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Berlinerisch to go: 12 Berliner Sprüche, die ihr kennen solltet

Diese Berliner Sprüche sollte man kennen! Denn der Berliner Dialekt ist in Gefahr. Die Altberliner werden im Stadtbild allmählich seltener, in den Schulen sind „Icke“ und „Ditte“ verpönt und nach und nach verschwinden die Sprüche, Begriffe und Redewendungen aus dem Alltag. Dabei ist die hauptstädtische Mundart, das Berlinern also, eine großartige Möglichkeit, zur Seele dieser Stadt vorzudringen. Im Kern steht das Motto: „Herz mit Schnauze“. Sich grob geben und innen drin doch liebenswert sein. Damit kommen viele Touristen und Zugezogene anfangs nicht klar, aber oberflächliche Freundlichkeit ist nun mal nicht die Sache des waschechten Berliners.

Wir haben 12 Berliner Sprüche zusammengesucht, die man kennen sollte, auch wenn man nicht mit Spreewasser getauft wurde. 

Berliner Sprüche: Das Berlinerische kommt in jeder Lebenssituation zum Einsatz. Etwa beim Eierkauf auf dem Markt.
Das Berlinerische kommt in jeder Lebenssituation zum Einsatz. Etwa beim Eierkauf auf dem Markt. Foto: Imago/ Imagebroker

Komm, mach’n Abjang!

Der Berliner verabschiedet sich nicht, der macht einen Abgang. Manchmal muss auch das Gegenüber dringlichst darauf hingewiesen werden, einen ebensolchen zu machen. Denn wer zu lange irgendwo herumsteht und blöd guckt, der nervt schnell. Und Geduld hat der Berliner nur beim amtlichen Bierzapfen. Also: Abjang jemacht!

Dit is aba ‘n abjebroch’ner Zwerch. 

Wer nicht dem Gardemaß entspricht, zieht rasch den Spott seiner Umgebung auf sich. Das ist zwar nicht politisch korrekt. Doch der Berliner schert sich nicht um solche Gepflogenheiten. Klein ist klein und wer klein ist, der ist nun mal ein abjebroch’ner Zwerch. Da hilft nichts.

So wat affichet aba ooch.

Zum Affen hat der Berliner ein besonderes Verhältnis. Er macht sich gerne mal zum selbigen, wenn er sich daneben benimmt. Auch laust ihn mal der dem Menschen Artverwandte gelegentlich, wenn er sich wundert. Ist er irritiert von etwas, dann findet er es äußerst affich. Stellt euch also nicht so an, sonst werdet ihr noch selbst zum Affen.

Ick lach mir’n Ast.

Humor hat der Berliner. Den besten der Welt, wenn man ihn fragt. Schon zur Kaiserzeiten liefen die Witzeerzähler, Leierkastenorgler und Hinterhofsänger durch die Stadt und gaben Gassenhauer, Geschichten und Couplets zum Besten. „Det kannste unta Ulk vabuchen“, witzig gemeint ist es also. Und wenn der Berliner so richtig amüsiert ist, ja, dann lacht er sich’n Ast.

Een kühlet Blondet is wat feinet!

Das natürliche Habitat des Berliners ist selbstredend die Eckkneipe. Hier fühlt er sich wohl, zwischen schalem Biergeruch, kaltem Rauch und derben Sprüchen. Hier kann er sich über Gott und die Welt austauschen, nörgeln, dem Alltag entfliehen und einfach mal sein. Über eine Sache wird er sich aber wohl nie beschweren: ein kühles Pils. Denn das ist der Schöpfung ihre Krone. Wat janz feinet! Prost Mahlzeit.

Da stiefelste durch de janze Botanik! 

Per Definition ist der Berliner ein urbaner Mensch. Die Metropole an der Spree ist zwar recht grün und die vielen Parks, Seen und Wälder liegen ihren Bewohnern sehr am Herzen. Doch es ist Stein, Straße und Krach, die ihren Alltag bestimmen. Als Großstädter fährt der Berliner mit U-Bahn, Bus oder Wagen durch die Gegend. Kommt er doch mal raus, so richtig raus, dann stiefelt er durch die Botanik. Is ja auch janz schön mal, so zur Abwechslung. Aber zu Hause ist immer noch am schönsten.

