Clubkultur

Clubs in Berlin: Geburtstag im Monster Ronson’s, Festival-Feeling im Kater Blau

Nur ein paar Wochen durften die Clubs in Berlin normal öffnen und ihre Innenräume bespielen, bevor sie dieses Wochenende wieder mit Einschränkungen leben müssen. Zusätzlich zu den negativen Schnelltests, die jetzt beim Einlass kontrolliert werden müssen, dürfen die Clubs ihre Räume nur zu 50 Prozent füllen. Für viele kleine Clubs ist das fatal, aber auch einige große Partyreihen stehen nun auf der Kippe. Die Synoid in der Alten Münze zum Beispiel, die eigentlich das ganze Wochenende hätte stattfinden sollen, ist schon abgesagt. Aber Berlin wäre nicht Berlin, wenn es in den Clubs nicht trotzdem eine Reihe von Alternativen geben würde. Das Monster Ronson’s feiert gleich drei Geburtstage, im Kater Blau geht die Party mal wieder das ganze Wochenende, und obendrein ist noch die heißeste queere Partyreihe der Stadt zurück.


16., 17., und 18. Geburtstag im Monster Ronson’s

Darauf, dass im Monster Ronson’s gute Stimmung ist, kann sich verlassen. Foto: Imago/Pop-Eye/Christina Kratsch

Für alle, die Karaoke mögen und selbst für jene, die sich nicht damit wohlfühlen, auf der Bühne Songs abzulesen und nachzuträllern, ist das Monster Ronson’s der Place to Be. Denn die Stimmung ist dort eigentlich immer bombig. Das mag am ausgeflippten, sehr queeren Publikum liegen, an der nicht zu großen, gemütlichen Location oder eben an der bunten Musikauswahl. Dieses Wochenende feiert der Karaoke-Club seinen 16. Geburtstag nach und gleichzeitig ganz normal seinen diesjährigen 17. Geburtstag. Und weil gerade wieder komplett unsicher ist, wie es mit den Clubs weitergeht, wird obendrein gleich noch die 18. Geburtstagsparty vorgefeiert. Das Line-up ist entsprechend pompös: Zum Beispiel legt DJ-Urgestein Sven Dohse auf, außerdem sorgen queere Berliner Showgrößen wie The Darvish und Olympia Bukkakis für heiße Shows.

  • Monster Ronson’s Warschauer Straße 34, Friedrichshain, Sa 27.11., ab 22 Uhr, mehr Infos und Tickets hier

Mala Junta im Æden

So warm wird man es jetzt nicht mehr haben in der Schlange zur Party. Dafür lohnt sich die Mala Junta. Foto: Imago/Jürgen Held

Die Mala Junta ist eine dieser Partyreihen, mit denen man nichts falsch machen kann, wenn man auf schnellen Techno und diese ganz bestimmte Mischung aus 90er-Sound und Trance steht, die derzeit so viele Tanzflächen erobert. So underground, wie früher, als sie noch hinter der Kühlschranktür der Diskothek Melancholie 2 stattfand, ist sie schon länger nicht mehr. Nichtsdestotrotz gehört die Mala Junta zu den Partyreihen, bei denen das Publikum wenig prätentiös ist und trotzdem extravagant, die Stimmung elektrisierend, aber nicht so, dass die Menschen rücksichtslos werden und einen auf der Tanzfläche einfach umrennen.

  • Æden Am Schleusenufer 3, Kreuzberg, Sa 27.11. ab 22 Uhr

Wenn’s knallt, dann knallt’s im Kater Blau

Hinter dem Wellblech und den Brettern wartet die Party. Foto: Imago/Emmanuele Contini

Selbst für diejenigen, die in diesem Corona-Sommer auf Festivals waren, liegt dieses ganz besondere Festival-Gefühl wahrscheinlich spätestens jetzt, mitten im grauen November, so fern wie Neuseeland. Dazu kommt die vierte Welle, die gerade dank einiger Uneinsichtiger mit Wucht auf Deutschland hinübergeht. Wer sich trotzdem sicher genug fühlt, um feiern zu gehen, der könnte sich das Sommer-Festival-Feeling zumindest ein Stück weit im Kater Blau zurückholen. Denn dort findet das ganze Wochenende, ohne Pause, die zweite Kater-Indoor-Party in diesem Jahr statt. Hinterm DJ-Pult stehen DJs, deren Sets viele wohl an glückliche Stunden auf der Tanzwüste der Fusion oder einem der Floors auf der Wilden Möhre erinnern dürften. 

  • Kater Blau Holzmarktstraße 25, Friedrichshain, Fr 26.11. ab Mitternacht – Mo 29.11. 

Klubnacht im Berghain

Octo Octa kann mit ihren Sets so ziemlich jede Crowd anheizen und die in der Panne erst recht. Foto: 48 Hills

Samstag ist mal wieder so eine Klubnacht in Berghain, bei der sich das Line-Up selbst übertrumpft und man in der Panorama Bar einen Banger nach dem anderen erwarten darf, während die Masse auf dem Berghain-Floor angesichts von mitreißenden Sets vor und zurück wogt und die Menschen sich die Woche aus dem Leib tanzen. Angefangen bei Berghain-Resident Answer Code Request über die experimentellen Boys von Fjaak bis hin zu Closing-Liebling Boris: Kein Set dürfte am Samstag enttäuschen. In der Panorama Bar spielen unter anderen Berghain- und Panorama-Bar-Resident Ryan Elliott und Octo Octa, die bisher jedes Mal so elektrisierend, so abwechslungsreich gespielt hat, dass die Zeit viel zu schnell verflogen ist.

