Pizzeria

W Pizza in Neukölln

Unter der Haube: Das W Pizza zeigt einmal mehr, warum der Kuppelofen das heiße Ding der Stunde ist

Clemens Niedenthal

Ich möchte diese Rezension mit zwei Behauptungen beginnen. Die erste lautet: „Das schmeckt Pizza“. Damit wirbt gerade ein Discounter für seine Convenienceprodukte, die natürlich alles andere als Pizza schmecken. Die zweite stammt von meinem Freund Philipp, der mich an diesem Sonntagabend eher zufällig begleitet hatte: „Das wirklich gute an den neuen Pizzaläden in Berlin ist ja, dass man Pizza nicht mehr nur als Fast-Food wahrnimmt. Hauptsache heiß, fettig, satt.“ Da steckt schon eine gewisse Ironie drin: Ausgerechnet dieser beschleunigte neopolitanische Kuppelofen, in dem eine Pizza (ab 8 Euro) bei rund 485 Grad gerade mal 60 Sekunden gebacken wird, hat diesem universellen Leibgericht wieder kulinarische Aufmerksamkeit beschert.

Darius Suski und Łukasz Sołowiej kennen sich aus mit diesen handgemauerten Öfen. Beide haben das Zola am Paul-Lincke-Ufer geschmissen, damals die zweite Kuppelofenpizzeria in Berlin. Am Weichselpark im wuseligen Dreiländereck zwischen Kreuzberg, Treptow und Neukölln machen sie jetzt ihr eigenes Ding. Und das ist aus dem Stand ein lebhafter, ortstypisch roh designter und sehr empfehlenswerter Laden geworden. Vor allem, weil die beiden ihr Kerngeschäft beherrschen. Der Teig: fluffig, aber auch raucharomatisch kross und im Nachgeschmack beinahe süß (die Variante mit Hanfmehl haben wir nicht probiert). Die übrigen Zutaten: gute, authentische Produkte (eine traumhafte Büffelmilch-Stracciatella etwa), die durchaus mal überraschend, aber nie übers Knie gebrochen extravagant kombiniert werden. Neopolitanische Pizza ist eben ein Traditionsgeschäft. Auch wenn die sauteure Siebträgermaschine für den sauguten Espresso danach aus den Niederlanden kommt.

W Pizza Fuldastraße 31, Neukölln, Di–Fr 18–22 Uhr, Sa 13–22 Uhr, So 13–21 Uhr, www.wpizza.de

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