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Badestellen in Berlin und im Umland

Sommer, Sonne, Baden. Ob abhängen, einfach nur zwischen Wasser, See und Sand pendeln oder sich sportlich betätigen, das ist unsere aktuelle Top Ten der besten Strandbäder und Badestellen für die heißen Tage.

1. Wannsee

Berlins Ostsee verheißt das Bad in der Menge

Wannsee
Der Wannsee Foto: Mina Sheykholeslami

„Ja, wir radeln wie der Wind, durch den Grunewald geschwind und dann sind wir bald am Wannsee!“ Kann ein Wannsee-Text ohne Conny Froboess auskommen? Das würden wir niemals wagen.

Sie wusste schließlich schon vor 63 Jahren, wo sie mit Badehose und kleiner Schwester im Gepäck am liebsten zum Planschen geht. Noch heute stehen scharenweise Schüler, Teenies, Familien und Pärchen in der Schlange zum Strandbad Wannsee an.

Kein Wunder, hier fühlt man sich immer so ein bisschen wie an der Ostsee. Auch nach 20 Metern Fußweg ins Wasser kann man noch im selbigen stehen, eine Wasserrutsche und ein Spielplatz sorgen für Spaß für die Kleinen und als Großer bräunt man sich in der Sonne oder kuschelt im Strandkorb. Wie viele andere hier: das Bad in der Menge.

Text: Mina Sheykholeslami

Strandbad Wannsee: Wannseebadweg 25, Zehlendorf, Mo–Fr 9–20 Uhr, Sa+So 8–21 Uhr, Eintritt: 5,50/3,50 Euro, Familienkarte (bis zwei Erw., fünf K. 11,50 Euro)


2. Jungfernheideteich

Einfach die Seele baumeln lassen am Strandbad Jungfernheide

Ein bisschen nobler als in so manch anderem Berliner Freibad geht es im Strandbad Jungfernheide zu. Hier räkelt sich gediegenes Publikum in den Sonnenliegen am wohl gepflegtesten Sandstrand Berlins oder auf dem satten Bilderbuchrasen.

Der Jungfernheideteich ist nicht das klarste Gewässer der Stadt, jedoch absolut badefähig. Umsäumt von dichten Baum­reihen schwimmt man hier geschützt vom turbulenten Großstadtlärm. Kinder planschen im zehn Meter breiten Nichtschwimmerbereich und sausen von der Wasserrutsche oder erlernen das Schwimmen im Ferienschwimmkurs.

Text: Mina Sheykholeslami

Strandbad Jungfernheide Jungfernheideweg 60, Charlottenburg, tgl. 10–19 Uhr,  Eintritt 5/3 Euro


3. Flussbad an der Dahme

An der Badestelle an der Gartenstraße sind die Kinder immer in Rufweite

Dahme
Das Flußbad an der Dahme
Fot:Dina Herrler

Die idyllische Badestelle an der ehemaligen Bootswerft am Ufer der Dahme ist ein echter Geheimtipp: unweit der Altstadt von Köpenick, versteckt auf dem Gelände des Ausbildungs- und Kommunikationszentrums Der Cöpenicker e. V. Besonders geeignet ist der Platz für Familien.

Während der Nachwuchs am und im Wasser tobt, können die Eltern in Rufweite auf der Terrasse des Restaurants Krokodil beim Kaffee die Sonne genießen. Da das Bad von Schilf und Wasserpflanzen eingerahmt wird, riecht es im Randbereich an manchen Stellen etwas moderig.

Dennoch ein toller Ort für heiße Tagen. Weil kein Rettungsschwimmer eingestellt werden konnte, ist das Baden vorerst auf eigene Gefahr. Der Eintrittspreis entfällt in dieser Saison.

Text: Dina Herrler

Flussbad Gartenstraße Gartenstraße 46-48, Köpenick, Mo–Sa 13–18 Uhr, So 11–18 Uhr, www.der-coepenicker.de


4. Müggelsee

In Friedrichshagen liegt der größte der Berliner Seen

Müggelsee
Der Müggelsee
Foto: Lea-Maria Brinkschulte

Nachdem das aus den 1920ern stammende, sanierungsbedürftige Strandbad Müggelsee momentan nur eingeschränkt nutzbar ist – dafür ist der natürliche Sandstrand aber kostenlos zugänglich –, wird das Seebad Friedrichshagen, auch bekannt aus der Kinoklamotte „Haialarm am Müggelsee“, zum Publikumsmag­neten.

In der Größe kommt das beschauliche Gelände nicht an seine Schwester heran, allerdings gibt es mit Liegewiese und Imbiss sowie Umkleidekabinen alles, was das Badeherz erfreut. Eingerahmt von zwei kurzen Stegen fällt das Ufer sehr seicht ab, sodass sich der Einstieg ins Wasser für Jung und Alt gleichermaßen komfortabel gestaltet.

