Bühne/Schauspiel

Love is a Verb - Vessel of Love: Unambitious Stripper Workshop

In diesem Workshop gibt Isabel Lewis einen Einblick in die Grundprinzipien ihrer Performancepraxis, mit Schwerpunkt auf die performative Begegnung mit anderen. Lewis präsentiert das Konzept der “erotischen Geselligkeit” der feministischen Soziologin Roslyn Bologh als Möglichkeit des zwischenmenschlichen Umgangs und lädt zum Austausch ein, wie es zur Alternative zu den in einer Konsumgesellschaft dominierenden Beziehungsmodi von Wettbewerb, Konflikt und Zwang werden kann. Anschließend widmet sich der Workshop der Justierung und Schärfung der Sinne, um einen Zustand der Hyperpräsenz zu ermöglichen, in dem generative und affektive Formen des Daseins und des gemeinsamen Bewegens erreicht werden können. Die Gestalt des*der unambitionierten Strippers*Stripperin dient als Metapher, die uns dabei hilft, mit den Welten in uns in Kontakt zu gelangen und auf diese Weise für die Welten außerhalb von uns radikaler empfänglich zu werden. Zentral für das Konzept der*des unambitionierten Stripperin*Strippers ist das “Nicht-Wollen”. Während Stripper*innen normalerweise aus finanziellem Interesse versuchen, mit ihrem nach außen gerichteten Blick das Publikum anzusprechen und zu fesseln, richtet sich in diesem Fall unser Blick nach innen. Dabei bleibt er nicht statisch oder unveränderlich, sondern durchläuft in einer von Lewis’ Stimme und sonstigen Geräuschen dirigierten Dramaturgie eine Reihe von Modi. Diese Übungen für die Augen und andere Sinne bereiten uns darauf vor, in einem ganz buchstäblichen Sinne anders zu sehen und zu handeln. Anstatt uns auszuziehen, werden wir mithilfe unserer Vorstellungskraft unsere Aufmerksamkeit nach innen richten, auf die Oberfläche unserer eigenen Haut, und in unserer Fantasie spielerisch Schichten von sozialen Konstrukten und Identitäten abstreifen oder hinzufügen. Die Bewegungen der unambitionierten Stripper*innen sind zunächst ein Geschenk der Tanzenden an sich selbst, erst dann richten sie sich auch an andere. Der Tanz wird zum Vermittler zwischen dem Menschen und materiellen Realitäten, mit denen er sich den Raum teilt. Es entwickelt sich eine prozesshafte Doppelbewegung zwischen Innen und Außen, ein Knüpfen und Lösen von Verbindungen (menschlichen wie nichtmenschlichen) im kontinuierlichen Changieren zwischen Objekt des Begehrens und begehrendem Subjekt. 

Isabel Lewis | general_use

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