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Einkaufen unter freiem Himmel: Die schönsten Wochenmärkte in Berlin

Die Wochenmärkte in Berlin laden zum Schlendern und Verweilen ein. Hier gibt es die frischesten Lebensmittel, regionale Feinkost, handgemachte Designerstücke und leckere Imbiss-Kreationen. In fast jedem Bezirk findet man in Berlin besondere Wochenmärkte. Dort tummeln sich die Leute: unter Ureiem Himmel einzukaufen hebt die Stimmung. Berlins Märkte sind so vielseitig, dass der Ausflug zu einer Entdeckungsreise wird. Wir kennen die schönsten Wochenmärkte in Berlin.


Wochenmarkt auf dem Boxhagener Platz

Unter den Märkten in Berlin ein Klassiker: der Boxhagener Platz.
Unter den Märkten in Berlin ein Klassiker: der Boxhagener Platz. Foto: Imago/Zensen

Tolle Weine, hochwertige Speise-Öle und Bio-Tofu. Am Boxi findet man samstags alles was man braucht. Auf dem Wochenmarkt in Friedrichshain kann man definitiv seinen Wocheneinkauf erledigen. Das Gemüse kommt vom Großmarkt, direkt vom Bauern oder sogar mit Bio-Siegel. Kuratierte Delikatessen soweit das Auge, oder eher der Markt, reicht. Daneben findet man immer wieder solide Grundnahrungsmittel.

Dazu ein paar Imbissstände, um den Hunger beim Einkauf vor Ort zu stillen: Falafel, Köfte, Kalter Hund und Gemüsepuffer. Am Boxhagener Platz findet jeder etwas leckeres zum Essen. Wer den Boxi liebt, sollte sonntags den Flohmarkt an gleicher Stelle besuchen.


Wochenmarkt am Südstern

Frisches Obst und Gemüse ist auf dem lokalen Kreuzberger Markt üblich. Foto: Imago/nordpool

Der Wochenmarkt am Südstern ist einer der ältesten Märkte der Stadt. Lange schon bevor „from Farm to Table“ in aller Munde war, sind Biobauern und -Bäuerinnen aus Brandenburg Samstag für Samstag in den Kreuzberger Kiez gekommen. Wichtig für den Markt sind Regionalität, Kreativität und Kulinarik. Abseits des Kreuzberger Hipster-Daseins besteht der alte Markt in seiner traditionellen Art und Weise. Neben allen bäuerlichen Erzeugnissen begeistert der Blumenstand. Zudem gibt es mehrere köstliche Imbissangebote.

Viele Sitzgelegenheiten laden auf dem Markt zum Verweilen ein. Mit 35 Händler:innen scheint der Markt recht übersichtlich, dennoch findet man hier alles was das Herz begehrt.

Eine Besonderheit ist der lokale Fahrrad-Kurier-Dienst, welcher die Einkäufe vom Markt, für ein wenig Kleingeld, direkt nach Hause bringt. Was ein Service!


Kollwitzmarkt im Prenzlauer Berg

In der Kollwitzstraße ist immer viel los. Gerne tummeln sich hier die Menschen und lassen sich von den Händler:innen des Marktes über die neusten Bio-Produkte und Handgemachtes informieren. Foto: Imago/ Sabine Gudath

Genau genommen werden die Märkte am Donnerstag und am Samstag von unterschiedlichen Veranstaltern organisiert. Mit ihrem umfangreichen Angebot an regionalen und biologisch produzierten Lebensmitteln sind aber beide Märkte über die Kiezgrenzen hinaus bekannt. Die Qualität stimmt, die Preise sind gelegentlich happig. Auch, weil der Kollwitzmarkt längst ein touristisches Spektakel ist.

Dennoch: Neben leckerer Currywurst und Fischbrötchen gibt es hier am Samstag auch andere kulinarische Entdeckungen. Ab der Mittagszeit wird es bunt und laut auf dem Markt. Musik-Bands spielen und immer mehr Menschen kosten die Weine der umstehenden Händler:innen. Zu sonnigen Zeiten wird auch gerne das Tanzbein geschwungen. Auf jeden Fall einen Besuch wert.

