Berliner Kieze

28 coole Orte in Prenzlauer Berg

Schon lange gilt der Prenzlauer Berg als Paradies der Mamis und Papis mit Stokke-Kinderwagen, Soja-Latte und dem glutenfreien Müsliriegel. Doch der Bezirk hat mehr zu bieten: schummrige Raucherbars, außergewöhnliche Fachgeschäfte, gutes Essen und Geschichte zum Anfassen. Wir haben mal unsere liebsten Orte im Prenzlberg gesammelt.

An einem Sonntag im August

Foto: flickr/Sandra Nahdi

Das „An einem Sonntag im August“ ist die perfekte Adresse für ein Frühstück nach einer bierseligen Freitagnacht. Hier lässt sich hervorragend der Regen beobachten, während einem der Geruch von frischen Croissants und Kaffee in die Nase steigt. Und wer bei seinen Dates nicht immer Alkohol trinken will, für den ist das hier der richtige Laden: Warum beim ersten Treffen eigentlich nicht mal Burger essen und danach in weichen Sofas versinken? Fürs zweite Date empfehlen wir die Bar „Zu mir oder zu dir?“. Diese Frage kann man dann bestimmt nach ein paar Drinks im schummrigen Licht der Bar entscheiden. Und wenn ihr dann alles vor die Wand gefahren habt und die Beziehung nicht mehr zu retten ist, könnt ihr ins „Lass uns Freunde bleiben“ gehen und mit einem Earl Grey Martini auf die zerronnene Beziehung und die neue Freundschaft anstoßen.

An einem Sonntag im August, Kastanienallee 103, Prenzlauer Berg, Tel. 44 05 12 28, So-Do 9-2 Uhr, Fr, Sa 9-4 Uhr, www.an-einem-sonntag-im-august.de

Zu mir oder zu dir, Lychener Straße 15, Prenzlauer Berg, Tel. 0176-24 41 29 40, tgl. ab 20 Uhr, www.zumiroderzudir.com

Lass uns Freunde bleiben, Choriner Straße 12, Prenzlauer Berg, Tel. 0179-682 64 03, Mo-Do 8-2 Uhr, Fr 8-3 Uhr, Sa 14-3 Uhr, Facebook: Lass uns Freunde bleiben

Ausland

Foto: Fionn Kidney – Flickr: Ausland/Somodrome, CC BY 2.0

Kultureller Underground inmitten des Prenzlauer Bergs! Während in den umliegenden Cafés und Bars der Milchschaum sprudelt, werden in dem sympathischen Club Musik und Kunst fernab des Mainstreams gefördert. Das Programm erstreckt sich von leisen Tönen bei den monatlich stattfindenden Lesungen über Klanginstallationen und Performances bis hin zu experimentellen Live-Acts mit Klängen, die bis an die Schmerzgrenze reichen. Aktuelle Veranstaltungen findet man auf der Homepage oder über den Newsletter.

Lychener Straße 60, Prenzlauer Berg, Tel. 447 70 08, je nach Veranstaltung (siehe Homepage), www.ausland-berlin.de


Becketts Kopf

Foto: Becketts Kopf

Die räumlich kleine, getränketechnisch aber ganz große Bar zur Verfeinerung der Sinne liegt versteckt im hinteren Teil der Pappelallee. Ungewöhnliche Zutaten rings um Arrak, Korenwijn und Obstbrände, perfekt balancierte Aromenkombinationen und souveräne Präsentationen zeigen, warum zuweilen der Begriff „Mixologie“ für die gehobene Form der Barkultur verwendet wird. Der literarische Name der Bar erklärt sich beim Blick in die Karte: Statt Warten auf Godot soll das Blättern im Werk von Beckett bevorzugt werden, denn zwischen den Buchseiten sind die köstlichen und anspruchsvollen Drinks beschrieben.