Auf diesen flachen Einstieg beziehen sich auch die Bezeichnungen für die natürlichen Badestellen des Müggelsees auf der südlichen Seite: „Läufer“ und „Teppich“. So werden sie im Volksmund genannt.

Text: Lea-Maria Brinkschulte

Seebad Friedrichshagen Müggelseedamm 216, Köpenick, Mo–So 10–19 Uhr, bis So 31.8., danach wetterabhängig, Eintritt: 4 Euro/2,50 Euro, Familienkarte 9 Euro


5. Strandbad Grünau

Das älteste Familienbad der Stadt ist vor allem beim Nachwuchs beliebt

Grünau
Im Strandbad Grünau
Foto: Dina Herrler

Das älteste Familienbad Berlins liegt am Ufer des Langen Sees in Treptow-Köpenick: gepflegt, mit klarem Wasser, sauberem Sand und famosem Blick auf die Müggelberge. Das gutbürgerliche Ambiente der Anlage erinnert ein wenig an Kuraufenthalte mit den Großeltern.

Die Gäste sind zumeist Familien, weder laute Musik noch angetrunkene Gäste stören dabei ihr Badevergnügen. Nur eines betrübt dann doch ein wenig – trotz des hohen Eintrittspreises sind Strandkörbe, Sonnenschirme, Liegen und die Benutzung des Trampolins kostenpflichtig. Na schön.

Text: Dina Herrler

Strandbad Sportpromenade 9, Köpenick/Grünau, Mo–Fr 10–18 Uhr, So bis 19 Uhr (Ferien), Eintritt 8 Euro, Kinder (2–16) 5 Euro


6. Waldbad Templin

Am Templiner See kann man wunderbar die Natur genießen

Templin
Waldbad Templin
Foto: Ronald Ehlert

Der Weg zum Waldbad gestaltet sich als He­rausforderung: Die Straße Richtung Caputh ist nicht mehr in Schuss, da stöhnen die Stoßdämpfer gequält auf. Zum Glück befindet sich der idyllische Waldsee nur unweit des Potsdamer Zentrums, sodass auch empfindliche Mägen keiner langen Strapaze ausgesetzt sind. Der Eintritt ist familienfreundlich, damit ist auch die Zielgruppe klar definiert.

Diverse Generationen entspannen auf den Liegewiesen – entweder im Textil- oder im FKK-Bereich. Neben der Riesenrutsche und den Wassersportmöglichkeiten sind die Beachvolleyballplätze oder das Rasenschach Publikums­magnet.

Wer sich für einige Tage am See einquartieren möchte, kann Bungalows mieten, die für 44 Euro pro Nacht zwei Personen zur Verfügung stehen. Dann lohnen sich kleine Ausflüge zum nahe gelegenen Fußballplatz oder ins Brauhaus Templin, denn nach kurzer Zeit wird deutlich: Im Waldbad Templin geht es sehr zurückgelehnt zu.

Text: Ronald Ehlert

Waldbad Templin
Templiner Straße 110, 14473 Potsdam, bis So 31.8.: tgl. 9–20 Uhr; 1.–15.9.: Mo–Do 10–18 Uhr, Fr–So 10–19 Uhr
Eintritt: Tageskarte 3/2 Euro; Familien-Tageskarte bis 8 Personen (bis zwei Erwachsene) 6 Euro


7. Werbellinsee

Das UNESCO-Biosphärenreservat als weitläufige Märchenlandschaft

Werbellinsee
Am Werbellinsee
Foto: Iris Braun

Nicht mal eben um die Ecke, der Werbellinsee. Aber allein der Weg von der A11 über die hügeligen Landstraßen und Waldalleen der Schorfheide entschädigt für die längere Anreisedauer. Erst einmal im UNESCO-Bioreservat angekommen, liegt der Werbellinsee ­genauso eindrucksvoll in dieser Märchenlandschaft wie erhofft oder sogar erwartet  – und ist dazu noch richtig groß und sehr klar.

Wer die 65 Kilometer nicht am gleichen Tag zurückfahren möchte, sollte einfach ein Zelt mitnehmen,  Campingplätze wie Berolina-Camping bei Eichhorst und Am Spring bei Joachimsthal liegen schön zwischen Waldrand und Wasser mit jeweils eigenen Badestellen, die aber gerne auch Tagesgäste nutzen können.  Es gibt aber auch noch weitere fünf offizielle Badestellen, die entweder wie die Holzablage Michen auch über Gastronomie und WCs verfügen oder wie die Badestelle Am Jägerberg einfach nur pure Wiese bieten.

