Berlinale 2018 - Wettbewerb

Wahlverwandtschaften

Der amerikanische Regisseur Wes Anderson präsentiert seinen Animationsfilm Isle of Dogs zur Eröffnung des Berlinale-Wettbewerbs. Ein Porträt des eigenwilligen FilmemachersIch weiß, wie es sich anfühlt, anders zu sein. Wir alle sind anders. Und darin liegt doch etwas Fantastisches, nicht wahr?“ Die Worte, die Mrs Fox in dem auf einem Buch von Roald Dahl beruhenden Animationsfilm „Der ­fantastische Mr. Fox“ (2009) an ihren Sohn Ash richtet, könnte man als Motto über ­jeden Film des amerikanischen Regisseurs Wes Anderson schreiben.

Seine Geschichten erzählen von Leuten, die sich nichts sehn­licher wünschen als dazuzugehören, aber erst einmal damit ins Reine kommen ­müssen, dass sie immer leicht neben der Spur liegen. ­Zumal sie bei ihren ­Bemühungen stets auf Egozentriker treffen, die ihren ­Eigensinn in nahezu autistischer Weise hüten. Nur allzu gern wäre Ash so obersmart und verwegen wie sein egomanischer Vater, doch der hält ihn für eine Niete und ignoriert ihn nach Kräften.

Jeder nach seinen Fähigkeiten

Das Anderssein zieht sich in den Filmen durch alle inszenatorischen Ebenen: Die liebevollen, oft von persönlichen Erinnerungen an die 70er-Jahre inspirierten Sets wirken wie ­größenwahnsinnige Laubsägearbeiten, die Dialoge sind betont künstlich. Die Stop-­Motion-Puppenanimation von „Der fantastische Mr. Fox“ sieht sprunghaft aus – nicht, weil man es nicht besser hinbekommen ­hätte, sondern weil der Regisseur diese weitere ­Realitätsbrechung so wollte.

Die Annäherung der Figuren ist in einem Anderson…

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