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PCR-Test in Berlin: Wo kann ich mich testen lassen?

Der PCR-Test ist der Goldstandard zum Nachweis einer akuten Infektion mit dem Coronavirus. Das Verfahren ist sensitiver und spezifischer als beim Schnelltest, eine Infektion kann so zweifelsfrei nachgewiesen werden. Aber wo gibt es den PCR-Test in Berlin? Wann ist er sinnvoll? Und in welchen Fällen ist der PCR-Test kostenlos? Wird das auch in Zukunft so sein? Ein Überblick.

PCR-Tests in Berlin? Der Abstrich ist mittlerweile Alltag für viele Menschen. Foto: Imago/Bihlmayerfotografie
PCR-Tests in Berlin? Der Abstrich ist mittlerweile Alltag für viele Menschen. Foto: Imago/Bihlmayerfotografie

Was den PCR-Test vom Antigen-Test unterscheidet

Für die schnelle Abklärung auf eine akute Infektion ist der Antigen-Schnelltest oft ausreichend, das Ergebnis hat man nach wenigen Minuten. Viel genauer ist allerdings der an der Charité entwickelte PCR-Test. Dabei wird die Probe nicht auf Eiweiße, sondern auf das Vorhandensein bestimmter Gensequenzen untersucht, die für das Coronavirus typisch sind. Der Abstrich erfolgt üblicherweise im Rachenraum, manchmal zusätzlich noch in der Nase. Die Probe muss in einem Labor untersucht werden, weshalb die Auswertung länger dauert als beim Schnelltest.

Wo gibt es PCR-Tests in Berlin?

Die Senatsverwaltung für Gesundheit unterhält eine Website, auf der alle Teststellen und -stationen in Berlin gesammelt sind. Die meisten Testzentren bieten bloß Antigen-Schnelltests, einige jedoch haben auch Kapazitäten, um PCR-Tests durchzuführen. Das Angebot in den gewerblichen Testzentren ist mit Kosten verbunden. Dafür bieten manche von ihnen auch Express-PCR-Tests an, bei denen das Ergebnis bereits nach wenigen Stunden vorliegt. Die Kosten sind je nach Teststelle unterschiedlich, viele Angebote liegen bei 50 Euro. Je schneller das Ergebnis des PCR-Tests vorliegen soll, desto teurer wird es. Die Website mit den Teststellen und Informationen zum jeweiligen Angebot findet ihr hier.

Kostenloser PCR-Test in Berlin: Wo das möglich ist

Wer Gewissheit möchte, aber nicht selbst für den PCR-Test zahlen kann oder will, kann diesen unter Umständen auch kostenlos erhalten. Dazu gehört aber mehr als die Vermutung, dass das Kratzen im Hals keine gewöhnliche Erkältung andeutet.

Die erste Anlaufstelle ist die ärztliche Praxis, beispielsweise Hausärzt:innen. In Berlin gibt es auch spezielle Covid-19-Praxen, an die man sich mit akuten Symptomen wenden kann. Wichtig ist dabei, die Öffnungszeiten zu beachten und sich vorher am besten telefonisch anzumelden. Eine Übersicht über die Praxen stellt die KV Berlin hier nach Bezirken sortiert zur Verfügung.

Darüber hinaus gibt es in Berlin Möglichkeiten, einen kostenlosen PCR-Test zu erhalten. Das Land Berlin hat dabei Regeln zur Kostenübernahme. Anspruch auf einen PCR-Test haben

  • Empfänger:innen von Transferleistungen, die aus medizinischen Gründen nicht geimpft werden können und die an einer 2G-Veranstaltung teilnehmen möchten
  • Personen, die einen Selbsttest durchgeführt haben, der positiv ist
  • Personen, deren Corona-Warn-App ein erhöhtes Risiko zeigt
  • Personen, die vom Gesundheitsamt oder von Ärzt:innen als Kontaktpersonen festgestellt wurden
  • Personen, deren Schnelltest in einem Testzentrum positiv ist

Fällt der Schnelltest in einem gewerblichen Testzentrum positiv aus, kann es sein, dass direkt dort die Möglichkeit zur PCR-Nachtestung genutzt wird. Hierbei entstehen den Getesteten keine Kosten.

