Werbefilm

Wim Wenders dreht einen ärgerlichen Papst-Film: „Papst Franziskus – Ein Mann ­seines Wortes“ im Kino

Mit Werbung kennt Wim Wenders sich aus, er drehte ja bereits Filme für die Deutsche Bahn. Ob dies das Umfeld des aktuellen Papstes bewogen hat, Wenders zum Hof-Propagandisten zu ernennen, bleibt allerdings unklar.

CTV Célestes Solares/ Neue Road Movies/Decia/ PTS ART’s Factory

Wenders hingegen teilt in seinem als Dokumentarfilm getarnten Werbeepos „Papst Franziskus – Ein Mann seines Wortes“ per Off-Kommentar gerne mit, warum er den Pontifex so faszinierend findet: Es ist vor allem der Bezug zum heiligen Franz von Assisi, an dessen Wirken sich moderne Themen wie die Überwindung des Materialismus und der Schutz der Umwelt festmachen lassen.

Im Zentrum des Films stehen lange, einer Ansprache durchaus ähnliche Interviewpassagen mit Papst Franziskus, in denen insbesondere die für die Katholische Kirche „kontroversen“ Themen beredet werden. Frauen: leisten einen wichtigen Beitrag zur Gesellschaft. Homosexuelle: können integriert werden. Andersgläubige: sind auch ganz okay. Missbrauchsfälle in der Katholischen Kirche: ganz schlimm.
Das klingt nach Selbstverständlichkeiten, auf die sich jeder halbwegs intelligente Mensch im 21. Jahrhundert sowieso einigen kann, doch ­Wenders tut, als sei ihm angesichts dieser Sonntagsreden gerade eine Offenbarung wider­fahren. Was auch zeigt, wie verknöchert die Katholische Kirche tatsächlich wahrgenommen wird. Kritik hat in diesem Film keinen Platz, hier geht es allein um uneingeschränkte Bewunderung für den Papst, den Wenders modern und beeindruckend findet. Was auf seinen Film allerdings nicht zutrifft. Der ist bloß reaktionärer Bockmist.

Papst Franziskus – Ein Mann ­seines Wortes CH/Vatikan/I/D/F 2018, 96 Min., R: Wim Wenders, Start: 14.6.

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