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Über dem Hauptstadt-Himmel

Die Dächer über Berlin – von der Edelbar bis zum Fußballplatz

Im Sommer tut Berlin uns allen gut. Bei Sonnenschein fläzen wir uns an den Seen, essen Eis oder gönnen uns kühle Drinks. Letzteres muss nicht immer in Biergärten geschehen. Es gibt in Berlin genügend tolle Rooftopbars, auch wenn da eher hochklassige Drinks statt Bier serviert wird. Überhaupt haben die Dächer in Berlin ziemlich viel zu bieten. Manche beherbergen Sportplätze, andere Pools und Saunen. Viel Spaß beim Entdecken!


Dächer von Berlin: Vom Klunkerkranich in Neukölln schaut man bis nach Mitte

Dächer gibt es viele in Berlin, doch diese werden kaum genutzt. Dabei gibt es in den Sommermonaten kaum einen schöneren Ort in Berlin. Allein wegen des Panoramas empfiehlt sich ein Ausflug zum Klunkerkranich. Foto: Imago/TSP
Dächer gibt es viele in Berlin, doch diese werden kaum genutzt. Dabei gibt es in den Sommermonaten kaum einen schöneren Ort in Berlin. Allein wegen des Panoramas empfiehlt sich ein Ausflug zum Klunkerkranich. Foto: Imago/TSP

Der Klunkerkranich ist vieles: Club, Strandbar und Künstlerinsel. Alles ist hier ein bisschen improvisiert und unfertig, aber das macht diese Dach-Location mit dem tollen Panorama auch so sympathisch. Von hier oben schaut man bis zum Europa-Center im Westen und dem Fernsehturm im Osten. Vom Neuköllner Hipster über Öko-Mütter und Rentner sitzt hier alles auf den luftigen Holzbänken. Überall wachsen Basilikum, Rosmarin, Tomaten und Salat aus selbst gebauten Trögen. Zutaten, die auch für die kleine Restaurantküche verwendet werden. Junge Musiker und DJs sorgen vom späten Nachmittag bis nachts fürs Begleitprogramm zum Sonnenuntergang.

  • Neukölln Arcaden, Karl-Marx-Str. 66, Neukölln, Freitag, Samstag & Sonntag 17–23 Uhr, www.klunkerkranich.org

Kick it like Beckham auf dem Fußballplatz der Metro-Filiale in Friedrichshain

Bloß nicht zu hoch schießen sollten die Kicker auf dem Dach der Metro-Filiale in Friedrichshain, sonst kann der Ball auch schon einmal verloren gehen. Foto: Eva Apraku
Bloß nicht zu hoch schießen sollten die Kicker auf dem Dach der Metro-Filiale in Friedrichshain, sonst kann der Ball auch schon einmal verloren gehen. Foto: Eva Apraku

Friedrichshainer Amateur-Fußballspieler lieben den Platz auf dem Dach des Gebäudes – angelegt immerhin mit den offiziellen FIFA-Maßen, 105 mal 68 Meter. Eröffnet wurde der Metro-Fußballhimmel, so der Name der zwölf Meter über dem umliegenden Boden heraus­ragenden ­Anlage, vor bald 15 Jahren. Die Idee stammte von den Anwohnern, finanziert wurde der Kunstrasenplatz vom Metro-Konzern. Inzwischen gibt es in Berlin sogar Nachahmer: Auch auf dem Dach des Hellweg-Baumarktes an der Kreuzberger Yorckstraße 38–39 gibt es ­einen – allerdings kleineren – Fußballplatz (Hellweg-Sportplatz). Genutzt werden beide Plätze vom Schulsport und von anliegenden Vereinen. Finden Heimspiele der entsprechenden Mannschaften statt, sind auch Zuschauer zugelassen.

