„Wohin damit?“ von Iris Braun

Iris Braun
Es gibt in Berlin mehr als einen Museumsdirektor, der blass wird, wenn ihm Kunstnachlässe in Aussicht gestellt werden. Das liegt zumeist nicht an den nachlassenden Künstlern, sondern schlicht an nicht vorhandenen Kapazitäten und Fachkräften. Also daran, dass niemand die Werke adäquat lagern, geschweige denn entsprechend ihrer Bedeutung kuratieren kann. Und das ist schade, da der Welt so sicher einige wichtige Werke verloren gehen werden. Fairerweise muss man sagen, dass es sich bei diesen Werken auch nicht immer um pflegeleichte Flach­ware handelt, sondern, zum Beispiel bei Installationen mit organischem Material, auch noch konservatorische Aufgaben auf die Häuser zukommen.
In Potsdam gibt es im April genau zu diesem Problem eine Tagung. Teilnehmen werden unter anderem Eugen Blume vom Hamburger Bahnhof und Birgit Maria Sturm vom Bundesverband Deutscher Galerien. Allein das zeigt, dass die Kultur­szene ernsthaft be­un­ruhigt ist, was den Umgang mit künstlerischem Erbe angeht. Allerdings: Die Frage, was erhaltenswert ist, und vor allem, was nicht, bliebe auch mit mehr Platz heikel. Immerhin: Sollte es neue Möglichkeiten zur Aufbewahrung geben, hätten auch mehr Kunstwerke eine Chance, für die Nachwelt erhalten zu werden.

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