre Sicht der Dinge nutzen die Regisseure die klassischen Methoden des US-Dokumentarfilms: mit unterstützender Musik, animierten Sequenzen und gimmickartiger ­Bebilderung des Gesagten. Das Ergebnis ist ein beeindruckender Film über die Ignoranz der Geld­gierigen, über wackere Ökokämpfer – und über die Macht der Solidarität.

Unser Saatgut – Wir ­ernten, was wir säen USA 2016, 94 Min., R: Taggart Siegel & Jon Betz, Start: 11.10.; 13.10., 19.30 Uhr, Babylon Mitte: zu Gast Taggart Siegel und Filmpatin Sarah Wiener sowie Jörg Heinrich (Welthungerhilfe)

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