STADTTEILE

Schöneberg

Schöneberg ist ein etwas verschlafener Stadtteil im Westen? Unfug! Hier fielen John F. Kennedys berühmte Worte „Ich bin ein Berliner!“, hier schrieb David Bowie Musikgeschichte, und auch heute ist die Gegend ziemlich lebendig. Rund 120.000 Menschen leben hier und prägen einen Stadtteil, der mit dem wunderschönen Bayerischen Viertel und dem Regenbogenkiez enorm abwechslungsreich ist, sich daneben viel Alt-Berliner Charme bewahrt, rund um die Potsdamer Straße auch seine schrammeligen Seiten hat und im Norden seinen Glanz in die City West strahlt. Und dazwischen: viel, viel Grün. Lohnt sich.

Die U-Bahn-Station Rathaus Schöneberg – das Aussteigen lohnt sich. Foto: Imago/Viennaslide

Sehenswürdigkeiten in Schöneberg

Reichstag besucht, Brandenburger Tor fotografiert, Fernsehturm bestiegen? Dann ab nach Schöneberg. Die Sehenswürdigkeiten im Stadtteil gehören keinesfalls in die zweite Reihe. Im Rathaus Schöneberg wird heute wieder Bezirkspolitik gemacht, zur Zeit der Teilung wurde hier die Mauerstadt vom West-Berliner Senat regiert. John F. Kennedy sprach hier 1963, und kaum eine Großkundgebung kam ohne den Auftakt vor dem Gebäude aus. Viel markanter ist aber die Stahlkonstruktion, die als Schönebergs Wahrzeichen gelten kann: der Gasometer. Weithin sichtbar, war der Bau schon Energieversorger, zeitweise Kulturlieferant, irgendwann auch Technologiestandort.

Daneben lohnt sich eine Entdeckungsfahrt mit Berlins kürzester U-Bahnlinie U4: fünf Stationen, drei Kilometer, ein Relikt aus der Zeit, als Schöneberg eine eigene Stadt war. Ganz im Norden des Stadtteils könnt ihr dann in der Urania spannenden Vorträgen zuhören – oder das Geld einfach mit beiden Händen in der Luxusabteilung oder der Austernbar rauswerfen: Am Wittenbergplatz steht das KaDeWe, Deutschlands berühmtestes Warenhaus.

Restaurants, Cafés und Bars in Schöneberg

Überhaupt kann man in Schöneberg gut essen und trinken, der Stadtteil ist voller charmanter Bars, Kneipen, liebenswerter Cafés und feiner Restaurants. Ob Potsdamer, Haupt-, Motz- oder Goltzstraße: von Snack bis Fine Dining findet ihr hier die schönsten Schöneberger Restaurants. Oder weitere Schöneberger Highlights wie ein Glas Rotwein auf der Roten Insel. Und den perfekten Milchschaum in gemütlicher Atmosphäre schlürft ihr überall im Akazienkiez. Schönebergs Bars servieren erstklassige Drinks, etwa in The Green Door oder der legendären Victoria Bar, wo sich vorzugsweise internationales Publikum tummelt, aber die urigen Kneipen gibt es hier auch noch, wenn man sucht.

Queeres Schöneberg: Durch den Regenbogenkiez

Schöneberg ist der queerste Stadtteil Berlins. Besonders die Gegend um die Motzstraße und den Nollendorfplatz ist seit mehr als 130 Jahren fest in schwuler Hand. Selbst während der Nazizeit konnten sich die Männer-Treffpunkte halten. Die kleine Regenbogenflagge ist fester Bestandteil der Schaufenster hier, die LGBTIQ+-Community ist in Schöneberg fest etabliert. Einige der wichtigsten Orte für queere Literatur findet ihr natürlich hier. Hier gibt’s für alle eine Nische, vom perfekten Tresen fürs romantische Date über Bären-Bar bis zum Laden für Leder-Fetisch-Kleidung nach Maß. Seine queere Geschichte feiert Schöneberg Jahr für Jahr mit dem Lesbisch-Schwulen Stadtfest rund um den Nollendorfplatz als Auftakt für die Veranstaltungen zum Christopher Street Day.

Schöneberg Menschen

Schöneberg hat einiges an Prominenz hervorgebracht. Marlene Dietrich, eine der prägendsten Frauen Berlins, wuchs hier auf und saß im Smoking am Tresen von Bars wie dem Eldorado (Heute ist hier ein Supermarkt). Auch ihr Grab findet sich in Schöneberg. Rund 50 Jahre später war der Bezirk in West-Berlin Pop-Hauptstadt der Welt. David Bowie schrieb seine besten Songs an der Hauptstraße, die ihm zu Ehren möglicherweise irgendwann umbenannt wird. Auch Iggy Pop und Nick Cave schlugen sich hier Nächte um die Ohren.

In den 1980er-Jahren wurde dann im Metropol gefeiert: Nena hatte ihren ersten Auftritt im Club am Nollendorfplatz, Depeche Mode gaben ihr erstes Berlin-Konzert hier, und Szenegrößen wie Blixa Bargeld von den Einstürzenden Neubauten traf man hier nach Sonnenuntergang. Um den Club war es lange still, vor einigen Jahren rappelte er sich dann wieder auf.

Parks in Schöneberg

Schöneberg ist nicht nur ziemlich bunt, sondern auch sehr grün. Der Kleistpark ist eine der schönsten Liegewiesen der Stadt, hier blickt man auf die monumentalen Gerichtsgebäude und das nicht unumstrittene Palasseum. Wenn ihr euch im Grünen richtig verlieren wollt, besteigt ihr am besten den Insulaner: Auf einem Trümmerberg ist ein richtiger Wald gewachsen. Überhaupt holt sich in Schöneberg die Natur die Stadt zurück: Der Natur-Park Schöneberger Südgelände überwuchert einen stillgelegten Güterbahnhof. Am weithin sichtbaren Wasserturm kriegt ihr im Sommer die volle Dosis Shakespeare: Hier ist eine der beliebtesten Theater-Freilichtbühnen Berlins.

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