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Berlin verstehen

12 Berliner Witze, Redewendungen und lustige Gedichte

Berliner Witze sind durchtränkt von den Zumutungen des Lebens in der sandigen Mark Brandenburg und von dem Trotz, den die Bewohner dem entgegensetzen. So kam der Berliner zu seiner großen Schnauze, zur derb-ehrlichen Abrechnung mit der Wirklichkeit. Aber auch zu einer guten Portion Resignation. „Dit is eben so“ und „da muss man halt durch“, damit kann man den Widrigkeiten des Alltags beikommen, und nimmt man sie mit Humor, erscheint die Sache leichter.

Berliner Witze: Spaziergang im Park, um 1905 in Berlin.
Spaziergang im Park, um 1905 in Berlin. Foto: Imago/Arkivi

Dazu kommt eine Vorliebe fürs Absurde. Der Widersinn paart sich mit Wortspielen und schrägen Gedankenverbindungen. Daraus entstand eine spröde Schlagfertigkeit, die schon die Altberliner Humoristen wie Adolf Glaßbrenner und Claire Waldoff pflegten und die sich bis in die Gegenwart fortsetzt. Auch bei dem Comiczeichner und Entertainer Fil oder dem Lesebühnen-Autor Ahne („Zwiegespräche mit Gott“) ist sie zu finden.

Hier sind 12 Berliner Witze, Redewendungen und lustige Gedichte versammelt, die einen guten Einstieg in den Berliner Humor geben.


Gott und die Berliner

Und am 8. Tag erschuf Gott die Dialekte. Alle Völkchen waren glücklich.
Nur für den Berliner war kein Dialekt übrig. Da wurde der Berliner ganz traurig und sagte: „Jetzt habe ich gar keinen Dialekt bekommen?“. Da sagte Gott: „Macht nüscht meen Kleener, quatschte halt wie icke hier!“


Icke

Ick sitze da un esse Klops.
Uff eemal klopp’s.
Ick kieke, staune, wundre mir,
Uff eemal jeht se uff, de Tür.
Nanu denk’ ick, ick denk’ nanu,
Jetz isse uff, erst war se zu!
Ick jehe raus und kieke.
Un wer steht draußen? – Icke!

Das berühmte „Klopslied“ wurde von Kurt Weill komponiert, der Text stammt von Jean de Bourgois (eigentlich Carl Einstein). Gibt es auch auf Youtube.


Blumenbeet jießen

Sacht ein Mann zu seiner Frau:
Ach Erna jieß doch mal draußen dit Blumenbeet.
Aber Heinrich es regnet doch.
Ejal, denn nimm’nen Schirm mit.


Ick liebe dir

Ick liebe dir, ick liebe dich,
wie’s richtig heeßt, dit weeß ick nicht. 
Dit is mir och Pomade,
ick lieb‘ dir nicht im 3. Fall,
ick lieb dir nicht im 4. Fall
Ick liebe dir in jedem Fall


Keene Haare

Keene Haare uff’m Kopp, aba ’n Kamm inner Tasche!


Alles vorüba

Auf ‚m Kloo sitzt eener und singt:
„Et jeht allet vorüba, et jeht allet vorbei.“
Brüllt einer von draußen:
„Denn setz dir doch jefällichst richtig druff!“


Jarderobenhaken

Im Hörsaal in der Humboldt-Universität
sind zwee Jarderobenhaken anjebracht worden.
Darüber ’n Schild: „Nur füa Dozenten!“
Am nächsten Tach klebt n Zettel drunter:
„Aber ooch füa Mäntel jeeijnet!“


Wie man’s macht

Wie man’s macht, isset falsch, und macht man’s falsch, isset ooch nich richtig!


Stammgast

Ein nicht gerade gern gesehener 
Stammgast bestellt in einer Berliner 
Kneipe: „Also heute hätt ick jern ma wat, 
wat ick noch nie hatte.“ 
Sagt der Wirt: „Da würd ick dir Hirn empfehln.“


Münchner Hauptbahnhof

Ein Berliner fragt am Münchner Hauptbahnhof
einen Einheimischen nach dem Weg – 
und zwar in seiner gewohnten, sehr direkten Berliner Art:
„He Sie! Wo jeht et denn hier zum Marienplatz?“ 
Der Münchner: „Wenns’d mi anständig frogst, dann sog i’s da vielleicht!“ 
Der Berliner: „Nee, denn valoof ick ma lieber!“


Valobter stottert

„Dein Valobter stottert ja“, sacht die Mutter janz entsetzt zu ihra Tochta.
„Dit macht nüscht. Wenn wa vaheiratet sind, hatta sowieso nüscht mehr zu sagen …“


Haar in der Suppe

„Een Haar in der Suppe is relativ viel, een Haar uff ’n Kopp is relativ wenig.“


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