Kunst und Museen in Berlin

„Visions of Modernity“ im Deutsche Guggenheim

Impressionismus und Klassische Modern Unter den Linden.

Franz Marc

Nach 15 Jahren endet die Zusammenarbeit von Deutscher Bank und Guggenheim Foundation. Wie in der ersten gemeinsamen Ausstellung 1997, damals unter dem Label „Visionen von Paris“, werden Schätze der klassischen Moderne aus der Guggenheim-Sammlung gezeigt. Diesmal reicht das Spektrum von den Impressionisten über Vertreter der Йcole de Paris und des Kubismus bis hin zu Mirу und Wassily Kandinsky, zwei Pionieren der abstrakten Malerei. Die Ausstellung ist als Präsentation der Sammlungs- und Entstehungsgeschichte der Guggenheim Collection zu verstehen und zollt neben dem Gründer Solomon R. Guggenheim auch wichtigen Zustiftern wie Hilla von Rebay, Kunsthändler Thannhauser und Peggy Guggenheim Respekt.
Auf dem für museale Verhältnisse verschwindend kleinen Raum gelingt eine Tour de Force durch die frühen Avantgardebewegungen. Geradezu lehrbuchhaft kann die Befreiung der Malerei nachvollzogen werden. Schon in Cйzannes Stillleben „Teller mit Pfirsichen (Assiette de pкches)“ von 1879 deutet sich durch die Reduzierung eine neue Form an, in Georges Seurats „Sitzende Frau“ (1883) löst sich die Wiese im Hintergrund in ein abstraktes grüngelbes Farbenspiel auf. Aus heutiger Sicht ist es schwer vorstellbar, dass die meisten der gezeigten Arbeiten zur Zeit ihres Ankaufs oft umstritten waren und keinesfalls den kunsthistorischen Kontext besaßen, den wir ihnen heute zumessen. Schön ist es, wenn man alte Bekannte wiedersieht, wie Franz Marcs „Stallungen“ (1913), oder Modiglianis „Akt (Nu)“ von 1917 Auge in Auge gegenübersteht.

Text: Philipp Koch

Foto: McKay

tip-Bewertung: Sehenswert

Visions of modernity, Deutsche Guggenheim, Unter den Linden 13/15, Mitte, tgl. 10–20 Uhr (24.+25.12. geschlossen, 31.12. 10-16 Uhr, 1.1. 14-18 Uhr) bis 17.2.2013

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