Pappelallee 64, Prenzlauer Berg, Tel. 44 03 58 80, So–Do 20–2 Uhr, Fr+Sa 20–4 Uhr, becketts-kopf.de


Bornholmer Brücke

Foto: Fridolin Freudenfett – Eigenes Werk /Wikimedia Commons/CC BY-SA 4.0,

Eigentlich ist es ja die Bösebrücke. Mit der Umbenennung der Hindenburgbrücke sollte 1948 der Taten des antifaschistischen Widerstandskämpfers Wilhelm Böse, der 1944 hingerichtet worden war, gedacht werden. Doch wie so oft bahnt sich das Nächstliegende seinen Weg. Da die 1916 eingeweihte Verbindung zwischen Prenzlauer Berg und Wedding an der Bornholmer Straße liegt, heißt sie eben Bornholmer Brücke. So auch genannt in den Medien, als in der Nacht vom 9. zum 10. November 1989 Tausende Ost-Berliner nach der Maueröffnung über die Brücke in den Westteil der Stadt drängten. Die Bornholmer Brücke war der erste Grenzübergang, der in dieser Nacht dem Druck der Massen nicht mehr standhielt. Seit 1995 gleitet wieder die Tram in luftigen Höhen über die S- und Fernbahngleise zwischen Prenzl’berg und Wedding hin und her. Auf der Ost-Berliner Seite stehen Tafeln, auf denen man sich noch einmal genau ansehen kann, wie damals die Menschen über die Brücke strömten – mit Autos und ohne.

Bornholmer Straße, Prenzlauer Berg

Café Chagall

Foto: G.Elser, Wikimedia Commons, CC BY 3.0

An den Tischen vor dem Café im Sommer hoch im Kurs: eine kalte russische Suppe aus Buttermilch, Gemüse, Würstchen und Dill. Dazu gibt es in unregelmäßigen Abständen Livemusik: russische Folklore, aber auch Klassik.

Kollwitzstraße 2, Prenzlauer Berg, Tel. 441 58 81, tgl. ab 10 Uhr, Küche Mo-Do bis 24 Uhr, Fr+Sa bis 1 Uhr, www.cafe-chagall.com/


Der Sache wegen

Foto: DER SACHE WEGEN

Ob Kakao oder Nüsse, Obst oder Reis: Fast alle Grundnahrungsmittel bekommt man hier ohne nerviges, umweltschädliches Plastik. Die Behältnisse für die Waren bringt man selbst mit und befüllt sie dann. Das müssen nicht immer Schraubgläser sein: eine alte Plastiktüte tut’s auch. Besonders hervorheben wollen wir die große Nudelauswahl. Hier gibt’s, anders als in anderen Unverpackt-Läden, nicht nur Mini-Fusilli, sondern auch richtig lange Nudeln wie Tagliatelle. Außerdem bietet „Der Sache wegen“ auch Hygieneartikel wie Shampoo oder Waschmittel zum Abfüllen an.

Lychener Str. 47, Prenzlauer Berg, Tel. 85 62 61 02, Mo-Fr 11-20 Uhr, Sa 10-19 Uhr, der-sache-wegen.de/


Fräulein Schneider

Foto: Felix Jaremtschuk

Ein Friseur der etwas anderen Art: Das Fräulein Schneider ist ein Magnet für Stammgäste und neugewonnene Freunde aus der Nachbarschaft. Es wird nicht nur geschnippelt und gequatscht, es finden auch regelmäßig Vernissagen statt. In die Feierlichkeiten werden die Gäste selbstverständlich mit eingebunden. Auch Stylingabende sind im Angebot. Da wird beraten, frisiert und geschminkt, später kann die lebhafte Kastanienallee mit den neuen Looks erobert werden.

Oderberger Straße 37, Prenzlauer Berg, Tel. 40 50 55 55, Di-Fr 10-20 Uhr, Di-Fr 10-19 Uhr, Sa 10-17 Uhr www.fraeulein-schneider.de


Hokey Pokey

Foto: Niko Robert

Wer auf ausgefallene Eissorten steht, ist bei Patissier Niko Robert genau richtig. Wer mal Apfel-Basilikum oder Butterkaramell mit Meersalz probieren möchte, der sollte dies unbedingt hier tun. Das Hokey Pokey ist so beliebt, dass auch eine Preiserhöhung die Schlange nicht verkürzen konnte.

