STADTTEILE

Dahlem

Schon immer waren Akademiker:innen und Gutsituierte Teil des exklusiven Berliner Stadtteils. Hier prägen Villen und Parkanlagen das Stadtbild. Tagsüber sieht man vor allem Studierende in Dahlem. Der Ortsteil ist ein bedeutender Universitäts-, Wissenschafts- und Museumsstandort in Berlin. Wir wissen, was man in Dahlem erleben kann.

Die Freie Universität Berlin gehört zu den größten Hochschulen Deutschlands und wurde als Exzellenzuniversität ausgezeichnet. Foto: Imago/Schöning

Dahlem: Ein Teil des Bezirks Steglitz-Zehlendorf

Dahlem gehört zum Bezirk Steglitz-Zehlendorf. Der Ortsteil Dahlem liegt im Südwesten Berlins, zwischen Zehlendorf und Steglitz, der Villenkolonie Lichterfelde-West und dem Forst Grunewald. Die Freie Universität Berlin hat seit 1948 mit mehreren Instituten ihren Standort in Dahlem. Außerdem kann man in Dahlem einige der Staatlichen Museen zu Berlin besuchen. Hier befindet sich eine der bedeutendsten ethnologischen Sammlungen weltweit.

Dahlems Infrastruktur

Tangiert wird Dahlem von der Bundestraße 1 im Südosten und von dem Abzweig Steglitz, der Berliner Stadtautobahn im Nordosten. Die U3 verläuft mit fünf Haltestellen (Oskar-Helene-Heim, Freie Universität, Dahlem-Dorf, Podbielskiallee, Breitenbachplatz) durch den Stadtteil.

Das Bahnhofsgebäude in Dahlem sieht wohl etwas anders aus als die meisten U-Bahn-Eingänge Berlins. In Dorf-Dahlem hält die U3. Foto: Imago/Lem

Das erste Dorf Dahlem

Das Dorf Dahlem gründete sich Anfang des 13. Jahrhunderts, circa zwischen 1200 und 1220. Die erste Dorfkirche aus Stein entstand vermutlich um 1300. Die erste urkundliche Erwähnung fand 1275 statt. 1700 kam die Familie zu Wilmersdorf in Besitz des Dorfes. 1799 verkaufte der letzte von Wilmersdorf Dahlem und Schmargendorf an Graf Friedrich von Podewils, welcher jedoch schon 1804 starb.

In seiner Gutsherrenzeit wurden die letzten Bauern umgesiedelt und durch Landarbeiter ersetzt. Nach einigen weiteren Gutsherren erfolgte 1901 die Aufteilung der königlichen Domäne Dahlem. Das Ziel war es, ein vornehmer Villenort mit Wissenschaftseinrichtungen, quasi das deutsche Oxford, zu werden.

Ein Herrenhaus in der Domäne Dahlem, Königin-Luise-Straße Foto: Imago/Schöning

Dahlem als deutsches Oxford

Zwischen 1901 und 1915 wurden 539 Grundstücke mit 385 privaten Bauten angesiedelt. Die Anzahl der in Dahlem Lebenden stieg von 194 auf 5500. Die privaten Käufer:innen verpflichteten sich, innerhalb von zwei Jahren ein villenartiges Haus auf den Grundstücken zu errichten. Bei Überschreitung des Termins drohte eine Vertragsstrafe von 1000 Mark.

Durch die schon immer hohen Grundstückspreise zogen eher Wohlhabende in den Stadtteil. Durch die Ansiedlung von Instituten und Behörden wurden trotzdem einige Mietwohnungen für mittlere Beamte und Wissenschaftler:innen gebaut. Durch persönliche Invention von Kaiser Wilhelm II. wurden große Flächen für Staatsbauten reserviert.

Dahlem als Teil von Groß-Berlin

1920 fand die Eingemeindung Dahlems nach Groß-Berlin, trotz heftiger Proteste der Anwohner:innen, statt. In der Weimarer Republik wurden zahlreiche neue Bauten errichtet und Institute fertiggestellt. Auch die U-Bahn-Linie wurde verlängert. In den Zeiten des Nationalsozialismus erlebte Dahlem eine einschneidende Veränderung, da jüdische und oppositionelle Wissenschaftler:innen emigriert und verdrängt wurden. Mit der Berliner Gebietsreform von 1938 wurden viele Grenzen verschoben. Seit dem gehört das Schloss Grunewald zu Dahlem.

Dahlem als Wissenschaftstandort

Im Alliiertenmuseum in Dahlem kann man Rosinenbomber sehen. Ebenso die Baracke des Checkpoint Charlie in Zehlendorf. Foto: Imago/Jürgen Ritter

Die Freie Universität Berlin gehört zu den 20 größten Hochschulen Deutschlands. Sie wurde als erste „Exzellenzuniversität“ in Berlin ausgezeichnet. Hervorgegangen aus den Kaiser-Wilhelm-Instituten, welche in Dahlem gegründet wurden, ist das Max-Planck-Institut, mit vielen Wissenschaftszweigen. Außerdem befinden sich in Dahlem die Bundesanstalt für Materialforschung und -prüfung, das Deutsche Archäologische Institut, die Deutsche Universität für Weiterbildung sowie das Geheime Preußische Staatsarchiv. Weiterhin sitzen hier das Konrad-Zuse-Zentrum für Informationstechnik, das Institut für Museumsforschung, das Institut für Arbeitsmedizin der Charité und das Julius-Kühn-Institut.

Sehenswürdigkeiten in Dahlem

In Dahlem gibt es viel zu entdecken. So befindet sich beispielsweise der älteste noch erhaltene Schlossbau Berlins, das Jagdschloss Grunewald, mit einer Gemäldesammlung und einem Ausflugslokal direkt am Grunewaldsee. Ebenso die Philologische Bibliothek der Freien Universität von Architekt Lord Norman Forster und die St.-Annen-Kirche. Der Botanische Garten gehört seit der Gründung Groß-Berlins nicht mehr zu Dahlem, dieser befindet sich seit 1920 in Lichterfelde.

Das Jagdschloss Grunewald befindet sich direkt am Grunewaldsee. Es ist der älteste Schlossbau Berlins. Foto: Imago/Günter Schneider

Wer nach Dahlem fährt, kann viele Museen besichtigen: Das Kunsthaus Dahlem, die Ruine der Künste, das Brücke-Museum und die Domäne Dahlem, als Freilichtmuseum, befindet sich in dem Ortsteil. Außerdem das Museum Europäischer Kulturen und das Alliiertenmuseum, welches die Geschichte des Kalten Krieges erzählt.

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