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Urlaub mit der S-Bahn: Zehn Ausflugsziele am Stadtrand

Wir zeigen euch die schönsten Orte am Rand von Berlin, die ihr mit dem Öffentlichen Nahverkehr erreichen könnt
Text: tipBerlin Redaktion
Veröffentlicht am: 15.04.2026
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Foto: Clemens Niedenthal.
Knuffige Wasserbüffel wie dieser grasen auf den Feldern in Rosenthal – ganz leicht mit der S-Bahn zu erreichen. © Clemens Niedenthal

Viele Orte am Berliner Stadtrand eignen sich hervorragend als Ziel für euren nächsten Ausflug und sind mit den öffentlichen Verkehrsmitteln leicht zu erreichen, keine Wanderstiefel oder Mountainbikes nötig – und ein Auto braucht ihr auch nicht. Auf unserer Liste stehen Vorstadtvillen und ein buddhistischer Tempel, Naturschutzgebiete, eine Art Bergpanorama und mehr.


Einem mäandernden Flüsschen folgen: Ausflug ins malerische Erpetal

Ab ins Grüne: Die Erpe ist ein Nebenarm der Spree. Foto: Imago/Christian Kielmann © Imago/Christian Kielmann

Flussabwärts an der Erpe, von Dahlwitz-Hoppegarten kommend Richtung Süden, wird das Flusstal immer malerischer. Das Flüsschen, ein 32 Kilometer kurzer Nebenarm der Spree, schlängelt sich durch einen Gutspark im backsteinernen Hoppegarten und durch das Naturschutzgebiet Neuenhagener Mühlenfließ, begleitet vom Europäischen Fernwanderweg E11. Kurz vor Freiluftkino und Kurpark von Friedrichshagen öffnet sich unter Weiden Grasland, auf dem Büffel die Halme kurzhalten. Der eigene Hunger lässt sich in den Lokalen am Müggelsee stillen. Claudia Wahjudi

Erpetal S5 Richtung Strausberg Nord nach Hoppegarten, ca. 12 km auf dem E11, S3 ab Berlin-Friedrichshagen nach Berlin-Zentrum


Villen, ein buddhistischer Tempel und die Invalidensiedlung in Frohnau

Das Buddhistische Haus in Frohnau ist der älteste Tempel seiner Art in Europa. Foto: IMAGO/Schöning © Foto: Imago/Schöning

In Frohnau ticken die Uhren etwas langsamer. Rund um den S-Bahnhof bilden der Ludolfinger- und der Zeltingerplatz das Herz der Gegend. Die Johanneskirche steht hier, ein Prunkbau des Expressionismus. In den benachbarten Geschäften und Cafés bekommt man guten Wein, feine Pralinen und Wurstwaren aus eigener Herstellung, nippt am Kaffee und gönnt sich Himbeertörtchen und Zitronentartes. Vielleicht ist Frohnau wegen dieser meditativen Stimmung auch Standort des ältesten buddhistischen Tempels in Europa, das Haus ist zugleich Attraktion und Gedenkstätte. Zwischen altem Baumbestand stehen Villen, oft im Jugendstil oder dem Geist der Architekturmoderne der 1920er-Jahre errichtet. Ein absolutes Frohnauer Highlight liegt etwas abgelegen: die Invalidensiedlung, in der ab 1938 Kriegsopfer medizinisch versorgt wurden. Es ist ein historisch wie architektonisch einzigartiger Ort in der Stadt – und einer dieser Orte, die Touris selten besuchen, es aber unbedingt tun sollten. Jacek Slaski

Frohnau S1 oder S85 bis Frohnau, je nach Schlenderkurs ca. 3–6 km


Rudow mit Aussicht: Dörferblick auf die Perle der Peripherie

Vom Dörferblick habt ihr einen prächtigen Ausblick auf die umliegenden Felder. Foto: Imago/Jochen Eckel

Der provinzielle Rand des Bezirks Neukölln kommt oberhalb der Endhaltestelle der U7 zur Geltung. Willkommen in Rudow, ganz im Süden des Bezirks. Die Erkundung gesellschaftlicher Normalität, gewachsen auf dem Humus der langen Siedlungsgeschichte, bietet einen ganz eigenen Wow-Effekt. Andererseits kann man eben rund um den Last Exit der U7 die Alte Dorfschule betrachten, ein Backsteinbau im neugotischen Gewand. Oder die Dorfkirche, deren Gemäuer auf Überresten eines ursprünglichen Sakralgebäudes aus dem 14. Jahrhundert fußen. Vor allem lohnt ein Fußmarsch zum Hausberg „Dörferblick“, der rund 2,5 Kilometer südwestlich von der Endhaltestelle emporragt. Die Aussicht auf die Felder des Landkreises Teltow-Fläming ist prächtig. Philipp Wurm