Stargarder Straße 73+72, Prenzlauer Berg, Tel. 0176-80 10 30 80, Sommer tgl. 12–22 Uhr, Winter, Herbst und Frühling tgl.13–19 Uhr, Jan.+Febr. geschlossen

Helmholtzplatz

Foto: Mazbln/Wikimedia Commons CC BY-SA 3.0

Es ist Februar und der Winter zieht sich wie Kaugummi. Immer öfter wandern unsere Gedanken deshalb zu den Sommerabenden, an denen es ewig hell bleibt und man sich beim Tischtennis auf dem Helmholtzplatz die Bälle entgegenschmettern kann. Doch selbst im Frühling, wenn es noch früher dunkel wird, kann man hier zocken: Flutlichter strahlen die Platten abends an. Und wenn es doch ein bisschen kalt wird, gibt es genug Spätis, bei denen man sich was zum Aufwärmen kaufen kann: Bier, oder noch besser: Korn. Dann wird’s richtig schön warm – und das Getränk ist auch das richtige zum Anstoßen mit der echten Helmholtzplatz-Klientel.

Helmholtzplatz, Prenzlauer Berg

Kanaan

Foto: Sully Salama

Auch nach dem Umzug ist das Konzept am neuen Ort gleich geblieben: vegan-vegetarische, israelisch-palästinensische Küche mit Gerichten wie marrokanisches Matbutcha, traditionell gekochte Tomaten mit Paprika, Knoblauch und Zwiebeln, frische Salate, klassisches Hummus, Falafel oder jemenitisches Mallawach, Blätterteig-Gebäck mit Dips und Beilagen. Neu ist, dass jetzt auch Alkohol ausgeschenkt wird.

Schliemannstraße 15, Prenzlauer Berg, Tel. 01590-134 80 77, Di–So 18–24 Uhr, www.kanaan-berlin.de


Kino Krokodil

Foto: flickr/Steffen Zahn

Das Krokodil im Prenzlauer Berg ist eines der jüngsten Kinos Berlins, seit Frühjahr 2004 in Betrieb und ebenso wie das kaum ältere Dokument-Kino hoch spezialisiert. Im Krokodil laufen ausschließlich UdSSR-Klassiker und aktuelle Filme aus russischer Produktion. Weil man als Publikum nicht nur die mehr als 100.000 Russen in der Stadt adressieren will, werden die Filme in allen möglichen Versionen gezeigt – untertitelt, in Synchron- oder in reinen Originalfassungen. Seine Heimstatt hat der Betreiberverein in den Räumen des 1912 eröffneten Kino Nord gefunden, dessen zuletzt leer stehender Vorführsaal  mit 70er-Jahre-Kinosesseln und (näher an der Leinwand platzierten) Drehfauteuils stilvoll eingerichtet wurde.

Greifenhagener Straße 32, Prenzlauer Berg, Tel. 44 04 92 98, 30 Minuten vor der ersten Vorstellung, www.kino-krokodil.de


Konnopke’s Imbiss

Foto: imago/Jürgen Ritter

Aus dem Bauchladen mit Wurstkessel von 1930 ist nach über 85 Jahren einer der bekanntesten Imbisse Berlins geworden. Unter der Hochbahn am U-Bahnhof Eberswalder Straße stehen die Menschen Schlange, während unablässig Nudelsalat, Pommes und jede Menge Wurst über die Theke wandern. Am beliebtesten ist natürlich immer noch die original Konnopke-Currywurst.