Berliner Sprüche: Dieser Verkäuferin, die in den 1960er-Jahren Fisch in der Markthalle am Alexanderplatz verkauft hat, hätte man nicht blöd kommen sollen.
Dieser Verkäuferin, die in den 1960er-Jahren Fisch in der Markthalle am Alexanderplatz verkauft hat, hätte man nicht blöd kommen sollen. Foto: Imago/Kai Bienert

Dit schmeckt ja wie einjeschlaf’ne Füße.

Große Feinschmecker waren die Berliner noch nie. Die karge Brandenburger Landschaft hat eben nicht viel mehr als Kartoffeln und Rettich hergegeben. Was ist auch gegen Bulette, Sauerkraut und Stampfkartoffel zu sagen? Das kulinarische Angebot mag sich in Berlin der Gegenwart gehoben haben, doch wenn was nicht mundet, dann schmeckt dit imma noch wie einjeschlaf’ne Füße.

Eyh, mach ma keene Fisimatenten hier!

Die Gelehrten sind im Streit darüber, woher der Begriff „Fisimatenten“ stammt. Die eine Seite behauptet, es wäre eine Abwandlung des frühneuhochdeutschen Wortes „Fisiment“, was „bedeutungsloser Zierrat“ bedeutete. Die anderen sehen die Abstammung im Französischen und einen Zusammenhang mit dem Satz „Visitez ma tente“, besuchen sie mein Zelt also. Etwas, was französische Soldaten gerne jungen Damen nachriefen. Wie dem auch sei, für den Berliner sind das alles Fisimatenten, also Faxen, Blödsinn und andere Umständlichkeit. Macht man keene, is allet jut!

Ick wer dir wat husten.

Mit dem Berliner muss man immer schön aufpassen. Kommt man ihm blöd, gibts schnell mal eins uff’n Deckel. Verbal oder auch mal konkret mit der Faust. Es wurde viel gerauft und gehauen in der guten alten Zeit. Doch bevor es zu Handgreiflichkeiten kam, erfolgte ein Schlagabtausch mit Sprüchen. Wollte jemand was, was der andere auf keinen Fall wollte, dann hat der eine dem anderen wat jehustet. Allet klar?

Kommse rin, könnse rauskieken!

Wenn das nicht die schönste Sprachperle des Berlinerischen ist: „Kommse rin, könnse rauskieken!“ Ist das schön? Es ist schön! Das muss man sich mal auf der Zunge zergehen lassen. Es sich so richtig bildlich vorstellen. Diese alles erschlagende Klarheit. Denn nur wer irgendwo reinkommt, der kann von dort auch wieder rausgucken. Die Berliner Logik ist etwas Wunderbares. Selbst in diesem kleinen Satz, der einfach nur jemanden auffordert hineinzutreten, macht sie sich bemerkbar. Herzlich Willkommen in dieser Stadt!

Haste ‘ne Scheibe oder wat!?

Bist du blöde? Wenn ja, dann haste ’ne Scheibe. Ist dann eben so. Kann man nichts machen. Das fragt der Berliner natürlich rein rhetorisch. Er kennt die Antwort schon vorher. Aber man wird ja mal wohl fragen dürfen. Die „Berliner Schnauze“ kennt da kein Pardon. Bei einem kühlen Blonden kann man dann etwaige Streitigkeiten auch wieder klären. Und nachtragend ist der Berliner nicht. Wenn man ihm nicht ganz doof kommt. ‚Ne Scheibe haben wa doch alle, irgendwie.

Nu is jleich zappendusta!

Nun ist aber Schluss, oder wie der Berliner es auszudrücken vermag, is jleich zappendusta! Lichter aus und ab nach Hause. Oder doch hinaus und ab in die Berliner Nacht. An den Stadtrand oder mitten rein. Berlin ist ein Universum und das Berlinerische gehört dazu. Man kann es hören, auf den Straßen, am Marktstand, am Tresen oder in der Imbissbude. Und keine Angst, die Berliner beißen nicht, die tun nur so.

Wer sich weiterbilden will, findet auf Youtube den Online-Kurs „Berlinerisch für Fortgeschrittene“.


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