(W)einkehr in Friedrichshain

(W)einkehr in Friedrichhain

Berlin wird angeblich erwachsen. Vielleicht ja sogar Friedrichshain. Aber ist der Simon-Dach-Kiez (der mit den Pub-Crawls und dem RAW-Gelände) tatsächlich schon reif für eine Weinbar? Doch dieser (W)einkehr ist es ernst mit der Liebe zu den Reben und der Liebe zum Gast. Hat man ja schon daheim im Rheingau gelernt – nicht die schlechteste Kinderstube für spätere Weinbarbetreiber. Es passt auch alles ganz gut. Das nicht zu ambitionierte Design mit den dunklen Kaffeehaustischen, die nicht zu überambitionierten Weine, unter denen sich dennoch kleine Entdeckungen machen lassen. Familiengüter aus der zweiten und dritten Reihe, was durchaus ein Kompliment sein kann. Graf Müller, Schumann Nägler, Georg Breuer, oft teilen sich die Reben die selben Lagen mit den großen Rheingauhäusern. Flaschenweise 18 bis 75 Euro, 0,1 l ab drei Euro – wobei letzteres für einen ehrlichen Gutswein aus der Literflasche – im Gegensatz zu den übrigen Preisen – ärgerlich teuer ist.
Noch ärgerlicher: Käsewürfel mit Paprikapulver! Klar muss nicht jede Weinbar eine exzellente oder wenigstens expressive Küche haben, aber so ein Snack möge doch bitte in den Partykellern der Erinnerung versauern. An dieser Stelle muss nachgearbeitet werden. Bis dahin bitte zum wenigstens authentisch südhessischen Spundekäs (4,50 Euro) greifen.    

Text: Clemens Niedenthal

Foto: (w)einkehr

(W)einkehr Simplonstr. 23, Friedrichshain, Di-Do 17?–?2 Uhr, Fr?–?So 18?–?2 Uhr, www.w-einkehr.de

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