STADTTEILE

Moabit

Berühmt war der Ortsteil schon immer. Also eher berüchtigt: hier befindet sich das größte Gefängnis Berlins. Moabit ist total zentral, hat aber überhaupt nicht den „Mitte-Chic“. Doch seit einigen Jahren ist das Viertel im Umbruch. Die sogenannte Moabiter Insel ist bunt. Wir wissen, was in Moabit los ist.

Wohnen am Spreeufer in Moabit. Foto: Imago/chromorange

Moabit als künstliche Insel

Der ehemaliger Industrie- und Arbeiterbezirk wird vollständig von Wasserstraßen und Kanälen umgeben. Hier verlaufen die Spree, der Berline-Spandauer Schifffahrtskanal, der Westhafenkanal und der Charlottenburger Verbindungskanal und umschließen den Ortsteil. 25 Straßen-, Bahn- und Fußgängerbrücken verbinden die künstliche Insel mit den angrenzenden Stadtteilen.

Im Norden grenzt Moabit an den Wedding. Im Osten an Mitte, im Süden an Tiergarten und Hansaviertel und im Westen an Charlottenburg.

Auf der Spree am Spreebogenpark in Berlin Moabit fahren auch viele Ausflugsschiffe. Es gibt viel zu entdecken. Foto: Imago/imagebroker

Woher kommt der Name Moabit?

Der Name Moabit wird auf die ersten Bewohner des vorher brachliegenden Gebiets zurückgeführt. Dabei ist volksmundkundlich umstritten. ob die französischen Glaubensflüchtlinge, die Hugenotten, damit „terre de Moab“, die biblische Erde, meinten oder die brandenburgische „terre maudite“, den verfluchten Sandboden, auf dem die Maulbeerbäume der Hugenotten nicht gedeihen wollten.

Moabit: Früher kaum besiedelt, heute voller Leben

Moabit verstand sich als Ackerbauland. Auch mit der Viehzucht stieg die Einwohnerzahl nur gering. Bis zur Eingemeindung nach Berlin 1861 war der Stadtteil nahezu unbesiedelt. Dann kam es zu einem raschen Anstieg und Moabit wurde zu einem dichtbesiedelten Arbeiterviertel. Nach der Machtergreifung Hitlers bildeten sich im „Roten Beusselkiez“ und im „Rostocker Kiez“ kommunistische Gegenbewegungen.

Zwischen 1941 und 1945 wurden aus Moabit 1900 Juden, meist nach Auschwitz, Theresienstadt oder Minsk, deportiert. Im zweiten Weltkrieg wurde die Gebäude zu zwei Dritteln durch Luftangriffe zerstört. Doch nach dem Krieg verzichtete man auf einen kompletten Wiederaufbau, sodass ein Stadtteil mit einer offenen Bebauung entstand.

Moabit erleben – die besten Tipps

Der Hauptbahnhof befindet sich in Moabit. Er ist der größte Turmbahnhof Europas. Foto: Imago/Jürgen Ritter

In Moabit gibt es viele spannende Orte. Zum Beispiel steht hier seit 2006 der neue Hauptbahnhof, welcher Berlin mit dem Rest Deutschlands verbindet. Seine Architektur ist eindrucksvoll, denn es handelt sich hierbei um den größten Turmbahnhof Europas.

Im Stadtteil findet man viele Kirchen, die alle einen Besuch wert sind. Auch die alte Schultheiß-Brauerei ist sehenswert. 2018 wurde hier das Schultheiß-Quartier als Einkaufszentrum eröffnet. Ebenso ist die Moabiter Markthalle ein Hotspot zum Einkaufen. Dazu kommt der Berliner Großmarkt in der Beusselstraße. Nicht zu vergessen ist die Turmstraße mit all ihren Bars, Cafés, Modeboutiquen und kleinen Läden.

Die Markthalle in Moabit bietet Lebensmittel aller Art. Auf jeden Fall einen Besuch wert. Foto: Imago/Jürgen Ritter

Moabit ist zwar nicht das typische Ausgehviertel, doch auch hier gibt es so manch gute Bar. Dafür ist die Küche in Moabit sehr divers, wie in den meisten Berliner Stadtteilen. In Moabit findet man zwar weniger die Sterneküche, jedoch Restaurants aus so gut wie allen Kulturen der Welt.

Grünanlagen in Moabit

In Berlin gibt es viele Parks und Grünflächen. Moabits größter Park ist der Fritz-Schloß-Park. Im Vergleich zu anderen Parks ist er mit seinen zwölf Hektar dann doch eher klein. Zusammen mit den Sportanlagen des Poststadion bildet das Areal den Sportpark Poststadion. Auch der kleine Tiergarten befindet sich in Moabit. Im Norden der Turmstraße befindet sich der kleine Tiergarten, unter welchem die U-Bahnlinie U9 verläuft. Ebenso befindet sich das Präsidentendreieck in Moabit. Die zwei Hektar große Grünfläche befindet sich am gegenüberliegenden Ufer des Schloss Bellevue.

Der kleine, aber feine Fritz-Schloß-Park ist der größte Park in Moabit. Foto: Max Müller

Moabits Kunst und Kultur

In Moabit gibt es für Künstler:innen viele Möglichkeiten, ihre Werke für Publikum zugänglich zu machen. Die Moabiter Kulturtage „Inselglück“ finden seit 2006 jährlich statt. Organisiert werden diese vom Kunstverein Tiergarten e.V., welcher auch die Galerie Nord betreibt. Über Moabit hinaus ist auch die Kulturfabrik Moabit bekannt. Zahlreiche kulturelle Veranstaltungen, Konzerte und Lesungen finden hier das ganze Jahr über statt. Hier gibt es auch ein Freiluftkino: Im Sommer können hier aktuelle Filme kostenlos angeschaut werden.

Auf dem Gelände des Stadtgartens Moabit im ehemaligen Güterbahnhof Moabit befindet sich das Zentrum für Kunst und Urbanistik (ZK/U). Das Künstlerkollektiv KUNSTrePUBLIK lädt hier zu den verschiedensten Veranstaltungen, wie dem Gütermarkt oder dem monatlichen OPENHAUS.

Das Dodohaus hat sich zur Aufgabe gemacht, Kunst im Kiez zu fördern. Wechselnde Ausstellungen und kulturelle Veranstaltungen finden im Afrikahaus statt. Weiterhin gibt es das Projekt Kurt-Kurt, welches sich der Kunst im öffentlichen Raum widmet. 2014 entstand die Lesebühne für junge Literatur „Hauser & Tiger“ in Moabit.

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