Text: Iris Braun

Berolina-Camping Eine von sieben Badestellen am See, mit Campingplatz; Am Süßen Winkel, 16244 Schorfheide, Ortsteil Eichhorst, www.schorfheide.de/Baden-im Werbellinsee.212.0.html


8. Scharmützelsee

Im Seebad Bad Saarow kann man fürstlich baden – und in der Nähe viel unternehmen

Scharmützelsee
Scharmützelsee
Foto: Roy Fabian

„Hier sitzte aba schön“, berlinert eine Stimme aus dem Off. Keine Ahnung, wem sie gehört, zu sehr sind wir hier im Seebad Bad Saarow mit Rumdösen beschäftigt. Top in Schuss sind die kleine Liegewiese und der schmale Strand. Ein paar Algenklumpen mussten wir auf dem Weg ins Wasser beiseiteräumen, das schon, aber nach ein paar Metern schmiegte sich seidig-kühles Nass an uns.

Jetzt toben im Wasser ein paar Kinder, andere bauen Burganlagen im Sand. Ein junges Pärchen paddelt dahinter auf Surfboards hi­naus auf das „Märkische Meer“, wie Theodor Fontane den Scharmützelsee einmal genannt hat. Wir erheben uns aus unserer wohligen Trägheit und schwimmen noch eine Runde. Nach einer Bratwurst vom Imbiss nebenan nehmen wir anschließend ein Käffchen auf der Terrasse des eleganten Seebad-Restaurants ein. Wir schauen auf das Wasser und denken: Ja, hier sitzt man wirklich schön.

Text: Roy Fabian

Seebad Bad Saarow Seestraße 36, Bad Saarow, Eintritt kostenlos, Liegewiese geöffnet ab 10 Uhr, www.scharmuetzelsee.de


9. Motzener See

Das Strandbad Kallinchen ist ein Familien-Erlebnis

Motzener See
Der Motzener See
Foto: Henrike Möller

Zum elften Mal in Folge darf sich der Motzener See mit der blauen Flagge zieren. Südöstlich von Berlin am Rande des Dahme-Seengebiets  gelegen, gehört er damit nach wie vor zu den saubersten Gewässern Europas. Das Wasser ist so klar, dass man auch, nachdem man den flachen Nichtschwimmerbereich des Strandbads Kallinchen durchquert hat, noch locker bis zum Grund guckt.

Auch die weitläufige Liegewiese ist gepflegt. Mit etwas Glück erwischt man eine der idyllischen, mit Schilf gesäumten Nischen direkt am Wasser. Was Schwimminsel, Steg und Wasserrutsche zum Badevergnügen beitragen, leisten Beachvolleyball, Tischtennis, Spielplatz und Großschach für die Trockenphase an Land. Wegen seines Erlebnispark-Charakters ist das Strandbad vor allem bei Familien beliebt.

Text: Henrike Möller

Strandbad Kallinchen Am Strandbad, 15806 Kallinchen, Erwachsene: 2 Euro, Kinder: ­1 Euro, Studenten: 1,50 Euro, Tages­familienkarte: 5 Euro, 9–19 Uhr


Mellensee
Am Mellensee
Foto: Henrike Möller

10. Mellensee

In Mellensee und Klausdorf kann man auch gut mit dem Tretboot ablegen

Erst nach 200 Metern im See ist er tief genug zum Schwimmen. Für Familien mit Kleinkindern ist der fünf Kilometer südwestlich von Zossen gelegene Mellensee ein sicheres Badeziel – mit zwei Strandbädern: Das geräumigere, freizeittechnisch attraktivere befindet sich am südlichen Seeufer im Ortsteil Klausdorf.

Es hat einen Waldspielplatz, eine 63 Meter lange Rutsche und eine Badeinsel. Die Liegewiese ist abschüssig, sodass man beim Sonnen einen schönen Ausblick auf den See hat. Das Strandbad Mellensee hingegen ist von Schilf und Bäumen umsäumt und viel ruhiger, idyllischer. Am 500-Meter-Fußweg gibt’s Infotafeln über die ausgeprägte Unterwasserfauna und -flora des Sees. Diese Fauna-Fülle ist auch der Grund für die Sichttiefe von nur einem halben Meter – bei ausgezeichneter Wasserqualität.

Text: Henrike Möller

Strandbad Klausdorf Zossener Straße 74, 15838 Am Mellensee/Klausdorf oder Strandbad Mellensee Winkelweg 9, 15838 Mellensee; für beide: Tageskarte ­Erwachsene 1,90 Euro, Kinder 1,50 Euro, Familien 5 Euro, tgl.10–20 Uhr

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