Schönhauser Allee 44b, unter der Hochbahn, Prenzlauer Berg, Tel. 442 77 65, Mo-Fr 10-20 Uhr, Sa 11.30-20 Uhr, www.konnopke-imbiss.de


Lamm Bar

Foto: Marie Springer

Das Design ist cool und modern industriell, ohne dabei ungemütlich zu wirken. Nackte Wände, bequeme Sitzmöbel und ein großzügiger, abgetrennter Raucherbereich wirken entspannt und zeitlos. Zugegen ist ein Publikum aus Stammgästen zwischen 20 und 60 Jahren. Das trinkt etwa „Hippie Gurke“, eine Kreation aus Gin, Hibiskus und geklärtem Gurkensaft oder einen „Dr. Jürgen Bach“, eine Kombination aus Tequila, Schokolade, Orangenlikör und Limette. Lämmchen. Wir wünschen uns: Määäh-r davon!

Wisbyer Straße 1, Prenzlauer Berg, Tel. 0163-221 27 03, Mo–Sa 18–4 Uhr, www.lammbar.de


Lichtblick Kino

Foto: flickr/Oh Berlin

Licht aus – Film ab! Das kleine Kino in der Kastanienallee gehört zu den Lieblingsadressen von Cineasten, die anspruchsvolle Dokumentarfilme, politische Streifen und Avantgarde-Filme zu schätzen wissen. Die Macher des Prenzl’berger Programmkinos haben aber auch ein großes Herz für kleine Zuschauer und zeigen regelmäßig Kinderfilme.

Kastanienallee 77, Prenzlauer Berg, Tel. 44 05 81 79, veranstaltungsabhängig, www.lichtblick-kino.org


Milchhof

Foto: flickr/André Henze

Milch liefern sie nicht, dafür aber zeitgenössische Kunst. Auf den rund 1.500 Quadratmetern der ehemaligen Schule haben etwa 40 internationale Künstler ihre Ateliers. Seitdem die Ateliergemeinschaft vom namensgebenden Milchhof in der Anklamer Straße, der unter anderem in „Herr Lehmann“ zu sehen war, übergesiedelt ist, müssen sich die Künstler neue Präsenz im Prenzlauer Berg verschaffen. Dies soll durch offene Ateliertage, die Teilnahme an der Langen Nacht der Museen und weitere Veranstaltungen gelingen.

Schwedter Straße 232, Mitte, Tel. 82 07 34 79, Pavillon 0-24 Uhr, www.milchhof-berlin.de


Modern Graphics

Foto: imago images/Steinach

Mit nunmehr über 25 Jahren Erfahrung ist das Comicfachgeschäft ein echtes Berliner Urgestein. Superhelden-Fans werden hier ebenso fündig wie Mangafreunde oder Liebhaber von ungewöhnlichen Ausgaben und kleineren Verlagen. Das Ladengeschäft in der Kastanienallee 79 in Prenzlauer Berg ist spezialisiert auf Graphic Novels und Kinderbücher. Wer selbst mal ein Held sein will, bedient sich am besten an der Auswahl von Superhero-T-Shirts, die in der Filiale im Europa-Center zu haben sind.

Kastanienallee 79, Prenzlauer Berg, Tel. 27 49 36 30, Mo-Sa 11-20 Uhr, www.modern-graphics.de


Mrs Robinson’s

Foto: Justyna Vityk

Die Karte dieses fantastischen kleinen Lokals garniert eine weltläufige Produktküche mit asiatischen Geschmackseindrücken und die lässig-lustvollen Happen des Street Food – mit Tellern, die durchaus selbstbewusst „Fine Dining“ sagen. Die Karte wechselt ständig. Da wird dann zum Beispiel ein Seewälder Spanferkel mit Aubergine, Miso, Erdnüssen und Flusskrebsen serviert, oder auch Austern mit Tempura, grünen Tomaten, fermentiertem Limequat und grünem Chili. Die Weinkarte ist überschaubar, aber gut kuratiert.

