• Event
  • Information
  • Building Refuges and Sanctuaries: A Decolonial Feminist Antiracist Practice

Information

Building Refuges and Sanctuaries: A Decolonial Feminist Antiracist Practice

In den vergangenen Jahren ist die Zahl der „Zonen des Nicht-Seins“, wie Frantz Fanon sie nannte, in ganz Europa gewachsen. Diese durch Gewalt und unverhohlene Enteignung geschaffenen Orte, an denen Menschen ihre Menschlichkeit abgesprochen wird, spiegeln die systemische und strukturelle Gewalt gegen Flüchtende aus bestimmten Regionen wider. Tausende afrikanische, arabische und asiatische Geflüchtete werden von der Polizei, der Armee, Rassist:innen, Faschist:innen und extremen Rechten gejagt und angegriffen. Ihre Zelte werden zerstört, ihre Lebensmittel vernichtet, ihre Forderungen zurückgewiesen. Im November 2021 richteten die Regierungen Weißrusslands und Polens in ihrem Grenzgebiet eine Zone des Nicht-Seins ein, in der tausende Flüchtende aus Syrien, Afghanistan und Afrika bei Minusgraden im Dreck festsaßen, außerstande, der Armee und der Polizei auf beiden Seiten zu entkommen. Viele starben in den Wäldern und polnische Helfer:innen wurden kriminalisiert. Mit dem Begriff des „hybriden Krieges“ verwandelte die polnische Regierung frierende, verängstigte und verzweifelte Menschen metaphorisch in eine bedrohliche Armee. Feindliche Maßnahmen hindern aber weder Staaten noch das Kapital daran, Geflüchtete und Asylsuchende auszubeuten, die durch sie zu Schutzlosen wurden. Sie sind Opfer einer mit dem rassistischen Kapitalismus einhergehenden, Geist und Körper auszehrenden Ökonomie der Erschöpfung, deren Brutalität während der Pandemie unverhüllt zu Tage trat. Ihre lange Geschichte begann in der Neuzeit mit der kolonialen Sklaverei, der Ausschöpfung der menschlichen Lebenskraft bis zum Tod, und dauert bis heute an. Das bequeme Leben der europäischen Bourgeoisie basiert noch immer auf der Ausbeutung rassialisierter Körper. Heute werden Vertriebene und People of Color bis zur Erschöpfung ausgebeutet. Um der mörderischen, flüchtlingsfeindlichen europäischen Politik entgegenzuwirken, haben antirassistische und antifaschistische Bewegungen Zufluchtsorte und Routen der Solidarität geschaffen.



Ausgehend von Theorien des politischen Antirassismus, des Abolitionismus und des dekolonialen Feminismus entwickeln die Teilnehmer:innen des Workshops gemeinsam eine öffentliche Performance über die dringende Notwendigkeit, mehr Schutz- und Zufluchtsorte zu schaffen.



 



Kuratiert von: Françoise Vergès



 



Diese Konferenz ist Teil des Diskursprogramms der 12. Berlin Biennale. Ausgehend von der Restitutionsdebatte untersucht es, wie Kolonialismus und Imperialismus in der Gegenwart fortwirken.

Daten & Fakten

Zeitplan

  • Sa 13.08

Zeit

Veranstaltungsort

  • 10:30

    Dekoloniale Erinnerungskultur in der Stadt - Projektraum

Berlin am besten erleben
Dein wöchentlicher Newsletter für Kultur, Genuss und Stadtleben
Newsletter preview on iPad