Musik & Party in Berlin

Johnny Strange über das YAAM

Das Gründungsmitglied von Culcha Candela über sein Verhältnis zu Berlins ältester und buntester Strand-Location, dessen Standort mal wieder gefährdet ist.

Johnny Strangetip Seit wann gehen Sie zum YAAM?
Johnny Strange Ich weiß nicht mehr genau, wann es angefangen hat, es ist bestimmt so 15 Jahre her. Damals habe ich mit Muk, der das YAAM ja immer noch schmeißt, angefangen, Musik zu machen. Wir hatten zusammen das Soundsystem I-revelation und hatten oft sonntags aufgelegt, sozusagen als freiwillige Helfer. Wir haben dann aber auch immer geguckt, wie die „Großen“ auflegen, David Rodigan und Seeed, von denen waren wir begeistert und denen haben wir auch nachgeeifert. Der Muk ist immer noch hier, er ist ein fester Bestandteil vom YAAM. Und ich bin mit Culcha Candela andere Wege gegangen. Aber wir alle sind im YAAM groß geworden.

tip Woher kennen Sie die anderen „Culcha Candela“-Mitglieder?
Johnny Strange Wir, also ich, Itchyban und Lafrotino, die drei Gründungsmitglieder von Culcha Candela haben sich im YAAM das erste Mal getroffen. Und hier hatten wir uns auch entschlossen, dass wir zusammen ’ne Band machen.

tip Gäbe es die Bands Culcha Candela oder vielleicht auch Seeed dann gar nicht, wenn es nicht auch das YAAM gegeben hätte?
Johnny Strange Weiß ich nicht. Ich würde das jetzt nicht unbedingt ausschließen. Aber das YAAM hat auf jeden Fall sehr dazu beigetragen, dass diese Bands entstanden sind. Weil diese Kultur hier einfach ihren Kern hat.

tip Mochten Sie Reggae schon, bevor Sie zum YAAM kamen?
Johnny Strange So richtig bin ich durchs YAAM zum Reggae gekommen. Ich hatte zwar schon vorher Reggae gehört, Peter Tosh und so. Aber den ganzen Lifestyle, dieses Lebendige, das habe ich erst im YAAM kennengelernt. Außerhalb von Jamaika gibt’s das ja nur hier. Deshalb darf das YAAM auch nicht weg, es ist ein fester Bestandteil von Berlin. Das YAAM ist wie eine Insel in Berlin. Hier erlebt man afrikanische Kultur, karibische Kultur. Das ist nicht nur die Musik, sondern der komplette Lifestyle mit allem drum und dran: Essen, Getränke. Vor allem aber wird dieser Lifestyle durch die Menschen geprägt, die sich im YAAM zuhause fühlen.

tip Sie sind als Mitglied von Culcha Candela nun etwas bekannter. Auch andere bekannte Leute, wie der frühere Basketball-Profi Ademola Okulaja sieht man immer mal wieder im YAAM. Brauchen so Leute wie ihr das YAAM denn überhaupt noch?
Johnny Strange Ja. Unbedingt! Hier sind unsere Roots, hier sind wir groß geworden. Und hier kommen immer noch alle, so wie früher, wieder zusammen.

Interview: Eva Apraku

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