Unser Tipp: Kommt am besten ohne Auto. Der Markt ist immer gut besucht und die Parkplatzlage in der Gegend ist eher mau.


Winterfeldtmarkt

Blick auf Obststand am Winterfeldtmarkt, Märkte in Berlin
Ob Delikatessen oder Alltagswaren: der Winterfeldtmarkt hat alles. Foto: Imago/Lem

Im Norden Schönebergs befindet sich der Wittenbergplatz mit seinen vielen Bars, Kneipen und Cafés. Hier und dort ist noch immer vom „orientalischen“ Markt am Winterfeldtplatz die Rede. Dabei findet der Winterfeldtmarkt seine handwerkliche Lebensmittelkultur längst auch in Italien oder am Ammersee, von wo die fabelhaften Steckerlfische kommen. An anderen Ständen haben die Qualität, aber auch die Preise eher Großmarktniveau. Vor allem an den Samstagen ist hier immer viel los. Viele Bio-Produkte und bunte Blümchen machen den Markt zu einem unserer schönsten Wochenmärkte.


Wochenmarkt am Maybachufer

Der "Türkenmarkt" am Maybachufer ist sicher der authentischste Markt dieser Stadt.
Der „Türkenmarkt“ am Maybachufer ist sicher der authentischste Markt dieser Stadt. Foto. Imago/ Müller-Stauffenberg

Hier ist die Welt zu Hause! Auf dem Wochenmarkt am Maybachufer gibt es allerhand zu entdecken. Aus den verschiedensten Ländern der Welt findet man hier internationale Spezialitäten und frisches Obst und Gemüse. Orientalisches Ufer am Berliner Gewässer: Vor allem bietet der Markt in Neukölln Produkte aus dem Mittelmeerraum, Brot, süßes Gebäck, Schafskäse und Gewürze.

Obst und Gemüse gibt es oft zu besonders günstigen Preisen, wie die engagierte Marktleute lautstark verkünden. Neben orientalischen Snacks wie Falafel, Gözleme oder Sesamkringeln werden auch afrikanische Snacks, karibische Kakaogetränke oder Trink-Kokosnüsse angeboten. Sicher der authentischste Markt dieser Stadt.


Wochenmarkt am Karl-August-Platz

Zahlreiche Besucher:innen versammeln sich wöchentlich am Karl-August-Platz in Charlottenburg. Die Stände bieten eine große Auswahl an frischen Produkten. Foto: Imago/Müller-Stauffenberg

Eweline, Cilena und die Rote Laura sind drei von 15 Speisekartoffelsorten bei Pipenhagens auf dem Karl-August-Markt. Besonders schwer erhältlich ist Linda. Seit den 1950er-Jahren verkauft Familie Pipenhagen hier schon Gemüse.

Kurz: Der Markt hat eine stolze Tradition, die sich auch in den traditionellen Marktzeiten ausdrückt. Um acht Uhr geht es los. Klassiker mit solidem Bio-Angebot und sogar einigen exotischen Entdeckungen. Die 40 bis 100 Marktstände bieten wöchentlich exklusive Spezialitäten und Bio-Produkte. Mediterrane Produkte wie Fladenbrote, Ziegenkäse und Oliven machen den Markt international.

  • Karl-August-Markt Karl-August-Platz, Charlottenburg, Mi 8–13 Uhr, Sa 8–14 Uhr

Ökomarkt am Chamissoplatz

Bild auf Blumenstand am Chamissoplatz, einer der besten Märkte in Berlin
Von Anwohnern gegründet: der Ökomarkt am Chamissoplatz ist eine Besonderheit unter den Märkten in Berlin. Foto: Imago/Müller-Stauffenberg

Auf dem 1994 von Anwohnern gegründeten Ökomarkt ist Qualität nicht nur Ehrensache, sondern man kann sich darauf verlassen. Es gibt Schafsmilchprodukte aus der Lausitz, direkt daneben Teltower Rübchen vom gleichnamigen Biohof, nebenan kann man das Kräutersalz selbst im Steinmörtel stampfen. Ganz nebenbei gewinnt man beim Schlendern über den Markt einen guten Überblick über die gängigen Biozertifikate. Von Demeter und Bioland bis hin zum ­Verbund Ökohöfe Nordost Brandenburg ist alles vertreten. Einer der ältesten und größten Ökomärkte Berlins kann definitiv mit den neueren mithalten.


