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Auf zu neuen Galaxien: Lange Nacht der Familie 2020

Trotz Corona, jetzt erst recht! Das sagten sich die Veranstalter*innen im Vorfeld der 10. Langen Nacht der Familie. Statt vor der Pandemie in die Knie zu gehen, wurde ein Programm kreiert, das allen Hygieneanforderungen genügen soll

Ab ins All: Themenschwerpunkt der Langen Nacht der Familie ist im FEZ Berlin die Raumfahrt.
Ab ins All: Themenschwerpunkt der Langen Nacht der Familie ist im FEZ Berlin die Raumfahrt. Fotos: FEZ Berlin

Wenn Astronautinnen nach ihrer Reise in einer Raumkapsel die um die Erde kreisende Internationale Raumstation (ISS) erreichen, dann müssen sie sich – auch in Covid-19-Zeiten – keine Sorgen machen, dass sie ihre dort bereits anwesenden Kolleginnen mit dem Sars-Virus anstecken. „Hinsichtlich des Coronavirus“, so erklärte es der Luft- und Raumfahrtingenieur Luis Zea dem US-Magazin Newsweek, „ist die ISS derzeit wahrscheinlich einer der sichersten Orte.“

Zea weiß: Bevor Astronautinnen per Rakete auf die Reise geschickt werden, müssen sie seit jeher ohnehin erst einmal in eine 14-tägige Quarantäne. Denn auch schon vor der Corona-Pandemie galt es, eventuelle Infektionen der Raumfahrerinnen auszuschließen: Rund 400 Kilometer über dem Erdboden könnten viele Erkrankungen zum unkalkulierbaren Risiko werden.

Thematisch kreist die Festnacht auch dieses Mal um Raumfahrt

Dass es im Orbitall, dem „Luft- und Raumfahrtzentrum“ des Freizeit- und Erholungszentrums (FEZ) in der Wuhlheide in Sachen Ansteckung so sicher ist wie auf der ISS, wird zwar niemand behaupten, dennoch unternehmen die Verantwortlichen dieses europaweit einzigartigen Erlebnis- und Bildungszentrums alles, damit sich hier niemand mit dem Covid-19-Erreger anstecken kann. Schließlich ist das FEZ Berlin nicht nur der Eröffnungsort der diesjährigen 10. Langen Nacht der Familie, die unter dem Motto „Die Nacht gehört uns – 10 Jahre Räume und Ideen für Familien“ läuft.

Thematisch kreist die Festnacht auch dieses Mal um Raumfahrt. „Kinder können in der Langen Nacht der Familie an einem simulierten Flug zum Mond teilnehmen, außerdem Stabraketen und Schrottroboter bauen oder Aquarell-Galaxien gestalten“, sagt Kathrin Völker-Krause, die FEZ-Projektleiterin für die Lange Nacht der Familie. Aus Hygienegründen alles allerdings nur nach Anmeldung, mit Abständen und, falls diese nicht eingehalten werden können, mit Mund-Nase-Bedeckungen.

Stockbrot backen wie noch nie: In diesem Jahr stehen Outdoor-Angebote im Mittelpunkt. Foto: Juri Reetz
Stockbrot backen wie noch nie: In diesem Jahr stehen Outdoor-Angebote im Mittelpunkt. Foto: Juri Reetz

Noch im März/ April habe man überlegt, ob die Lange Nacht der Familie in diesem Jahr überhaupt stattfinden könne, sagt Gunnar Güldner, Geschäftsführer des JugendKulturService, einer gemeinnützigen Gesellschaft, die seit 2018 Träger dieses Familien-Events ist. Doch nicht nur wegen des Jubiläums, des zehnten Geburtstags der beliebten, berlinweiten Veranstaltung, entstand zunehmend der Wunsch, die Lange Nacht doch nicht zu streichen. Auch die Einsicht, „dass uns Covid-19 wohl noch längere Zeit begleiten wird“, so Güldner, trug zu der Entscheidung bei, nun erst recht einen neuen Anlauf zu nehmen.

Lange Nacht der Familie mit fast 70 teilnehmende Einrichtungen

„Bei der Ausschreibung der Veranstaltung forderten wir mögliche Teilnehmerinnen ausdrücklich auf, Programme zu entwickeln, die trotz Corona durchführbar sind“, sagt Güldner. Herausgekommen sind dabei, wenig erstaunlich, viele Outdoor-Angebote, bei denen Aerosole sich schnell verflüchtigen: Geländeabenteuer für Familien sind dabei, es wird zum „Geschichtenlauschen am Lagerfeuer“ eingeladen und, natürlich, zum beliebten Stockbrot backen. Gunnar Güldner: „Ich glaube, wir hatten noch nie so viele Stockbrot-Back-Events dabei wie dieses Mal.“

Dass es in diesem Jahr vor allem Kinder-, Jugend- und Familienzentren sind, die zur – coronabedingt auf knapp 70 teilnehmende Einrichtungen abgespeckten – Langen Nacht der Familie in und um ihre Häuser laden, birgt Chancen: Familien, die bislang Schwellenangst verspürten, entsprechende Zentren in ihren Bezirken aufzusuchen, haben am 26. September, dem Veranstaltungstag, keine Ausreden mehr.

Vorfinden werden sie an den unterschiedlichen Orten eben nicht nur einen verschworenen Kreis von vermeintlichen Stammbesucherinnen, quasi: die Eingeweihten. Stattdessen sorgt die Lange Nacht der Familie dafür, dass viele „Neue“ die Häuser betreten. Fremde unter Fremden – sowas schafft Gemeinsamkeiten.

„Die Nacht gehört Neukölln“ –
„Leuchten der Nacht“ im Wedding

Unter dem Titel „Die Nacht gehört Neukölln“ lädt so die Stadtvilla Global, ein Kinder- und Jugendzentrum, zu Open-Air-Kino und zu Schnupperkursen in die Holzwerkstatt oder ins hauseigene Modeatelier, außerdem zu Kostproben der internationalen Küche Neuköllns. Im Familienzentrum Wattstraße im Wedding lautet das Motto „Leuchten in der Nacht“: Beim Vorlesen von Geschichten und Märchen möchte man hier die Fantasie von kleinen und größeren Besucher*innen zum Leuchten bringen.

Beim Basteln von bunten Masken mit Federn und Glitzer leuchtet dann gleich deren ganze Persönlichkeit. (Fast) alles sind übrigens Angebote, die sich auch in den „Alltagsprogrammen“ der Kinder-, Jugend- und Familienzentren finden lassen. Oft kostenlos oder für wenige Taler. Hinzu kommt oft noch ein breites Spektrum an Beratungs- oder anderen Hilfsangeboten. Es lohnt sich also durchaus, die Lange Nacht der Familien für eine Entdeckungsreise der besonderen Art zu nutzen. Auf in neue Galaxien!

10. Lange Nacht der Familien Sa 26.9., 17–24 Uhr. Orte, Programme und Anmeldung unter: familiennacht.de


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