Folk-Pop

Tall Heights

Simon & Garfunkel und Fleet Foxes in einem: die Bostoner Tall Heights

Foto: Promo

Wer in der Bostoner Gegend Gitarre lernen will, Klavier oder singen, kann mit etwas Glück Paul Wright als Lehrer buchen. Nicht wenige Menschen aus der Uni-Stadt kennen den Songwriter vom Flanieren in der schmucken City; eine Zeitlang traf man ihn dort regelmäßig mit Kompagnon Tim Harrington an: vor der alten Markthalle, mit Cello, Gitarre und zwei wunderbar verbandelten Stimmen. Auf der Setlist standen selbstgeschriebene Songs, die an Klassiker wie Simon & Garfunkel erinnerten: Fundament für die erste, selbstfinanzierte Platte des Duos, das sich Tall Heights nennt.

Inzwischen leben die Jugendfreunde im selben Haus im Umland und schreiben jeder am eigenen Schreibtisch Songs. „The BAM“, nennen die beiden spaßeshalber den gemeinsamen Raum im ersten Stock, kurz für „business and music“. Auch das aktuelle zweite Album „Neptune“ entstand in den Grundzügen im Home Office. Darauf versammelt das Duo gefühlspralle Melodien, ähnlich hymnisch wie manches Stück der Fleet Foxes. Im Vergleich zu ihren akustischen Anfängen haben Wright und Harrington einen Schritt in Richtung Pop gemacht, etwa im Dreampopper „Infrared“ mit seinem 80er-Drumbeat und dem leichten Synthpop-Glanz. Dabei braucht es nicht mal Studiozauber für Selbstläufer wie „Horse To Water“, einen Song, der auch Kollegen wie Iron & Wine oder Band Of Horses sehr gefallen dürfte. Auf ihrer Europatour werden Tall Heights zudem wohl schon wieder neue Songs vorstellen.

Privatclub, Skalitzer Str. 85–86, Kreuzberg, Do 2.8., 20 Uhr, VVK 15 €