Musik & Party in Berlin

We Are Scientists

Nicht im Ernst: Ein kleiner Karriereknick verdirbt der Band nicht die Lust am meoldieprallen Dancerock.

We Are ScientistsWer hinter „Barbara“ steckt, der Namenspatronin ihres neuen Albums, haben We Are Scientists nie verraten. Auch nicht, was es mit dem Spießchen auf sich hat, das die Hülle ziert: eines von der Sorte, mit denen auf Stehpartys in den Siebzigern Käsewürfel und Trauben gereicht wurden. Als Dreingabe zur CD liefern die Disco-Rocker aus Brooklyn zudem einen Leitfaden fürs erfolgreiche Rendez-Vous; mit Unterkapiteln а la „How to dress, when you’re looking to get undressed“.

Ihren Humor haben We Are Scientists nicht verlernt. Den entdeckten Sänger Keith Murray und Bassmann Chris Cain wechselseitig, als sie sich vor zehn Jahren kennenlernten: beim gemeinsamen Soap-Glotzen zu Studentenzeiten in Berkeley. Seither hat das Duo den raschen Aufstieg in Hitsphären erlebt mit infektiösen Tracks wie „Nobody Move, Nobody Get Hurt“.

Auch den folgenden Abstieg in die zweite Liga des Post-Punk-Revivals steckten die Studienfreunde recht locker weg. Die Energien, die dem arg diffusen zweiten Album „Brain Thrust Mastery“ fehlten, steckte das Duo kurzerhand in Comedy-Filmchen, die 2009 auf MTV gesendet wurden. Gesunde Spielerlaune charakterisiert nun auch „Barbara“. Die Platte ist kurz und schnell, angefüllt mit melodiestarken Popminiaturen und den vertrauten kantigen New Wave-Gitarren.

So ist die Band, die mittlerweile Razorblade-Mann Andy Borrows am Schlagzeug sitzen hat, zu ihrem Kerngeschäft zurückgekehrt. Ein paar prägnante Tanzflächen-Knaller gehen den beiden nun mal besser von der Hand als ein fein auskomponiertes Album. Ein bisschen verhält es sich da wie mit der Nebenkarriere als Comedy-Macher. Da ziehen Murray und Cain Sketche vor – statt ausgeklügelter Situationskomik.