Berlinale 2018 – Special: Serien

Geldadel

Der Autor Oliver Kienle über die sechsteilige TV-Serie Bad Banks

Herr Kienle, werden die Zuschauer nach dem Sehen der Serie Investmentbanker bewundern oder hassen?
Oliver Kienle Darauf bin ich selbst sehr gespannt. Es gab Phasen in der Entwicklung, da war ich mir sicher, dass nach Ausstrahlung der Serie die Bewerbungen für diesen Job steil nach oben gehen werden, in anderen Phasen dachte ich: Was wir machen, ist eine Bestätigung von Vorurteilen. Ich hoffe, dass man darüber nachdenkt, warum Menschen so einen getriebenen Beruf machen, dass es dabei nicht um Geld und Gier geht, sondern um tiefer liegende Sehnsüchte und Defizite.

Bad Banks
Foto Ricardo Vaz Palma

Wie bekommt man einen Investmentbanker dazu, etwas von seiner Tätigkeit preiszugeben?
Wir haben da sehr offene Menschen erlebt. Die Leute hatten das Bedürfnis, über ihren Beruf zu sprechen. Man merkt, das sind Menschen, die wirklich bereit sind, sich ambivalent mit ihrem Beruf auseinanderzusetzen, auch vieles richtig stellen möchten. Allerdings sind sie auch Verkäufer: Das, was sie dir erzählen, wollen sie dir gleichzeitig verkaufen. Gerade, wenn es um die Zukunft des Bankings geht, erzählen sie mit vollem Selbstbewusstsein heute etwas ganz anders als noch vor zwei Wochen.

Es gibt in der ersten Folge zwei Sätze, die mir programmatisch erschienen: „Es gibt keine Loyalit…

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