  • Berghain/Panorama Bar Am Wriezener Bahnhof, Friedrichshain, Sa 27.11., ab Mitternacht

Radiant Love in der Musikbrauerei

Die Musikbrauerei ist so eine Location, bei der man sich fragt, wieso man sie eigentlich noch nicht kannte, wenn man sie das erste Mal betritt: verwinkelte Kellergewölbe, eine riesige Halle und eine Wendeltreppe, die sich scheinbar endlos um sich selbst windet. Passend zur Einzigartigkeit der Location findet dort am Samstag eine der heißesten queeren Partys Berlins statt: die Radiant Love. Es gibt eine Videoinstallation und eine Performance, und zu den Hosts gehört die großartige Judy LaDivina. Am DJ-Pult steht unter anderen THC, eine der aufregendsten Newcommer:innen unter den Berliner die DJs, die bisher mit ihrem frischen treibenden Sound jede Tanzfläche elektrisiert hat.

  • Musikbrauerei Greifswalder Straße 23a, Prenzlauer Berg, Sa 27.11., ab 23 Uhr

Revier Südost, die Zweite

Viel Platz zum Feiern: das Revier Südost in Schöneweide. Foto: Stefan Bartusch

Seit August, also mehr als drei Monate, war das Revier Südost geschlossen, und das auch noch kurz nach dem scheinbar endlosen Winter-Lockdown. Grund war ein Rassismus-Skandal, der die ganze Szene erschütterte. Seitdem gab es in der “neuen Griessmühle” Seminare über Rassismus und andere Diskriminierung für alle, außerdem steht an der Tür ein komplett neues Team. Wir finden: Der neue Club in Schöneweide hat genug gebüßt für den Fehltritt und gibt sich Mühe, in Zukunft sensibler zu werden. Und freuen uns, dass das Revier Südost seit vergangener Woche wieder in der Berliner Clublandschaft mitmischt – dieses Mal nicht nur mit einem Außenbereich, sondern auch mit ausgebauten Innenräumen, die dank ihres industriellen Flairs kaum mehr nach Techno aussehen könnten. Diesen Samstag ist Stanislav Tolkachev Headliner, der mit seinem psychedelischen Techno wahrscheinlich auch Leute auf der Tanzfläche hält, die sich sonst alle zehn Minuten zum Quatschen hinsetzen.

  • Revier Südost Schnellerstraße 137, Schöneweide, Sa 27.11., ab Mitternacht, weitere Infos hier

Gayhane im SO36

Das SO36, mitten im linken Zentrum Kreuzbergs gelegen, hat Kultstatus. Foto: Imago/Travel-Stock-Image

Gayhane gehört zu den ältesten queeren Partyreihen in Berlin und verbindet Menschen von überall her und jeglicher Sexualität. Jeden Monat kommen Menschen zusammen, um, immer bei der Musik der Partylegende DJ Ipek, ihre Hüften zu schwingen und vor allem: ihre Bauch rhythmisch zu bewegen. Bei Gayhane, dem „HomoOriental Dancefloor“ gibt es zudem immer eine Show, vor der aber erst noch die wichtigste Message des Abends betont wird: Solidarität mit den politischen Kämpfen und sozialen Projekten. Danach geht es meistens in den Halay, den Kreistanz, der in der türkischen, kurdischen und den vielen arabischen Kulturen getanzt wird.

  • SO36 Oranienstraße 190, Kreuzberg, Sa 27.11., ab 22 Uhr

Nur noch Abendkasse im Sisyphos

Hinter dem Tor des Sisyphos liegt ein zauberhafter Ort. Foto: Imago/Schaap

So langsam ist in Berlins Feierszene wirklich wieder fast alles wie vor der Pandemie. Wer noch daran zweifelt, den dürfte diese Nachricht überzeugen: Die langen Wochenenden im Sisyphos sind zurück, wo Gäste tage- und nächtelang in eine Parallelwelt voll bunter Lichter und Laser, verwinkelter dunkler Ecken und absurder Details eintauchen können. Gleichzeitig hat der Club die Vorverkaufs-Tickets abgeschafft. Dafür müssen sich Gäste auf der Website des Clubs anmelden, den „Entenpass“ mit QR-Code herunterladen und an der Tür vorzeigen. Es gilt 2G.

  • Sisyphos Hauptstraße 15, Rummelsburg, Fr 22 Uhr bis Mo 8 Uhr

Bier mit Krone im Frannz Club

Clubs in Berlin: Der Frannz Club hält die Stellung in Prenzlauer Berg
Im kulturellen Zentrum des Prenzlauer Berg, der Kulturbrauerei, liegt auch der Frannz Club. Foto: Imago/Joko

Ja, der Prenzlauer Berg hat noch Clubs. Einer davon ist der Frannz Club auf dem Gelände der Kulturbrauerei, wo längst wieder Konzerte stattfinden. Am Samstag ist der perfekte Tag zum Feiern für Singles: Denn dann steigt Berlins bekannteste, größte und älteste Single-Party im Frannz Club: Fisch sucht Fahrrad.

  • Frannz Club Schönhauser Allee 36 (Kulturbrauerei), Prenzlauer Berg, Fr 12.11. ab 21 Uhr

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