  • Metro-Fußballhimmel, An der Ostbahn 5, Friedrichshain, Zugang für die Öffentlichkeit nur bei Heimspielen dort ansässiger Clubs

Die Thermen am Europa-Center laden zum Entspannen ein

Chillen mit Weitblick in den Thermen am Europa-Center. Foto: Heiko Adrian
Chillen mit Weitblick in den Thermen am Europa-Center. Foto: Heiko Adrian

Am Wochenende wird es hier schon mal richtig voll, wenn der Berliner von Wilmersdorf, Charlottenburg und Co. zum Entspannen vorbeikommt. Das 350 Quadratmeter große Thermal-Sole-Schwimmbecken bietet viel Platz, auf der 500 Quadratmeter großen begrünten Dachterrasse lässt es sich wunderbar in der Sonnenliege lesen und bräunen. Nach Saunagängen und Dampf­bädern kühlt man an der frischen Luft im Grünen ab und taucht dann in einen Riesenbottich mit Blick über den Ku’damm ein. Bis spät am Abend kann man im Außenpool unter dem Himmel seine Bahnen ziehen.

  • Europa-Center, Nürnberger Str. 7, Charlottenburg, Mo-Sa 10–24 Uhr, So+feiertags 10–21 Uhr, wegen der Corona-Pandemie aktuell geschlossen, www.thermen-berlin.de

Elegant feiern in der Grace Bar Rooftop im Herzen der City West

Auf dem Dach des Hotel Zoo geht es edel zu. Foto: Gili Shani/ www.gilishani.com
Auf dem Dach des Hotel Zoo geht es edel zu. Foto: Gili Shani / www.gilishani.com

Die Grace Rooftop Bar ist der abendliche Treffpunkt der West-Schickeria. Eine Rundum-Verglasung schützt vor Wind und erlaubt einen wunderbaren Blick über die Dächer Westberlins. Ein spektakulär beleuchtetes Pflanzengehänge umfängt die offene Bar. Auf der Karte stehen neben Eigenkreationen mit hausgemachten Infusionen und Kräutern auch selten angebotene Klassiker wie der Martinez. Eine frisch-säuerliche Aroma-Bombe ist der „Bellpepper Sour“ mit Gin, Apfel, Paprika und einem Hauch Tonkabohne. Wer es stärker mag, wählt aus den zahlreichen Whiskeys. Dazu gibt’s für die harten Jungs und Mädels auch Zigarren.


Günstig abhängen auf dem Dach von Galeria Karstadt am Hermannplatz

Die Dachterrasse von Galeria Karstadt am Hermannplatz gehört zum hauseigenen Le-Buffet-Restaurant. Foto: Tamara Dauenhauer
Die Dachterrasse von Galeria Karstadt am Hermannplatz gehört zum hauseigenen Le-Buffet-Restaurant. Foto: Tamara Dauenhauer

Vorbei an Parfumtischen und Sonderposten, Spielzeug und Käsereiben führt der Weg zu einer kleinen Oase, deren Reiz sich vielleicht nicht auf den ersten Blick erschließt: die Dachterrasse der Karstadt-Filiale am Hermannplatz. Im Jahr 1929, als das Kaufhaus eröffnet wurde, galt die Aussichtsplattform als kleine Sensation, die sogar von einer hauseigenen Band bespielt wurde. Vom einstigen Glamour zeugt heute auf der spärlich bepflanzten Dachterrasse mit ihren Aluminiumtischen zwar wenig; ein schönes Versteck vor der im Kiez allgegenwärtigen Szene-Coolness ist sie allemal. Und ein wirklich egalitärer Ort ohnehin: Zum Preis einer Orangina-Limonade aus dem Le-Buffet-Restaurant kann hier jeder – ob junge Großfamilie oder Touristin mit Gucci-Shopper – dabei zuschauen, wie der U-Bahnhof unablässig Menschen ausspuckt und die Sonne über der Sonnenallee wendet. 