Warn-App rot? Dann ist der PCR-Test kostenlos. Aber in den landeseigenen Testzentren muss man mit Wartezeiten rechnen. Foto: Imago/Emmanuele Contini
Warn-App rot? Dann ist der PCR-Test kostenlos. Aber in den landeseigenen Testzentren muss man mit Wartezeiten rechnen. Foto: Imago/Emmanuele Contini

Grundsätzlich kostenlos ist der PCR-Test für die genannten Gruppen aber in den landeseigenen Testzentren:

  • Testzentrum Plaza: Frankfurter Allee 71-77, Friedrichshain, Mo-Fr 8-17 Uhr, Sa+So 9-18 Uhr
  • Testzentrum Lichtenberg: Treskowallee 8, Karlshorst, Mo-Fr 8-17 Uhr, Sa+So 9-18 Uhr
  • Testzentrum Marzahn-Hellersdorf: Jänschwalder Str. 4, Hellersdorf, Mo-Fr 8-17 Uhr, Sa+So 9-18 Uhr
  • Testzentrum Wedding: Müllerstraße 143, Wedding, Mo-Fr 8-17 Uhr, Sa+So 9-18 Uhr
  • Testzentrum Neukölln: Leinestraße 37-45, Neukölln, Mo-Fr 8-17 Uhr, Sa+So 9-18 Uhr
  • Testzentrum Berlin Nord: Groscurthstr. 29-33, Buch, Mo-Fr 8-17 Uhr, Sa+So 9-18 Uhr
  • Testzentrum Reinickendorf: Senftenberger Ring 3A, Märkisches Viertel, Mo-Fr 8-17 Uhr, Sa+So 9-18 Uhr
  • Testzentrum Spandau: Am Juliusturm 64, Spandau, Mo-Fr 8-17 Uhr, Sa+So 9–18 Uhr
  • Testzentrum Steglitz-Zehlendorf: Schloßstraße 37, Steglitz, Mo-Fr 8-17 Uhr, Sa+So 9-18 Uhr
  • Testzentrum Tempelhof-Schöneberg: Mariendorfer Damm 64, Tempelhof, Mo-Fr 8-17 Uhr, Sa+So 9-18 Uhr
  • Testzentrum Oberschöneweide: Ernst-Ziesel-Str. 1, Schöneweide, Mo-Fr 8-17 Uhr, Sa+So 9-18 Uhr

Wer also mit einer roten Warn-App oder der Information, Kontaktperson zu sein, auf Nummer sicher gehen will, sollte sich in die Schlange dort einreihen. Dabei kann es allerdings zu langen Wartezeiten kommen, es empfiehlt sich also, Geduld, ein gutes Buch oder eine Powerbank fürs Smartphone mitzunehmen. Hilfreich ist es auch, die Corona-Warn-App in Testzentren zu deaktivieren. Schon im Vorfeld sollte man sich für den PCR-Test auf der Website des Unternehmens Centogene registrieren, mit dem Berlins landeseigene Teststellen kooperieren. Wie das geht, darüber informiert das Land Berlin Schritt für Schritt hier.

Wird es auch in Zukunft kostenlose PCR-Tests in Berlin geben?

Die PCR-Laborkapazitäten in Deutschland sind knapp. Während in Wien PCR-Gurgeltests an der Tagesordnung sind und schnell ausgewertet werden, ist der präzise Coronatest in Deutschland mittlerweile Mangelware. Schon im Vorfeld der Bund-Länder-Konferenz am 24. Januar wurde über eine Priorisierung diskutiert. Grundsätzlich haben sich Bund und Länder auch darauf geeinigt – und wollen die Testkapazitäten zudem erhöhen.

In Zukunft sollen PCR-Tests nicht mehr für jede Kontaktperson und jeden Verdachtsfall zur Anwendung kommen. Vorrang haben dann vulnerable Gruppen und jene, die mit ihnen arbeiten: also Menschen, die im Gesundheitsbereich und in der Altenpflege beschäftigt sind. Für Menschen mit roter Warn-App und Kontaktpersonen von Infizierten sollen dann Antigen-Schnelltests ausreichen, möglichst abgesichert durch einen weiteren Schnelltest. Auch für das Freitesten aus der Quarantäne sollen Schnelltests ausreichend sein.

Die neuen Regeln müssen aber noch ausgestaltet werden, für die veränderte Teststrategie gibt es noch viele offene Fragen.


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