Rudow Start: U-Bahnhof Rudow, Endhaltestelle der U7, Ziel: Dörferblick, Waßmannsdorfer Chaussee, Gesamtstrecke ca. 3 km


Über Berg und Wuhletal: In Ahrensfelde gehen wir in den „Ost-Alpen“ steil

Das ist doch die Höhe: Ausblick von den Ahrensfelder Bergen an der Stadtgrenze. Foto: Erik Heier

An der M8 steht: „Ahrensfelde/Stadtgrenze“. Erst Plattenbauten, dann grünt das Wuhletal. Erste Wegmarke: der Kletterturm Wuhletalwächter aus alten Balkonbrüstungen, 17,5 Meter hoch. Dann ein Gehege für schottische Hochlandrinder. Die sind aber scheu wie Rehe. Uns rufen die Ahrensfelder Berge. Wir gehen steil. 114,5 Meter hoch: die „Ost-Alpen“, geformt berlintypisch aus Bauschutt und Müll. Sie lassen weit blicken, bis zum Fernsehturm. Finale unseres Weges ist der Fasanenpfuhl. Als wir dann Reklame für „Lothar’s Wurst-Fabrikverkauf“ und den „Friseur Glamour“ erblicken, wissen wir: Die Stadt hat uns wieder. Erik Heier

Wuhletal Eichepark, Marzahn, mit Tram M8 bis Barnimplatz, ca. 2 km


So weit die Flüsse tragen: Spandau und sein Horn

Am Spandauer Horn fließt die Spree in die Havel. Foto: Imago/Depositphotos

Vom Rathaus Spandau ist es ein Katzensprung zur Stelle, an der die Spree in die Havel fließt. Die Landzunge in der Mündung, das Spandauer Horn, ist soeben abgerundet worden, um großen Schiffen die Durchfahrt zu ermöglichen. Nebenan führt eine Brücke zur Renaissancefestung Zitadelle Spandau, die vor allem als Bühne, Museum und Kunsthaus bekannt ist. Aber Höfe, Gärten, Bastionen und der Kanonenturm sind mit ihren Stiegen und Gängen auch allein ausflugstauglich: so verwinkelt geziegelt und gepflastert, als stünde das Bauwerk in Italien. Claudia Wahjudi

Zitadelle Spandau Am Juliusturm 64, 4,50/2,50 €, bis 6 J. frei, Fr–Mi 10–17, Do 13–20 Uhr, Start: U7 Rathaus Spandau, ca 1,5 km


Mit der Tram M1 bis Rosenthal: Wasserbüffel, Weltacker und ein Wohnturm von 1230

Knuffige Wasserbüffel wie dieser grasen auf den Feldern in Rosenthal. Foto: Clemens Niedenthal © Clemens Niedenthal

Welch Glück es doch sein kann, sich um ein paar Jahrhunderte zu vertun: Am Dorfanger von Rosenthal suchte man 1998 eigentlich die Reste eines 1707 erbauten Lustschlosses von Friedrich III. Und fand stattdessen das Fundament eines viergeschossigen Wohnturms aus dem 13. Jahrhundert. Das Bollenpiepe, berlinerisch für Frühlingszwiebel, ist wohl das einzige Lokal in einer Kleingartenkolonie, in dem man unbedingt reservieren sollte. Besuchen sollte man es noch unbedingter. Auf den ehemaligen Rieselfeldern weiden Wildpferde und Wasserbüffel, in der Orangerie des 1909 eröffneten Botanischen Volkspark Blankenfelde gibt es ein hübsches Café mit einem exzellenten Espresso Tonic. Gleich daneben liegen die kreisrunden Selbstversorgergärten des Projekts Weltacker. Dieser Ausflug zeigt Berlin von seinen grünsten Seiten. Clemens Niedenthal

Pankow-Rosenthal Tram M1 bis zur Endhaltestelle Rosenthal-Nord, Länge der Rundtour 7–10 km


Zeuthen: Mit der S-Bahn bis nach China und wieder zurück

Am Ufer des Zeuthener Sees findet ihr den chinesischen Garten. Foto: Imago/F. Anthea Schaap

Zeuthen? Aber zackig! Mit der S8 bis zur Endstation Zeuthen. Vom Bahnhof läuft man die Seestraße entlang, diese führt an der Anlegestelle Reederei Fußwinkel vorbei. Hier kann man kleine Boote schippern sehen. Rund 500 Meter weiter, empfängt einen der chinesische Garten, liebevoll gestaltet, direkt am Ufer des Zeuthener Sees. Er vereint die sieben klassische Elemente chinesischer Gartenkunst: Erde, Himmel, Wasser, Steine, Pflanzen, Wege und Architektur, kombiniert mit zeitgenössischem Design. Dazu kommt, dass auf der Seestraße diverse Essensmöglichkeiten zu finden sind. Laura-Jane Walzel