Schillermarkt am Herrfurthplatz

Die Genezarethkirche, direkt am Herrfurthplatz, gibt dem Schillermarkt ein ganz besonderes Flair. Der Markt in Neukölln wirbt mit seiner kulinarischer Vielfalt. Foto: Imago/Schöning

Nicht viele Märkte strahlen ein solches Kleinstadtidyll aus: Die Bänke und Stände vor der imposanten Genezarethkirche am Herrfurthplatz sind Treff für die unterschiedlichsten Kiezgestalten, Ausgangspunkt für Spaziergänge über das ehemalige Flugfeld Tempelhof oder Rastplatz nach dem Einkauf auf der lauten Hermannstraße. 15 bis 20 liebevoll dekorierte Stände. Martin, ein Bauer aus Rüdnitz, hilft gern, die Zutaten fürs sonntägliche Mittagessen zusammenzusammeln. Neben regionalen Produkten wie Imkerhonig werden Bio-Gemüse und -Backwaren, aber auch Federweißer aus Baden angeboten.

Der „Markt der Vielfalt“, wie es am Herrfurthplatz heißt, wurde 2009 eröffnet und entwickelt sich seit dem stätig. Klein aber fein, auf dem Markt gibt es auch viele ausgewählte Spezialitäten und viele kulinarische Highlights.


Wochenmarkt am Mexikoplatz

Der Wochenmarkt am Mexikoplatz versorgt Zehlendorf weiterhin.
Der Wochenmarkt am Mexikoplatz versorgt Zehlendorf weiterhin. Foto: Imago/Elsässer

Ein kleiner Markt, dem man aber anmerkt, dass er mit Verstand kuratiert worden ist. Hier gibt es keine Warendopplungen und nichts, was der nächste Supermarkt im Angebot hat. Stattdessen rund 20 Stände in fast schon dörflicher Atmosphäre, darunter auch ein Bio-Metzger. Auf dem idyllischen Markt gibt es frische Blumen, frische Kräuter und frisches Gemüse. Lebensqualität ist den Marktbetreibenden wichtig. Der Markt lädt zum Verweilen ein und ist ein echtes Schmuckstück. In Zehlendorf-Mitte, direkt an der S-Bahn-Station, findet der andere Wochenmarkt Zehlendorfs übrigens weiterhin statt – viel Auswahl also!

  • Wochenmarkt am Mexikoplatz Mexikoplatz, Zehlendorf, Sa 9–15 Uhr

Wochenmarkt Die Dicke Linda

Der Zehlendorfer Wochenmarkt am Kranoldplatz ist einer der schönsten Wochenmärkte in Berlin. Traditionell verkaufen Bauern und Bäuerinnen hier ihre Ernte. Foto: Imago/ Stefan Zeitz

Fast wäre die Namensgeberin vor einigen Jahren von den deutschen Tellern verschwunden. Die dicke Linda, eine beliebte Kartoffelsorte, symbolisiert heute das Ursprüngliche des Wochenmarkts in Neukölln. Anfangs war es nur ein Monatsmarkt. Aber natürlich (!) war das neue Neukölln längst bereit für einen wöchentlichen Regionalmarkt. Dass dieser nach jener Kartoffelsorte benannt wurde, welche von der Saatgut­-Industrie eigentlich verboten werden sollte, passt.

Direkt vom Hof und regional: Auf dem Kranoldplatz verkaufen Bauern weiter ihre Ernte, den Honig sammeln die Bienen im Kiez. Ein echter Tipp ist der Wildhandel Bublitz. Entspannte Atmosphäre, ehrliche Produkte, solide Preise. Nahversorgung und gleichzeitig ein Wohlfühlort.


