Dokumentarfilm

„Zwischen den Stühlen“ im Kino

Ein Lehrer, das sei eine Mischung aus Reinigungskraft, Löwenbändiger und Diskutant philosophischer Probleme, sagt in Jakob Schmidts Dokumentarfilm einer, der schon lange dabei ist im Bildungsbusiness öffentlicher Schulen

Foto: Weltkino

Ist das nun Zynismus oder eine genaue Beschreibung der Realität? Die Protagonisten des Films werden es für sich erst noch herausfinden müssen. Der Film folgt zwei Referendarinnen und einem Referendar in den praktischen Teil ihrer Ausbildung und damit in eine seltsame Situation: Während sie sich wie jede Lehrkraft ihrer Schulklasse stellen müssen, werden sie ihrerseits in Auftreten, Pädagogik und Fachkompetenz von erfahrenen Lehrern beurteilt. Ein permanenter Stress, mit dem die drei Protagonisten unterschiedlich umgehen.
Denn sie sind vom Charakter her sehr verschieden: Ralf stellt sich und das System kaum infrage, ­zudem besitzt er eine natürliche Autorität. Anna ist das genaue ­Gegenteil, ein unsicheres Nervenbündel. Katja geht ihre Aufgabe entschlossener an, ist aber von der Praxis bald desillusioniert.
Man orientiere sich am Mittelmaß, sagt hier einmal jemand über das Schulsystem. Der Film zeigt es mit Realismus, (Galgen-)Humor und einem genauen Blick auf drei sympathische Menschen.

Zwischen den Stühlen D 2016, 102 Min., R: Jakob Schmidt, Start: 18.5.

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