Was ist Tee? Eine kleine Teeologie
Warum kommen alle Sorten von einer einzigen Pflanze und unterscheiden sich, in Aroma wie Zubereitung, doch so maßgeblich? Und wieso sind Aufgussgetränke, etwa aus Kräutern, gar kein Tee – irgendwie aber doch? Eine Reise zum Geschmack

Woran denken Sie eigentlich, wenn Sie an Tee denken? Vielleicht an eine gemütliche „Teetied“ mit einer Kanne Ostfriesentee auf dem Stövchen (natürlich!). Oder an einen klassischen britischen Afternoon Tea mit Scones, Clotted Cream und Erdbeermarmelade, Gurkensandwiches und kräftigem schwarzen Tee. Möglicherweise denken Sie aber auch eher an einen ganz gewöhnlichen Beuteltee aus Ihrer Bürotasse mit der Aufschrift „Ich muss erst mal gar nix“.
In diesem Sinne: Tee, was ist das eigentlich?
Das Lebensmittellexikon bezeichnet mit „Tee“ ausschließlich Aufgussgetränke, die aus Pflanzenteilen wie Blättern, Knospen, Stängeln oder Blüten der Teepflanze Camellia sinensis zubereitet werden. Alles andere seien bloß „teeähnliche Getränke“. Nun, wir sehen diesen Unterschied im Folgenden nicht ganz so eng und wollen dennoch zunächst bei der Camellia Sinensis bleiben.
Tee hat Tradition. Die erste bekannte Erwähnung erfolgte bereits im 1. Jahrhundert v. Chr. in China. Es handelt sich um Steuerlisten chinesischer Kaiser, die dort Tee als Zahlungsmittel führten. Japanische Mönche brachten später Tee von ihren Studienaufenthalten in China nach Japan mit, und im 16. Jahrhundert wurde der Tee von portugiesischen Seefahrern nach Europa gebracht, später dann in die Neue Welt.
Bis heute ist Tee, neben Wasser, das meist konsumierte Getränk der Welt. Es gibt weißen, schwarzen, grünen und gerösteten Tee, Rauchtee und lange fermentierten Tee (Pu Erh). In fast jedem Land der Welt wird er getrunken und ist aus der Trinkkultur vieler Nationen nicht mehr wegzudenken: im arabischen Raum wird der Tee sehr süß und sehr schwarz getrunken, dort wird Tee auch zu besonderen Gelegenheiten serviert, bei denen es in unserem Kulturkreis Alkohol geben würde. Ist man zu Gast, darf man ein Glas Tee nicht ablehnen, das käme einer groben Unhöflichkeit gleich.
In Oberägypten wird Tee so lange eingekocht, bis er dickflüssig ist und dann mit vier Löffeln Zucker (pro Glas) genossen. Im Maghreb wird grüner Tee der Sorte Gunpowder getrunken, er zieht oft bis zu fünfzehn Minuten in heißem Wasser, dann wird er abgeseiht und mit viel Zucker aufgekocht. Häufig wird dann noch frische Minze dazugegeben. In Südamerika wird Matetee getrunken, in Großbritannien unaromatisierter schwarzer kräftiger Tee, der im Beut…