STADTTEILE

Lichtenberg

Plattenbau neben 1920er-Jahre-Bau neben Einfamilienhaus: das ist der Ortsteil Lichtenberg. Vor allem wegen der Plattenbauten sieht man den Charme von Lichtenberg oft erst auf den zweiten Blick. Doch der Stadtteil hat so einiges zu bieten. Wir wissen, was in Lichtenberg so geht.

Lichtenberg ist ein Stadtteil im Osten von Berlin. Hier gibt es Hochhäuser, Neubauten, Einfamilienhäuser – ein bunt gemischter Bezirk. Foto: Imago/Sabine Gudath

Lichtenberg gehört mit Fennpfuhl, Rummelsburg, Friedrichsfelde und Karlshorst zum Bezirk Lichtenberg. Zur Abgrenzung nennt man den Ortsteil auch Alt-Lichtenberg. Der Bezirk liegt im Osten von Berlin, zwischen Marzahn und Friedrichshain. Im Norden wird der Ortsteil Lichtenberg von der Storkower Straße, Vulkanstraße und Landsberger Allee begrenzt, im Osten von der Rhinstraße. Im Süden und Westen bildet der Verlauf der Berliner Ringbahn die Grenze.

Vom Dorf Lichtenberg zum Stadtteil

1288 wurde das Dorf Barnim zum ersten Mal urkundlich erwähnt. Die Lichtenberger Dorfkirche wurde in der zweiten Hälfte des 13. Jahrhunderts am heutigen Loeperplatz errichtet. 1391 wurde das Dorf Lichtenberg zusammen mit anderen Dörfern im Umkreis von der Stadt Berlin aufgekauft und war damit ein Kämmereidorf. Erst Mitte des 19. Jahrhunderts wurden in dem ehemaligen Gutshof massive Wohnhäuser errichtet und seit etwa 1860 auch steinerne Wirtschaftsgebäude angelegt. 1898 wurde nach zweijähriger Bauzeit das Rathaus Lichtenberg fertiggestellt. Bis heute ist es das Rathaus des Bezirks Lichtenberg.

Das Rathaus Lichtenberg wurde Ende des 19. Jahrhunderts erbaut. Es befindet sich am Rathauspark, in der Möllendorffstraße. Foto: Imago/pop-eye

Die Gemeinde Lichtenberg erhielt 1908 mit 71.000 Einwohnern erstmals ein Stadtrecht. Zwischen 1911 und 1914 entstand das Hubertus-Krankenhaus, welches 1932 den Namen Oskar Ziethen erhielt. 1912 wurde die Stadt Lichtenberg durch die Landgemeinde Boxhagen-Rummelsburg eingemeindet. Dadurch hieß die Stadt bis 1920 Berlin-Lichtenberg und erfuhr großen Zuwachs in der Bevölkerung sowie an industriellen und gewerblichen Produktionen.

Durch die Gründung von Groß-Berlin (1920) wurde die Stadt Lichtenberg nach Berlin eingemeindet und war damit namensgebend für den im gleichen Jahr gegründeten Bezirk Lichtenberg. Damals galt der Bezirk als das mit am weitesten urbanisierte, ehemalige Dorf im östlichen Berliner Umland.

Lichtenberg als Wirtschaftsstandort

Das Gebiet zwischen der heutigen Landsberger Allee und Josef-Orlop-Straße, auch bekannt als „Industriegebiet Hertzbergstraße“, entwickelte sich schon im 19. Jahrhundert zu einem bedeutenden Wirtschaftsstandort mit zahlreichen Unternehmen. Dazu trugen auch die zwei neu gebauten Krankenhäuser, das Oskar-Ziethen-Krankenhaus und die „Irrenanstalt Herzberge“ in der Hertzbergstraße (heute Evangelisches Krankenhaus Königin Elisabeth Herzberge) bei.

Das Oskar-Ziethen-Krankenhaus in der Hubertusstraße ist ein wichtiger Standort für den Bezirk Lichtenberg. Foto Imago/Steinach

Nach dem Zweiten Weltkrieg befand sich Lichtenberg im sowjetischen Sektor und gehörte dann zur DDR. Dadurch wurden die Großbetriebe enteignet. Durch fehlende Rohstoffe und demontierte Maschinen konnten viele Betriebe nicht produzieren. Erst 1952 begann wieder eine nennenswerte Erzeugung von Industriegütern in Lichtenberg. Die Fabriken wurden zu volkseigenen Betrieben untergeordnet.

In Lichtenberg hatte das DDR-Ministerium für Staatssicherheit seinen Sitz. Dieses nahm das ganze Straßenkarree Normannenstraße-Magdalenenstraße-Frankfurter Allee-Ruschestraße ein. Aus dem Stasi-Komplex wurde 1990/91 die Forschungs- und Gedenkstätte Normannenstraße. Durch den politischen und wirtschaftlichen Wandel mussten viele, nicht weltmarktfähige, Betriebe zurückentwickelt. Dennoch entstanden immer mehr mittelständische Unternehmen und Einkaufszentren.

