STADTTEILE

Schöneweide

Auf halbem Weg zwischen City und Flughafen: Willkommen in Schweineöde – ähm, Schöneweide. Das traditionsreiche Industriegebiet entwickelt sich zu einem attraktiven Wirtschaftsstandort. Hier werden in den nächsten Jahren viele Arbeitsplätze entstehen. Was sonst noch so in Schöneweide los ist, erfahrt ihr hier.

In der alten Bärenquell-Brauerei befindet sich seit 2020 das Revier Südost, die ehemalige Griessmühle. Das zieht die Techno-Szene nach Schöneweide. Foto: Imago/pop-eye

Schöneweide ist die vereinfachte Bezeichnung für die Ortsteile Niederschöneweide und Oberschöneweide. Bis zur Verwaltungsreform gehörte Niederschöneweide zu dem ehemaligen Bezirk Treptow und Oberschöneweide zu dem ehemaligen Bezirk Köpenick. Seit 2001 befindet der Stadtteil Schöneweide im Bezirk Treptow-Köpenick.

Niederschöneweide und Oberschöneweide

Der heutige Stadtteil Schöneweide wurde erstmals 1598 als „Schöne Weyde“ in der Reisebeschreibung des damaligen Kurfürsten erwähnt. Damit wurde die ausgedehnte Uferwiese am südlichen Spreeufer bezeichnet. In Schöneweide kann man wunderbar spazieren gehen.

Ehemaliges Industriegebäude an der Spree (heute Freie Waldorfschule) in Niederschöneweide. Foto: Imago/Rolf Zöllner

Die Besiedlung des südlichen Spreeufers, dem heutigen Niederschöneweide, begann im 17. Jahrhundert mit einer Teerschwelerei. Auch Oberschöneweide entstand im 17. Jahrhundert. Hier begann alles mit der Gastwirtschaft Quappenkrug, dem späteren Wilhelminenhof. Im August 1878 wurde Niederschöneweide zur selbstständigen Gemeinde erhoben, Oberschöneweide im März 1898. Davor hießen die beiden Siedlungen amtlich „Etablissements bei der schönen Weide“ oder auch „Etablissements bei Köpenick“. Trotzdem verlief die Entwicklung der beiden Gebiete, politisch als auch wirtschaftlich, unabhängig voneinander.

1885 wurde mit einer Kettenfähre die erste Verbindung zwischen den beiden Orten geschaffen, welche 1891 durch eine Holzbrücke ersetzt wurde. Bald kamen zwei weitere Brücken dazu. 1944 wurde der Kaisersteg von der Schutzstaffel unter Hitler gesprengt und 2007 wieder errichtet. Mit der Eingemeindung nach Groß-Berlin im Jahr 1920 endete die Selbständigkeit von Niederschöneweide und Oberschöneweide. Während der Teilung Berlin gehörten Niederschöneweide und Oberschöneweide zu Ost-Berlin, zur DDR.

Schöneweide als Industriestandort

Die Geschichte von Oberschöneweide ist eng mit der des AEG-Konzerns verbunden. Durch dessen Ansiedlung in Schöneweide um 1900 wurde der Ortsteil schnell zum großen Industriestandort und Arbeiterbezirk. Zu Zeiten der DDR arbeiteten hier 25 000 Menschen. Der Designer und Architekt Peter Behrens errichtete an der Wilhelminenhofstraße einige Industriebauten (NAG-Gebäude) für die AEG. Durch das Ansiedeln der AEG zog es immer mehr Betriebe nach Schöneweide.

Ein unter Denkmalschutz stehendes Haus der alten AEG-Werke an der Spree in der Wilhelminenhofstraße in Oberschöneweide. Foto: Imago/Hohlfeld

Nach Ende des Zweiten Weltkrieges konzentrierten sich die führenden Konzerne der elektrotechnischen und elektronischen Industrie, wie das Kabelwerk Oberspree (KWO), das Transformatorenwerk Oberspree (TRO) und das Werk für Fernsehelektronik (WF) im Raum Oberschöneweide und knüpften damit an die frühere AEG-Tradition an.

Doch schon in den 1970er Jahren kam es zu einer Überalterung der Industrieanlagen. So fehlte auch die Konkurrenzfähigkeit zu vielen Großbetrieben. Mit Ende der DDR endeten 1990 auch die beiden traditionsreichen Industriestandorte in Schöneweide. Nur Samsung betrieb bis 2005 einen Produktionsstandort für Bildschirm- und Mobilfunkgeräte in Oberschöneweide.

Schöneweide orientiert sich neu

Tatsächlich kann man viele schön Dinge Schöneweide erleben. So hat sich die HTW (Hochschule für Wirtschaft und Technik) als größte staatliche Fachhochschule Deutschlands in Schöneweide, auf dem ehemaligen AEG-Gelände, niedergelassen. In Niederschöneweide befindet sich das Dokumentationszentrum NS-Zwangsarbeit, mit Ausstellungen zur Geschichte der NS-Zwangsarbeit in Berlin, im Reichsgebiet und im besetzten Europa.

Nicht nur zieht es immer mehr Studierende nach Schöneweide, auch viele Künstler:innen, Kreative und Soloselbstständige haben hier ihr zu Hause gefunden. Neu entstanden sind hier die Reinbeckhallen in Oberschöneweide. Die 900 Quadratmeter große Ausstellungshalle ist ganz weiß gehalten und bietet viel Platz für Kunst aller Art.

Fotoausstellung „Berlin, 1945 – 2000: A Photographic Subject“ in den historischen Reinbeckhallen im Industriegebiet Schöneweide. Es ist eine Ausstellung der Stiftung Reinbeckhallen Sammlung für Gegenwartskunst. Foto: Imago/Hohlfeld

Weiterhin hat der legendäre Techno-Club Griessmühle als Teil des Revier Südost sein neues zu Hause, unter neuem Namen, gefunden. Anfang 2020 musste der Neuköllner Club seinen Standort an der Sonnenallee verlassen und wanderte nach Schöneweide weiter. Nun befindet sich hier das Revier Südost in der alten Bärenquell-Brauerei. Hier entsteht weiterhin ein einzigartiges Clubgelände mit Biergarten, Club und vielem mehr.

Das FEZ-Berlin ist der vielfältigste Spiel-, Lern- und Erlebnisort Berlins. 13.000 m² Indoor- und 175.000 m² Outdoor-Fläche bieten viel Platz für verschiedene Spielorte sowie Bildungs- und Kulturangebote für alle Generationen. Das FEZ befindet sich inmitten des Waldparks Wuhlheide, der ganze Bereich ist eine Erkundung wert, unter anderem dreht hier auch eine Eisenbahn ihre Runden.

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