Zeuthen Start: Ostkreuz mit S8 Richtung Wildau bis Zeuthen; Chinesischer Garten: Seestr. 79a, 15738 Zeuthen, Strecke ca. 1,6 km


Refugium mit Biber: Heiligensee und die Schwimmhafenwiesen entdecken

In Heiligensee findet ihr das Landschaftsschutzgebiet Schwimmhafenwiesen. Foto: Jan Ahrenberg

Heiligensee, ein malerischer Ortsteil im Berliner Norden, liegt eingebettet zwischen alten Kiefernwäldern und der Havel. Hier beginnt das Landschaftsschutzgebiet Schwimmhafenwiesen – ein Refugium aus Sandtrockenrasen, Feuchtwiesen, Schwingrasen und Flachmooren. Elbebiber sind hier heimisch, und seltene Vogelarten finden Nistplätze. Entlang stiller Pfade lassen sich verwunschene Ufer entdecken. Mit der S25 bis Heiligensee fahren und ein Stück Richtung Brandenburg laufen. Wer will, kann auch den Nieder Neuendorfer See und natürlich den Heiligensee erkunden. Jacek Slaski

Landschaftsschutzgebiet Schwimmhafenwiesen S 25 bis Heiligensee, Wanderstreckenlänge variabel


Eine Runde um Berlins größten Dorfteich: In Lichtenrade werden Märchen wahr

Am Lichtenrader Giebelpfuhl wird gerne geheiratet. Foto: Imago/eventfoto54

Wer im alten West-Berlin einen Ausflug in den Süden machen wollte, fuhr runter ins eingemauerte Lichtenrade. Die Soldaten patrouillierten an der Grenze zur DDR, doch etwas Landluft wehte rüber. Bis heute fühlt sich ein Spaziergang durch das ehemalige Angerdorf an wie eine Stadtflucht. Am Wasser, zwischen Bauernhäusern aus dem 19. Jahrhundert, begibt man sich auf ein Abenteuer. An der alten Schmiede aus dem Jahr 1866 vermeint man mit etwas Fantasie noch immer das Zischen des heißen Stahls zu hören. Auch die alte Feuerwache erinnert mit ihren Klinkersockeln und dem Fachwerk an vergangene Zeiten. Und dann wäre da natürlich noch die Dorfkirche Lichtenrade, die auf das 14. Jahrhundert zurückgeht. Das kleine Gotteshaus liegt direkt am idyllischen Giebelpfuhl. Es ist kein Wunder, dass in diesem kleinen Naturschatz besonders gerne geheiratet wird. Eine Märchenhochzeit auf dem Land quasi. Lennart Koch

Dorfteich Lichtenrade S2 nach S Lichtenrade, ca. 15 Minuten zu Fuß über Bahnhofstraße und Goltzstraße


Mit dem X34er nach Kladow zum visionärsten Landhausgarten Berlins

Der Landhausgarten bietet einen einzigartigen Ausblick auf den Wannsee und die Pfaueninsel. Foto: Imago/Imagebroker/Oliver Gerhard

Wer die rund 20 Kilometer lange Busfahrt mit dem X34er von Charlottenburg nach Kladow bis zum Ende aushält, landet im vielleicht schönsten Landhausgarten der Stadt. Zurückhaltend fügen sich Natursteintreppen, Teichanlagen, Terrassen, Gemüse-, Schmuck- und Rosengärten in die exponierte Lage auf der Krone des Steilhanges am Havelufer ein. Von oben blickt man auf den Wannsee und die Pfaueninsel. Die Gebäude der ehemaligen Sommerresidenz des jüdischen Bankiers Max Fraenkel, der 1933 zwangsemigrierte, versprühen den Charme der Goldenen 1920er. Das Besucherzentrum im ehemaligen Pferdestall und der Garage erzählt die bewegte Geschichte des lange vergessenen Ortes mit historischen Fotos und Plänen des Gartendirektors Erwin Barth. Im Café stärkt man sich mit Kuchen und herzhaften Speisen für die Uferwanderung nach Sacrow – oder die lange Fahrt zurück. Noch mehr gute Gründe für einen Ausflug nach Spandau findet ihr hier. Lennart Koch

Landhausgarten Dr. Max Fraenkel X34 nach Kladow, Hottengrund, Lüdickeweg 1, Kladow, Mo–Do 8–14 Uhr, Fr 8–18 Uhr, Sa+So 10–18 Uhr; Café & Besucherzentrum Fr–So 10–18 Uhr


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