Berlin Lichtenberg: die ehemalige Zentrale des DDR Ministerium für Staatssicherheit MfS zwischen Ruschestraße, Normannenstraße, Magdalenenstraße, Frankfurter Allee. Büro Erich Mielke im Stasimuseum. Foto: Imago/Jürgen Ritter

In den 2000er Jahren wurden die früheren Produktions- und Dienstleistungsstandorte als Wirtschaftsstandort südlich der Landsberger Allee ausgebaut. IKEA konnte hier 2010 seine bisher größte Filiale öffnen.

Besondere Orte in Lichtenberg

Um die Siegfried- und Hertzbergstraße wurden viele Industriegebiete und Verwaltungskomplexe angelegt. Hier befindet sich auch das Dong Xuan Center, ein riesiger Asia-Großmarkt in Berlin. Am ehemaligen Dorfkern Roedeliusplatz steht die Kirche St. Antonius & St. Shenouda, wo das damalige Stasi-Ministerium zum heutigen Finanzamt umgebaut wurde.

Das Dong Xuan Center ist ein Asia-Großmarlt und stadtbekannt in Berlin. Foto: Imago/Ulli Winkler

Westlich der Möllendorfstraße befindet sich der Stadtpark und das Ringcenter mit vielen Einkaufsmöglichkeiten: Am S-Bahnhof Frankfurter Allee wurde das Ringcenter in drei Gebäude aufgeteilt. Ringcenter I liegt im Friedrichshain, Ringcenter II und III befinden sich auf der Lichtenberger Seite. Insgesamt beherbergt die Einkaufspassage mehr als 100 Geschäfte.

Das Ringcenter befindet sich direkt am Bahnhof Frankfurter Allee. Ein Teil vom Center gehört zu Friedrichshain, die anderen zwei Teile zu Lichtenberg. Foto: Imago/Schöning

In den 1970er Jahren entstand die Großsiedlung Frankfurter Allee-Süd (südlich der Frankfurter Allee), darunter auch das damals mit 350 Metern längste Wohnhaus Ost-Berlins. Einige Häuser aus dieser Zeit sind weiterhin erhalten, jedoch dominieren mittlerweile die Hochhäuser. Die Pfarrkirche St. Mauritius wurde im Jahr 1892 eingeweiht. Sie bildet heute einen interessanten Kontrast zu den Hochhäusern in Ortsteil.

Der Tierpark Berlin liegt im Bezirk Lichtenberg, in Lichterfelde. Es ist der größte Landschaftstiergarten in Europa. Das Theater an der Parkaue, am Stadtparkt Lichtenberg, ist eines der größten Kinder- und Jugendtheater in Deutschland und ist Sitz des Jungen Staatstheaters Berlin.

Uganda-Giraffen gibt es im Tierpark Berlin-Friedrichsfelde zu sehen. Foto: Imago/Hohlfeld

Olympiasieger und -siegerinnen trainieren in Lichtenberg in Europas größtem Sport- und Trainingszentrum, dem Olympiastützpunkt Berlin. Ebenso wird die Trabrennbahn Karlshorst gern besucht. Seit 1884 setzen Berliner und Berlinerinnen hier auf richtige und falsche Pferde.

Kulturelles Lichtenberg

In Lichtenberg gibt es viel zu erleben. So findet hier zum Beispiel das „Spectaculum am lichten Berg“ statt. Ein sommerliches zweitägiges Mittelalterfest im Rathauspark. Weiterhin beteiligt Lichtenberg sich an der Fête de la Musique. Im Rathauskeller findet ihr immer wechselnde Kunstausstellungen. Im Rathauspark findet im Winter jährlich der Mittelalter-Weihnachtsmarkt statt. Außerdem wird zusammen mit dem Festival of Lights auch „Lichtenberg leuchtet“ im Rathauspark organisiert. Vor allem im Gründerzeitviertel Kaselkiez findet man viele Galerien und Cafés.

Verkehr in Lichtenberg

In Lichtenberg befindet sich der BVG-Betriebsbahnhof an der Siegfriedstraße. Hier verkehrt die U-Bahn-Linie 5, mit dem U-Bahnhof Magdalenenstraße. Außerdem fahren viele Omnibus- und Straßenbahnlinien durch den Ortsteil.

Weiterhin durchqueren die Bundestraßen 1 und 5 auf gleicher Trasse (Landsberger Allee) den Bezirk in west-östlicher Richtung. In Nord-Süd-Richtung liegt der vielbefahrene Straßenzug Weißenseer Weg-Möllendorffstraße. Mit dem Bahnhof Lichtenberg hat der Ortsteil auch einen geschichtsträchtigen Bahnhof, dessen Tag als wichtiges Drehkreuz in die Welt jedoch schon lange gezählt sind. Weiterhin verkehrt hier die Ringbahn im Westen, sowie einige Verzweigungen der Stadtbahn, die S7 beziehungsweise S75 nach Wartenberg und Ahrensfelde, die S3 nach Erkner und die S5 nach Strausberg Nord.

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