Erinnerung

Veranstaltungen zum 75. Jahrestag der Befreiung von Auschwitz

Vor 75 Jahren fand das willkürliche Morden im Konzentrationslager Auschwitz ein Ende. Die Rote Armee befreite die Überlebenden. Der 27. Januar wurde zum „Tag des Gedenkens an die Opfer des Nationalsozialismus“. Mit diesen Veranstaltungen und Ausstellungen erinnert Berlin an die Auschwitz-Befreiung.

Das ehemalige Konzentrationslager Auschwitz im heutigen Polen. Foto: imago images / Stefan Zeitz

1. Thementag Entsicherte Gesellschaft?

Am 26.1. richtet das Berliner Ensemble einen Thementag anlässlich des 75. Jahrestags der Auschwitz-Befreiung aus. Unter dem Motto „Entsicherte Gesellschaft?“ diskutieren zwischen 13 und 18.30 Uhr u.a. der Publizist Michel Friedman, die Philosophin Rahel Jaeggi, die Autorin Olga Grjasnowa und der Politikwissenschaftler Herfried Münkler. Den Abend beschließt eine szenische Lesung von Ulrich A. Boschwitzs „Der Reisende“, in der von der Flucht des jüdischen Kaufmanns Otto Silbermann erzählt wird.

Berliner Ensemble, 26.1.2020, ab 13 Uhr


Lanzmann Opus magnus „Shoah“ läuft in der Akademie der Künste. Foto: Arsenal Distribution

2. Claude Lanzmann: Shoah

Am 27.1. zeigt die Akademie der Künste (Hanseatenweg) Claude Lanzmanns unerbittlichen Dokumentarfilm Shoah. Ein monumentales Werk von neun Stunden Länge, in dem die ganze Dimension des Holocaust spürbar wird – und den man zumindest einmal im Leben sehen sollte.

Akademie der Künste, Hanseatenweg, Tiergarten, 27.1.2020, 10 Uhr


3. Deportiert nach Auschwitz

In der Ausstellung „Deportiert nach Auschwitz“ zeichnet das Deutsche Historische Museum die Verfolgung, Deportation und Ermordung ungarischer Juden und Jüdinnen entlang eines individuellen Schicksals nach: Sheindi Ehrenwald wurde im Alter von 14 Jahren ins Vernichtungslager deportiert. Den Holocaust hat sie überlebt. Ihr Tagebuch, das sie auf Karteikarten schrieb, konnte sie retten.

Deutsches Historisches Museum, Unter den Linden 2, Mitte, tägl. 10–18 Uhr


4. Benefizkonzert für die Auschwitz-Birkenau Foundation

Unter Leitung von Maestro Daniel Barenboim laden die Staatskapelle Berlin und der Staatsopernchor zu einem Benefizkonzert für die Auschwitz-Birkenau Foundation ein. Auf dem Programm steht Beethovens „Eroica“ sowie Schönbergs Melodram „Ein Überlebender aus Warschau“. Sprecher: Thomas Quasthoff.

Staatsoper Unter den Linden, Unter den Linden 7, Mitte, Mo. 27.1.2020, 19 Uhr


5. Fotografien aus Auschwitz-Birkenau – neue Erkenntnisse zum „Lili Jacob-Albums“

Die Shoah-Überlebende Lili Jacob entdeckte am Ende ihrer Haft ein Fotoalbum, das vermutlich von SS-Angehörigen zusammengestellt wurde. Die Bilder zeigen das Schicksal ungarischer Juden, die nach Auschwitz deportiert wurden – von der Selektion an der Rampe bis kurz vor der Vernichtung. Vortrag, Buchvorstellung und Diskussion mit Tal Bruttmann, Dr. Stefan Hördler und Christoph Kreutzmüller.

Urania, An der Urania 17, Schöneberg, 27.1.2020, 19.30 Uhr


300 Namen ermordeter Juden werden an die Fassade des Stadthauses projiziert. Foto: Museum Lichtenberg

6. Gedenktag für die Opfer des Nationalsozialismus – Erinnern für die Zukunft   

Auch im Museum Lichtenberg wird der Opfer der Shoah gedacht. An die Giebelwand des Stadthauses werden die Namen von mehr als 300 vertriebenen und ermordeten Juden des Bezirks projiziert. Um 18.30 Uhr startet das Programm „Und alles wird gut?“ mit Texten von Ilse Weber, die 1944 in Auschwitz ermordet wurde.

Museum Lichtenberg im Stadthaus, Türrschmidtstraße 24, Lichtenberg, Mo. 27.1.1.2020, 18 Uhr

7. Roma und Sinti Philharmoniker

Die Roma und Sinti Philharmoniker und das Synagogal Ensemble Berlin laden gemeinsam zu einem Konzert ein. Dabei erklingt Roger Moreno-Rathgebs „Requiem für Auschwitz“.

Berliner Dom, Am Lustgarten, Mitte, So. 26.1.2020, 18 Uhr


8. Das zweite Jüdisch-Literarisches Rondeel

„Der Apfelbaum“ heißt der autobiografische Roman von Christian Berkel, in dem der große Schauspieler die Geschichte seiner Familie gleichsam ergründet und nachzeichnet. Berkel stellt das im vergangenen Jahr erschienene Buch im Rahmen der Reihe „Jüdisch-Literarisches Rondeel“ im Centrum Judaicum in der Neuen Synagoge vor. Moderation: Thomas Sparr.

Centrum Judaicum, Oranienburger Str. 28-30, Mitte, Mi. 26.2.2020, 18.30 Uhr