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„WENDECIRCUS“ im Humboldt Forum: Wendezeit-Revue aus Zirkus und Theater

Wo sich heute das Humboldt Forum befindet, stand einst der Palast der Republik. Trotz seines Abrisses ist er im Bewusstsein vielfach präsent. Der Palast der Republik war nicht nur Sitz der Volkskammer und Ort der Repräsentation der DDR, sondern auch Ort offizieller Kultur und Alltagskultur. In den nächsten Jahren erinnert das Humboldt Forum unter dem Motto „Der Palast der Republik ist Gegenwart“ an den Vorgängerbau – dieser steht im Zentrum eines vielfältigen Programms aus Veranstaltungen, Ausstellungen, Diskussionen und Erinnerungsarbeit.

Mit "Wendecircus. Die Palast-Edition" wird ein Kapitel deutscher Geschichte gezeigt. Foto: © Glanz und Krawall, Foto: Peter van Heesen
Mit „WENDECIRCUS. Die Palast-Edition“ wird ein Kapitel deutscher Geschichte gezeigt. Foto: © Glanz und Krawall, Foto: Peter van Heesen

„WENDECIRCUS. Die Palast-Edition!“ zeigt Kapitel deutscher Geschichte

Vom 12. bis 15. Mai 2022 setzt die Theater- und Zirkusrevue „WENDECIRCUS. Die Palast-Edition!“ eine ungehörte und unerhörte Sicht auf diesen Ort in Szene: In einem zwölf Meter hohen Zelt im Schlüterhof werden in fünf abendfüllenden Shows die Aushandlungsprozesse der Wendezeit 1989/90 künstlerisch reflektiert und Räume für verschüttete Utopien eröffnet.

Elf Artist:innen, Opernsänger:innen, Tänzer:innen, Schauspieler:innen, Jazz-, Schlager- und Punkmusiker:innen, inoffizielle Mitarbeitende, ein Golden Retriever und ein Halleluja werden daran erinnern, dass an der Stelle des Humboldt Forums der Palast der Republik war und vor dem Palast ein Schloss und vor dem Schloss irgendwann eine Wiese und auf dieser Wiese ein Zirkus.

Vom 12. - 15. Mai im Humboldt Forum erlebbar. Foto: © Glanz und Krawall, Foto: Peter van Heesen
Vom 12. – 15. Mai im Humboldt Forum erlebbar. Foto: © Glanz und Krawall, Foto: Peter van Heesen

Zirkus und Theater, das Nomadische und das Städtische, Trivial- und Hochkultur, Körperliches und Geistiges waren über lange Zeit verbunden. Mit seinem Theaterdekret von 1807 dirigierte Napoleon Bonaparte höchstpersönlich die Einteilung des Theaters in verschiedene Gattungen und prägte ihre gesellschaftliche Wahrnehmung maßgeblich. Der Zirkus wurde aus dieser Einteilung ausgeschlossen und als politische Kunstform verboten. Waren das Vagabundieren, die Wahrsagerei, das Tierische – kurzum der Zirkus – zu gefährlich geworden?

Die Theatergruppen glanz&krawall und KGI konnten einen Familien-Wanderzirkus aus jahrhundertealter Tradition ausfindig machen: Circus Magic aus Zossen. Die Zirkus- und Theatermenschen vom Wendecircus haben für eine Weile ihren Alltag geteilt, sie haben die Tiere gemistet und gefüttert, beim Grillen zusammengesessen, den Zirkus abgebaut, verladen und wieder aufgebaut und wieder abgebaut, verladen und aufgebaut. Aus ihrer gemeinsamen Zeit sind Zirkusnummern zur deutschen Wiedervereinigung hervorgegangen. Im Zusammenspiel von Zirkus, Theater, Theorie und Verwandlung entsteht eine außergewöhnliche Auseinandersetzung mit einem Kapitel deutscher Geschichte.

  • „WENDECIRCUS. Die Palast-Edition“ 12. – 15. Mai, Humboldt Forum, Schloßplatz, Mitte, Karten 16 €/erm. 8 €, mehr Informationen hier