Markthalle Neun

Blick in die Markthalle Neun, Märkte in Berlin
Auch die Markthalle Neun bleibt weiter geöffnet, um die Nahversorgung sicherzustellen. Foto: Imago/Hoch Zwei Stock/Angerer

2011 öffnete die historische Markthalle ihre Pforten. Auch Märkte, die nicht unter freiem Himmel stattfinden, haben in dieser Liste ihre Daseinsberechtigung: Schon allein wegen der neuen Lust am Essen, für die sie längst zum Symbol geworden ist. Dabei wird schnell vergessen, dass die historische Markthalle noch immer eine Markthalle ist. Eine mit radikal regionalem Gemüse, mit hervorragendem Käse (Alte Milch) und mit dem besten Metzger der Stadt (Kumpel und Keule) – Besucher:innen werden hier mit guten Produkten versorgt. Neben regionalen und traditionellen Produkten findet man hier so einige innovative Köstlichkeiten. Vor allem der Streetfood-Thursday bietet hier viele kulinarische Highlights. Dieser Wochenmarkt ist und bleibt ein Lebensmittelpunkt.

  • Markthalle Neun Eisenbahnstraße 42/43, Kreuzberg, Mo, Di, Mi, Fr 12–18 Uhr, Sa 10–18 Uhr, www.markthalleneun.de

Berliner Bauernmarkt

Alt-Lübars in Reinickendorf ist sehr beschaulich. An den kommenden Sonntagen wird hier aber ein Bauernmarkt mit Live-Musik stattfinden. Foto: Imago/Jürgen Ritter

Ganz neu ist der Wochenmarkt in Alt-Lübars, Reinickendorf. Ab dem 13.06.2021 kann man hier regionale Spezialitäten, Feinkost und Bioqualität erleben und kaufen. Neben den vielen kulinarischen Ständen wird am Sonntag auch Live-Musik gespielt. Zwischen französischer Backkunst und Salami, Tantuni, Kartoffeln, Backschwein und Flammkuchen kann man schnell auch beim Kunsttischler viele tolle Dinge entdecken.

  • Berliner Bauernmarkt, Alt-Lübars 12, Reinickendorf, So 11-18 Uhr

Viele tolle kleine Märkte in Mitte

In Berlin gibt es mehr Märkte, als viele denken. Gerade in Mitte bieten die oft ganz unterschiedliche, aber immer besondere Erlebnisse.

  • Arkonaplatz: Der Wochenmarkt am Arkonaplatz hat freitags von 12 Uhr bis 19 Uhr geöffnet. 20 bis 30 Händler:innen verkaufen hier Lebensmitteln aller Art (viel Bio). Außerdem findet man Handgemachtes, verschiedene Imbissangebote und kulinarische Highlights. Der große Spielplatz ist toll für Kinder. (Bernauer Straße, U8)
  • Ökomarkt am Nordbahnhof: Am Elisabeth-Schwarzhaupt-Platz kann man immer mittwochs von 11 Uhr bis 18 Uhr frische und natürliche Produkte von lokalen Erzeugern kaufen. Imbissstände locken mit leckeren Bio-Snacks, wie Crêpes und Pizza.
  • Hackescher Markt: Jeden Donnerstag und Samstag findet man hier von 9 Uhr bis 18 Uhr verschiedene Streetfood-Stände. In unmittelbarer Nähe befinden sich viele Cafés, die Getränke zum Mitnehmen anbieten.
  • Zionskirchplatz: Am Donnerstag findet man hier frisches Obst und Gemüse von Bio-Bauernhöfen. Außerdem Waren aus traditioneller Herstellung, Feinkost vom Mittelmeer und noch viele weitere ökologische Produkte. Der Markt am Zionskirchplatz hat von 11 Uhr bis 18.30 Uhr geöffnet.

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Einkaufen unter freiem Himmel ist schon schön. Aber ein Besuch in Berlins Markthallen lohnt sich einfach immer! Und nach dem Einkauf genießen wir ein bisschen das schöne Sommerwetter, auf das wir so lange gewartet haben. In diesen Berliner Cafés könnt ihr in der Sonne sitzen und genießen. Und wer nicht genug von regionalen Lebensmitteln bekommen kann und ein bisschen Zeit hat, um in Berlins Umland zu fahren: Diese 12 Bio-Bauernhöfe verkaufen euch tolle Lebensmittel.

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