Kunst

Kämpferisches Christentum und völkische Gesinnung – Spandauer Kirchen im Nationalsozialismus

Spandau entwickelte sich zwischen 1933 und 1945 zu einem Zentrum der reichsweiten Auseinandersetzung innerhalb der evangelischen Kirche: Zwischen der oppositionellen “Bekennenden Kirche” und den nationalsozialistischen “Deutschen Christen” entbrannte ein Kampf um die religiöse Deutungshoheit und Positionierung zum Regime. Dazu recherchierten Studierende des Touro College Berlin unter der Leitung von Prof. Dr. Stephan Lehnstaedt und erarbeiteten zusammen mit dem Stadtgeschichtlichen Museum Spandau ein Ausstellungskonzept. Im Mittelpunkt stehen Beispiele von Spandauer Gemeinden, in denen der Konflikt existenziell war und Folgen weit über das Kriegsende hinaus hatte.Auch das Objekt, das den Anstoß zu dieser Ausstellung gab, ist nun erstmals im historischen Kontext zu sehen: Die während des Presserummels um die “Hitler-Glocke” von Herxheim wiederentdeckte “Hakenkreuz-Glocke” der Wichernkirche in Hakenfelde hatte im Dezember 2017 zumindest in Berlin für Schlagzeilen gesorgt. Der Gemeinderat der Kirchengemeinde Wichern-Radeland hatte beschlossen, die Glocke weder am Glockenturm hängen noch sie verschwinden zu lassen. Eine geschichtliche Aufarbeitung und die öffentliche Ausstellung im Stadtgeschichtlichen Museum Spandau war die gewünschte (Los)Lösung von dem belasteten Objekt.

Kämpferisches Christentum und völkische Gesinnung – Spandauer Kirchen im Nationalsozialismus
Wichern Kapelle, 1940, Archiv der Evangelischen Kirchengemeinde St. Nikolai | Foto: Max Krajewski

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