Mein Gesetz

Warum ich Roller in Berlin verbieten würde

Wenn ich ein Gesetz erlassen könnte, dann würde ich Roller in Berlin verbieten. Ich rede ausnahmsweise mal nicht von den nervigen Ausleih-Tretrollern, mit denen sich Touristen besoffen vom Club zum Hostel bewegen, sondern meine diese zweirädrigen Halbmotorräder. Motorroller, Sie wissen schon.

Ein Motorroller des Herstellers VESPA, ein Mann fährt mit kurzen Hosen darauf
Der Motorroller nervt. Foto: imago images / Stefan Zeitz

Das Verbot würde für alle gelten, außer für Süditaliener und Mods. Mods sind Anhänger einer englischen Subkultur, die sich der Arbeiterklasse zugehörig fühlt, aber auf schicke Klamotten und gute Musik steht. Und auf Roller. Schauen Sie sich mal den Film „Quadrophenia“ an oder hören ein Album von The Who, die Sache wird dann klar. Und Süditaliener sind Süditaliener.

Man muss wissen, dass sowohl den Süditalienern wie auch den Mods das Rollerfahren in die DNA geschrieben ist. Es ist deren natürliches Recht, mit einem zu lauten und latent zu langsamen motorisierten Zweiradfortbewegungsmittel herumzugurken. Das ist Folklore und diese ist per se schützenswert. Es ist unsere Pflicht, sie in unserer globalisierten Welt zu bewahren. Alle anderen, und ich meine damit wirklich alle, dürften das nicht. Wenn die Welt eine bessere wäre.

Rollerfahrer sind nämlich die Pest im Straßenverkehr und kein Mensch braucht sie. CO2-Ausstoß hin oder her. Wobei natürlich die nicht-elektrischen Roller viel schlimmer sind, schon allein wegen des Lärmpegels. Ein Rollerfahrer versteht sich ja in seiner seltsamen Verkehrsschizophrenie als gleichzeitig dem Fahrradfahrer ebenbürtig, Momente später spielt er aber in der SUV-Liga mit. Er nimmt den gesamten Straßenraum in Beschlag, entweder fährt er viel zu langsam und hält alles auf oder er heizt aus unerfindlichen Gründen links an einem vorüber, wobei er sich zwischen Mittelstreifen und linker Spur einfach mal dazwischen zwängt. Er schlängelt sich auf dem Fahrradweg zwischen den Radfahrern, quert den Busstreifen und schiebt sich an der Ampel bei Rot dann gerne vor den ersten Wagen, um schön als erster wegzukommen.

Roller in Berlin sind auch eine ästhetische wie auch klangliche Zumutung

Er ist mehr als ein Störenfried, in dem ohnehin schon überlasteten Berliner Verkehrsalltag. Roller in Berlin sind eine ästhetische wie auch klangliche Zumutung. Mit dem wünschenswerten Verbot, das man irgendwie in das neue Verkehrskonzept der Zukunft reinzwängen müsste, aber das überlasse ich geflissentlich den Verkehrspolitikern, würde sich das Problem zumindest in Europa lösen lassen. In Vietnam oder Nigeria können die Leute ja gerne mit ihrem Roller unterwegs sein, das ist mir ehrlich gesagt egal. So würde sich hier auf dem alten Kontinent das Phänomen also auf die Region zwischen Neapel und Palermo beschränken, sowie auf gewisse Landstriche im Norden Englands.

Man müsste nur mal überlegen, wie man mit nach Berlin zugezogenen Mods und Süditalienern umgehen würde.

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