Pappelallee 29, Prenzlauer Berg, Tel. 54 62 28 39, Mi–Sa 18-22.30 Uhr, So 18.30–22 Uhr, www.mrsrobinsons.de


Onkel Ho

Foto: flickr/The waving cat

Seinen Namen verdankt das Restaurant dem vietnamesischen Revolutionär und Politiker Ho Chi Minh. Neben Bioprodukten werden viele frische vietnamesische Kräuter und traditionelle Gewürze für die Zubereitung der Speisen verwendet. Zu den beliebtesten Gerichten gehört das Hühnchen mit einer Curry-Kokos-Soße und die leckere Nudelsuppe mit Rindfleisch.

Gleimstraße 10a, Prenzlauer Berg, Tel. 44 35 63 79, Mo–Fr 12–24 Uhr, Sa+So 13–24 Uhr, onkel-ho.net


Otto

Foto: Robert Rieger

Vadim Otto Ursus, der in Berlin geborene, durch die Nordische Küche und die Welt gereiste und schließlich in einem Küchenlabor in der Uckermark angekommene Koch, ist in der Oderberger Straße sesshaft geworden. In einem sehr kleinen, sehr schönen Lokal, das durchaus ein „Null-Kilometer-Restaurant“ genannt werden darf. Denn Vadim Otto Ursus organisiert die meisten Produkte aus der nächsten Umgebung: Feldhasen und ein im Ganzen verarbeitetes Wildschwein. Saiblinge aus dem Fläming, Beutebrot aus Moabit, gezüchtete Austernpilze aus der Uckermark. Anderes, etwa die von japanischen Küchentechniken inspirierten, gegärten oder fermentierten Saucen, produziert er in besagter Datsche kurz hinter Chorin gleich selbst. Das Restaurant Otto ist dieser Tage wohl der wunderbarste kulinarische Ort Berlins, gestaltet von einem kleinen Team, dem man das tiefe Vertrauen anmerkt, mit dem es partnerschaftlich interagiert. Kleine, wie exzellente Auswahl an Naturweinen und, als Digestif, einen vom jungen Küchenchef selbst angesetzten Schnaps.

Oderberger Straße 56, Prenzlauer Berg, Mi-Sa ab 18 Uhr, bei Facebook: Otto Restaurant

Panda Platforma

Foto: Roman Ekimov

Die Panda Platforma ist ein Kulturzentrum, das die russische Kultur feiert, aber gleichzeitig der Putin-Bewunderung, die in Russland so verbreitet ist, abschwört. Hier können Gäste Theaterstücke auf Russisch sehen oder sich bei ausgesuchten Jazz-Konzerten zurücklehnen. Ähnlich dezidiert ist auch die Auswahl der Standup-Künstler*innen, die ins Panda geladen werden. Bühnen mit Open Mics gebe es genug in Berlin, finden die Veranstalter*innen: Hier treten nur Comedy-Profis auf.

PANDA nicht nur russisches Theater e.V., im kleinen Hof der Kulturbrauerei, Knaackstr. 97, Prenzlauer Berg, panda-kulturplattform.org


Puzzlegeschäft

Foto: imago images/Bernd Friedel

Tausende Puzzles mit noch viel mehr Teilen: Hier geht selbst den krassesten Puzzle-Fans der Nachschub nicht aus. Die Motive reichen von Klassikern wie dem Eiffelturm über Bilder mit Berliner Motiven bis zu Tieren in 3.000 Teilen.

