klebekunst

Wer klebt, der lebt: Tape Art Convention in Mitte

Das Künstlerkollektiv Tape That bringt in diesem Jahr zum zweiten Mal namhafte internationale Künstler in der Galerie Neurotitan zusammen, um mit Klebeband kreativ zu werden. Vom 7. Juli bis zum 28. Juli ist es Besuchern möglich, über die Werke der Künstler zu staunen. Die zweite Tape Art Convention wird größer und vielfältiger als die erste. Zwanzig statt neun Künstler sind nun vertreten, um ihre Werke vorzustellen. Das Kollektiv startete schon mit einer farbenfrohen Auftakt-Aktion, indem sie ein Wohnhaus in Wittenau mit Tape verschönerten.

Foto: Lilli Lück

Vor sieben Jahren fand sich die aus sechs Tape Artists bestehende Künstlergruppe zusammen. Den Berliner Hauptbahnhof haben sie schon „getapet“ und klebten Kunstwerke in der bekannten, nicht mehr zugänglichen Street-Art-Ausstellung „The Haus“. Heute reisen sie durch die ganze Welt, um ihrer Kunst Ausdruck zu verleihen.

Mit Tape zu arbeiten, bedeutet Bilder zu schaffen, die minimalistisch bis detailverliebt sein können. Das vielfältige Medium lässt sich leicht bedienen – und vor allem auch wieder entfernen. Gerade Linien zu ziehen stellt für den Künstler keine Schwierigkeit da. Als Kunst, die aus der Street Art kommt und schon in den 80er-Jahren in Berlin von der bildenden Künstlerin Birgit Ramsauer praktiziert wurde, hat es das Klebeband somit weit in die Welt geschafft.

Faszination Zweckentfremdung: In der Galerie Neurotitan am Hackeschen Markt werden die Kreativen den Alltagsgegenstand auf verschiedenste Art benutzen. Der Besucher wird mit Rauminstallationen, Lichtelementen, Live Tapings und Abstraktionen unterhalten. Interaktive Workshops, begleitet von Künstler-Talks und anschließender exklusiver Führung, stehen auch auf dem Programm. Für jeden Probierfreudigen oder Kunstliebhaber ist das eine gute Gelegenheit, das beliebte Medium zu verwenden.

Wie wichtig eine solche Plattform für den Austausch unter den Künstlern und Kunstinteressierten ist, merkten die Organisatoren, als sich auf der TAC16 zwei Artists aus Philadelphia zum ersten Mal in Berlin begegneten. Ziel der TAC18 ist es, die weltweite Szene besser zu vernetzen. Hier wird Tape als eigenständige Kunstform gefeiert. Unterstützt werden sie dabei von der Firma Klebeland, einer Produktionsstätte, die Klebeband in allen Farben und Größen herstellt. Mohamed Ghouneim, Betreiber des Ladens, hat mit einer Maschine, die Tape in Millimeter dünne Scheiben schneiden kann, die Entwicklung von Tape Art in Berlin wirkungsvoll gefördert.

Das farbenfrohe Miteinander der urbanen Kunst, die TAC18, ist fast den ganzen Juli für Jung und Alt geöffnet. Es wird zum Mitmachen, Anschauen und Kontakte knüpfen eingeladen.

Tape Art Convention 2018 Opening: Sa 7.7., 19 Uhr, Neurotitan Galerie von Schwarzenberg e.V., Rosenthalerstr. 39, Mitte, Mo–Sa 12–20 Uhr geöffnet, Eintritt: Pay what you want
Workshops: sonntags 15.7., 22.7., 29.7.

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