so war es bei tip backstage präsentiert von mastercard priceless berlin

Zu Besuch beim Bühnenservice Berlin

Wer bebaut eigentlich die Bretter, die die Welt bedeuten?

Am 24. Mai 2018, kurz vor 15 Uhr begrüßten das Team vom tip Berlin die Teilnehmer der kulturschwangeren Führung. Danach übernimmt  Rolf D. Suhr, Geschäftsführer vom Bühnenservice Berlin, das Wort und begrüßt die Teilnehmer noch vor den Türen der Werkstätten. Der Bühnenservice Berlin beliefert die drei renommierten Opernhäuser der Hauptstadt und das Staatsballett Berlin. Dazu kommen noch das Deutsche Theater und das Theater an der Parkaue. Ohne die rund 260 Mitarbeiter die auf 25.000 qm zusammenarbeiten, könne man diese Leistung nicht bringen, so Rolf D. Suhr.

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Erster Stopp war die Tischlerei. Die Tür wurde geöffnet und ein Geruch von Sägespänen und Leim lag in der Luft. Der Leiter des Hauses sprach nun über die veränderte Führungsstruktur. Von einer klassischen Hierarchie sei man nun auf ein selbstständiges Arbeiten umgestiegen. Diese Art von Arbeit gibt den Mitarbeitern mehr Verantwortung und Freiheit zu gleich. So können beispielsweise die Tischler zu den Theatern fahren und sich persönlich mit den Wünschen der Theaterleitung auseinander setzen. Es wird im Team an einem Projekt gearbeitet, von Anfang bis zum Ende. Fließbandarbeit gibt es im Bühnenservice nicht. Die Aufmerksamkeit liegt außerdem darauf, in allen Bereichen alte Berufe zu erhalten. So gibt es im Bühnenservice Berlin eine eigene Drechslerwerkstatt und jemanden, der dieses Handwerk beherrscht.

Die Teilnehmer begleiten den Geschäftsführer zum nächsten, weitläufigen Raum: die Theaterplastik. Hier werden die möglichen und unmöglichsten Requisitenwünsche erfüllt. Büsten, Statuen und Skulpturen werden angefertigt – und sie sehen täuschend echt aus. Genauso interessant ist der Malsaal. Die Teilnehmer der Backstage Führung staunen nicht schlecht über die riesigen, detailgetreuen Kunstwerke, die ihren Originalen zum Verwechseln ähnlich sehen. Die Künstler könnten ihr Glück in der Kunstfälschung suchen, so scherzt man in der Gruppe. Die Begeisterung, die die Kunstwerke auslösten wurde noch größer, als bekannt wurde, dass Bilder, Kostüme und einige Requisiten auch versteigert werden.

Nach der Fahrt in dem beachtlich großen Fahrstuhl löst Rainer H. Gawenda, Werkstattleiter der Kostümwerkstätten Rolf D. Suhr ab. Er erklärt den neugierigen Teilnehmern, dass jedes Kostüm ein Unikat sei und man bei den verschiedenen Richtungen des Theaters alle Besonderheiten beachte. Ballettkostüme werden also fest vernäht um akrobatischen Bewegungen Stand zu halten. Um Körperfülle mit einem Kostüm darzustellen, werden leichte Stoffe verwendet, damit der Schauspieler  nicht zu sehr schwitzt. Auch bei den Kopfbedeckungen wie Turbane, Baskenmützen und vielem mehr muss man genau darauf achten, dass der Akteur nicht im Hören beeinträchtigt ist oder beim Tragen von Masken nicht sprechen kann. Ob Outfit, Kopfbedeckung oder Schuhe: die Mitarbeiter wollen mit ihrer Arbeit allen Ansprüchen des Theaters gerecht werden. Die Mitarbeiter legen einige Kilometer am Tag zurück, wenn sie in die verschiedenen Bereiche des Bühnenservices müssen.

Das Haus erstreckt sich über mehrere Etagen und die Teilnehmer haben fast jeden Bereich kennen gelernt. Am Ende der Führung, die zur Freude der Versammelten länger als geplant war, wusste man nun, wer die Bretter der Welt bebaut. Nach einer Fragerunde gab es viel Applaus und dankbare Worte. Nun verabschiedeten sich alle von Rainer H. Gawenda und es ging im Gänsemarsch nur einige Meter weiter zum Bierhof Rüdersdorf am Berghain. Nach dem Marathon durch die Werkstätten stärkten sich die Gäste der Veranstaltung mit Burger, Süßkartoffelpommes und kühlen Getränken. Gespräche entstanden und tip Backstage präsentiert von Mastercard Priceless Berlin im Mai neigte sich dem Ende zu. Bei warmen Temperaturen und angenehmen Sonnenstrahlen ließ man den Nachmittag ausklingen.

Fotos: Lena Ganssmann
Text: Lilli Lück

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