  • Galeria Karstadt, Hermannplatz 5-10, Neukölln, Mo-Sa 10–20 Uhr, Eintritt frei

Aperol trinken und das Mitte-Fair genießen in der Amano Bar

Mit einem sommerlichen Drink in der Hand lässt es sich auf dem Dach des Amano Hotels so richtig entspannen. Foto: Antonio Monsalve
Mit einem sommerlichen Drink in der Hand lässt es sich auf dem Dach des Amano Hotels so richtig entspannen. Foto: Antonio Monsalve

Die Amano Rooftop Bar ist mittlerweile zu so etwas wie einem zweiten Zuhause für viele Werber, Hipster, Schöne und Kreative geworden, die sich den Irrsinn antun, rund um die Torstraße zu wohnen. Aber auch internationale Businessmenschen und Großstadt-Hopper entspannen sich auf der lauschigen Dachterrasse des Amano Hotels bei einem frühen Aperol (so gegen 18 Uhr) oder beim vierten Gin ­Tonic (so gegen 23 Uhr), bevor sie noch die anderen Mitte-Bars unsicher machen. Die Barkarte ist eine reduzierte Variante der Amano Bar im Erdgeschoss, ein paar der leckeren Gewürz-Cocktails, die mit Kräutern und anderen Würzmitteln aufgewertet werden, gibt es auch hier oben, zum Beispiel den frischen, leicht scharfen Thai Massage mit Chili und ­Limette. Bei gutem Wetter stehen die Leute am Fahrstuhl Schlange. Toiletten gibt es oben keine, wer sich also noch mal pudern muss, macht das besser vorher unten am Hoteleingang.


Das House of Weekend lädt zum wilden Feiern über den Dächern von Berlin ein

Die Rooftop-Bar des House of Weekend eröffnet in diesem Jahr im Juni. Foto: Promo
Die Rooftop-Bar des House of Weekend eröffnet in diesem Jahr im Juni. Foto: Promo

60 Meter geht der Blick vom Electro-Club House of Weekend in die Tiefe, die Menschen und Autos wirken winzig klein. Der Betreiber taufte den Außenbereich mit den gemütlichen Sitz-Ecken „Roof Garden“ und tatsächlich hängt ein extravagant beleuchtetes Pflanzenbeet aus Weinlaub und Efeu über der 26 Meter langen, verspiegelten Außenbar, die übrigens einen sehr guten Gin Tonic macht. Vor Wind schützt eine zwei Meter hohe Brüstung aus Glas. Für Hungrige gibt es Burger vom Grill. Nachdem man sein Gesicht in die Abendsonne gehalten hat, wird später am Abend im 15. Stock getanzt.


Gin trinken und die Affen beobachten von der Monkey Bar

Von der Monkey Bar hat man einen tollen Blick auf die City West. Foto: Stephan Lemke
Von der Monkey Bar hat man einen tollen Blick auf die City West. Foto: Stephan Lemke

Von einer hölzernen Tribüne hinter der Bar im zehnten Stock des 25 Hours Hotels schaut man durch große Glasfenster mitten in das weite Grün des Zoologischen Gartens. Die Schimpansen unten im Gehege kann man nur erahnen, aber in der Bar selbst ist auch so der Affe los. Der Lautstärkepegel ist auf Großstadtdschungelniveau. Der Ausblick auf die schicke, sachliche 1950er-Jahre-Architektur des langgezogenen Bikini-Hauses ist wunderbar. Das Innere sieht aus, als hätte man eine ganze Horde junger Indoor-Designer auf den Raum losgelassen. Palmen, Pflanzengehänge, Felle, Südsee-Schnickschnack kontrastieren hier mit taffem Industrie-Ambiente. Alles ein bisschen Meat-Packers-District-Style. Abends legen DJs in einer pittoresken Nische auf, um das Pult hängen allerlei Schallplattenhüllen. Die Cocktails werden mit hauseigenen Infusionen und hochwertigen Spirituosen zubereitet. Passend zum exotischen Tiergehege unter der Bar gibt es selbstkreierte Südsee-Drinks mit viel Rum. Die Gin-Auswahl verzeichnet alles, was Rang und Namen hat. Aus der Küche des Neni Restaurants im gleichen Stock kann man kleine Snacks ordern.


Mehr Freizeitaktivitäten in Berlin

Von Berlins Dächern kann man wahnsinnig schöne Sonnenuntergänge bewundern. Doch das geht auch an anderen Orten in der Stadt: Diese zwölf Orte bieten spektakuläre Aussichten auf den Abendhimmel. So wie es hoch hinaus geht, geht es auch tief hinab. Im Rahmen dieser Führungen könnt ihr Berlins Unterwelten kennenlernen.

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