STADTTEILE

Tiergarten

Die grüne Lunge Berlins! Der Stadtteil Tiergarten glänzt mit dem gleichnamigen Park. Von der Spree an einer Seite begrenzt, ist der Stadtteil sehr naturbelassen und ein echter Erholungsort in Berlin. Dabei gehört auch das Regierungsviertel zum Ortsteil. Tiergarten hat so einiges zu bieten: Galerien und stadthistorisch wichtige Ziele: Alles Wichtige findet ihr hier.

Ein Blick über den Tiergarten und die Straße des 17. Juni. Diese geht bis zum Brandenburger Tor. Foto: Imago/Westend61

Tiergarten: Vom Jagdrevier zum Erholungsgebiet

Der Stadtteil Tiergarten gehört seit der Verwaltungsreform mit den Stadtteilen Hansaviertel, Moabit, Wedding, Gesundbrunnen und Mitte zu dem Bezirk Mitte. In Tiergarten befindet sich der Stadtpark Großer Tiergarten. Südlich des Parks wird das Teilgebiet auch Tiergarten Süd genannt.

1861 wurde das ehemalige Jagdrevier zwischen dem Großen Tiergarten und der Spree von Kurfürst Friedrich III. in die Stadt Berlin eingemeindet. Amtlich gilt Tiergarten seit dem Jahr 1884 als neuer Stadtteil. Auf dem östlich gelegenen Spreebogen befand sich ein großer Exerzierplatz. Hier entstand der Königsplatz, heute bekannt als Platz der Republik mit dem angrenzenden Reichstagsgebäude.

Tiergarten in den Trümmern des Zweiten Weltkrieges

Am Nordrand des Spreebogens befand sich das noble Alsenviertel und die Schweizer Botschaft. Nördlich des Reichstags, im Alsenviertel, wurden viele Gebäude im Zuge von Hitlers Germania-Plänen abgerissen und Botschaften umgesiedelt.

Hier sollte Hitlers „Große Halle“ entstehen, die Berlin zu einer Weltstadt machen sollte. Der Zweite Weltkrieg setzte diesen Plänen jedoch ein Ende. Dabei wurde der Stadtteil Tiergarten fast vollständig zerstört. Während der Teilung Berlins lag das Gelände brach.

Politische Wende und Neubebauung in Tiergarten

Nach der politischen Wende und dem Umzug der Bundesregierung von Bonn nach Berlin wurde das ehemalige Alsenviertel Teil des neuen Regierungsviertels. Hier entstanden mehrere großangelegte Neubauten der Bundesregierung.

Blick über das Regierungsviertel mit Paul-Loebe-Haus und dem Reichstag. Foto: Imago/photothek

Auch der Potsdamer Platz hat eine weitreichende Geschichte. In den goldenen 20ern zählte er zu den beliebtesten Arealen in Europa. Hier befanden sich zahlreiche Restaurants, Hotels und Varietés. Im Zweiten Weltkrieg lag der Potsdamer Platz in Trümmern. Während der Teilung befand sich der Potsdamer Platz in unmittelbarer Nähre zur Mauer und dem Grenzgebiet. Erst nach dem Mauerfall, in den 1990er Jahren, begann die Neubebauung des Platzes, welche an die alte Tradition anschließen sollte.

Verkehr in Tiergarten

Da der Stadtteil größtenteils aus aus dem Park besteht, verkehrt hier nur wenig. Innerhalb des Ortsteils verbinden vor allem Busse die Ziele. Um den Stadtteil herum befinden sich viele U- und S-Bahn-Stationen:

  • Kurfürstenstraße: U1 und U3
  • Potsdamer Platz: U2, S1, S2, S25, S26, Regionalverkehr, Busse
  • Brandenburger Tor, Bundestag: die neue U5
  • Bellevue, Tiergarten: S3, S5, S7, S9
  • Tiergarten: Bus N9

Durch Tiergarten führen vier Bundesstraßen.

  • Bundesstraße 1: Vom Potsdamer Platz über die neue Nationalgalerie nach Süden Richtung Schöneberg
  • Bundesstraße 2 und 5: Ost-West-Richtung von Charlottenburg durch den Tiergarten zum Brandenburger Tor
  • Bundesstraße 96: durch den Tiergartentunnel

Touristische Anlaufpunkte

Im Ortsteil Tiergarten befinden sich viele Sehenswürdigkeiten und historische Orte. So gibt es neben dem Bundestag neben dem Brandenburger Tor und dem Potsdamer Platz in Tiergarten noch viele weitere touristische Attraktionen. Der Zoo Berlin befindet sich angrenzend an Tiergarten in Charlottenburg. Es gibt das Kulturforum und viele Botschaften. Ebenso findet man ein sowjetisches Ehrendenkmal, das ehemalige Tempodrom, auf dessen Platz jetzt ein „Tipi am Kanzleramt“ steht, sowie das Bauhaus-Archiv und der Bendlerblock, welcher Sitz des Bundesverteidigungsministerium ist. Hier befindet sich auch die Gedenkstätte Deutscher Widerstand, das Schloss Bellevue mit dem Bundespräsidialamt, die Siegessäule am großen Stern und der Tiergartentunnel, der zu Berlins dunklen Seiten der Architektur gehört.

Die Siegessäule auf dem Großen Stern ist eines der bedeutendsten Nationaldenkmälern Deutschlands. Foto: Imago/Eibner Europa

In Tiergarten finden auch viele Veranstaltungen statt. Beim Berlin-Marathon laufen die Teilnehmer:innen seit 1987 durch den Großen Tiergarten. Ebenso verlief hier ein Teil der Strecke der Love Parade von 1996 bis 2003. Auf der Straße des 17. Juni feierten Fußball-Fans die Weltmeisterschaft 2006 und die Europameisterschaft 2008, auch sonst sind hier zu den Großereignissen Public-Viewing-Areas und es wird Silvester gefeiert.

Größer als der Hyde-Park: der große Tiergarten

210 Hektar ist der Park groß. Auf dem Berliner Stadtplan sieht der drei Kilometer breite und ein Kilometer tiefe Park aus wie eine Insel. Hier tummeln sich schon immer viele Menschen. Kurfürst Friedrich der III. ließ hier Ende des 17. Jahrhunderts einen Lustgarten für das Volk entstehen. Seit dem bietet der Park viel Grün und ist ein gern besuchter Ausflugsort in Berlin.

Der große Tiergarten ist grün! Hier fließt auch der Landwehrkanal, an welchem sich gerne viele Menschen tummeln. So viel Natur mitten in Berlin ist wirklich etwas besonderes. Foto: Imago/ Schöning

Wissenswertes über Tiergarten

Im Sommer kann man im Großen Tiergarten jeden Sonntag das Glockenspiel des Carillon hören. Der 42 Meter hohe Turm ist das viertgrößte Carillon der Welt. Es besitzt 68 Glocken. Am S-Bahnhof Tiergarten befindet sich zu dem das Gaslaternen-Freilichtmuseum Berlin. Hier kann man verschiedene Gaslaternen aus mehreren Jahrhunderten bestaunen. Die fast 100 Gaslaternen aus Berlin und anderen Städten werden zur Dunkelheit eingeschaltet.

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