Pappelallee 33, Prenzlauer Berg, Mo-Sa 11-19 Uhr, www.puzzlegeschaeft.berlin/


Schneiderei

Foto: Clemens Niedenthal

Die Schneiderei ist momentan einer dieser Läden, in dem die Köche an ihren freien Tagen essen.  Das ist schon mal ein profundes Kompliment. Dabei ist Liron Schneider selbst lange gar kein Koch gewesen. In Tel Aviv hatte er Film studiert, war Kameramann und überhaupt in den Medien tätig. Am Herd stand er dann etwa im legendären britischen The Fat Duck.
Die Küche in der Schneiderei weiß dementsprechend um das Herzhaft-Herzliche der britischen Gastro-Pub-Kultur: Lammfilet mit angeflammtem Wintergemüse oder ein fangfrischer Barsch an einer tiefenaromatischen Hühnersauce. Klare Kompositionen, kein Chi-Chi, ehrliche Teller. Und wer nun die gefüllten Milchbrötchen vermisst, mit denen Liron Schneider auf Street-Food-Märkten reüssierte: Eines findet sich noch immer unter den Vorspeisen. Und zum Brunch am Wochenende gibt es etwa Grilled-Cheese-Sandwiches mit geräucherter Hühnerbrust und frisch gemachtem Labneh, jenem salzigen israelisch-libanesischen Frischkäse.

Dunckerstraße 69, Prenzlauer Berg, Tel. 01575-813 65 07, Di–Sa ab 19 Uhr, Sa & So 11–17 Uhr, bei Facebook: Schneiderei Berlin


SowohlAlsAuch

Foto: Café Sowohlalsauch

Im Schatten der berühmten Kuchen und Torten serviert das SowohlAlsAuch den ganzen Tag über ein Frühstücksangebot, das sich nicht verstecken muss. Die Platte für zwei mit Shrimps, diversen Käse- und Wurstsorten gefüllte Crêpes und Salat lässt den Tag gut beginnen.

Kollwitzstraße 88, Prenzlauer Berg, Tel. 442 93 11, tgl. 8–22 Uhr, Küche bis 21.30 Uhr, www.tortenundkuchen.de


Tenzan Lab

Foto: Tenzan Lab

Kakigõri also, japanisches Wassereis, geschabt aus langsamst gefrorenen, glasklaren Eisblöcken, welche die Kakigõri-Meister im Tenzan Lab vor den Augen der Gäste mit türkisfarbenen Handkurbelmaschinen zu ultrafluffigen Schneeflocken rasieren. Einsteigern machen es Sorten wie Himbeer, Tiramisu oder Ananas leicht.

Wörther Straße 22, Prenzlauer Berg, Tel. 01522-678 43 14, Juni Mi–Mo 13-22 Uhr, Juli+Aug tgl. 13–22 Uhr, Herbst, Winter Mo, Mi–Fr 15–20 Uhr, Sa 13–21 Uhr, So 13–20 Uhr, www.tenzan-lab.com


Tomskys

Foto: Tomskys

Schließzeiten? Ach was! Als „Perle der Nacht“ bezeichnet Besitzer Martin Kaltenmaier seine feuerrote Bar. Je dunkler es draußen wird, desto heller leuchten die Augen der Gäste, die an Gläsern mit wahrlich gutem Wein aus Rheinhessen und Frankfurter Apfelwein nippen – eine Zufluchtsstätte für echte Vampire der Hauptstadt.

Winsstraße 61, Prenzlauer Berg, Tel. 441 59 22, tgl. ab 18 Uhr, Küche bis 23 Uhr


Wohnzimmer

Foto: imago images/Jürgen Hänel

Die Wohnzimmer-Bar in Prenzlauer Berg ist ein Klassiker der zusammengewürfelten Gemütlichkeit. Drinnen oder draußen in der Sonne wird vegetarisch gegessen – Salate, Suppen oder Sandwiches.

Lettestraße 6, Prenzlauer Berg, Tel. 445 54 58, tgl. 12-4 Uhr, www.wohnzimmer-bar.de


Umami

Foto: imago images/Schöning

Im Umami sorgen dunkle Wände, viel Holz und Laternen für eine Spelunkenatmosphäre. Den Küchenstil bezeichnet man hier als Indochine – die Gerichte bieten einen Querschnitt durch die südostasiatische Küche. Neben den obligatorischen Sommerrollen, Dumplings und Phos stehen Curry- und Wokgerichte auf der Karte.

Knaackstraße 16, Prenzlauer Berg, Tel. 28 86 06 26, tgl. 12–24 Uhr, umami-restaurant.de


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